Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Suchtvertiefungsklinik. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Doc DG

durchgeknallt aber glücklich

  • »Doc DG« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 917

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: mitten inner pampa von sa

Beruf: erzieher und freizeitdoc

  • Nachricht senden

181

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:30

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia hatte das kurze Gespräch der beiden Männer nicht weiter verfolgt, war sie doch gerade mal wieder zu verwirrt und starrte Sam mit offenem Mund an. Er hatte endlich Stellung bezogen. Sie hatte das Gefühl, dass nicht nur der Krümel in ihrem Bauch war, nein, nun auch tausend Schmetterlinge. Hatte sie sich doch bisher selber nur sehr verhalten über das gefreut, was in ihr heranwuchs, so konnte sie sich nun endlich richtig freuen. Mal wieder überschlugen sich ihre Gedanken. Sie wollte hier bleiben, doch hatten Richard und Sam bisher nichts dazu gesagt. Sie wusste nicht, ob Richard auch hier bleiben würde.

Richard war schon wieder verschwunden und Lia merkte, wie Sam sie wieder in den Arm nahm. Ihm war offensichtlich nicht entgangen, dass sie mal wieder mit ihren Gedanken abschweifte. "Über was denkst du nach?" fragte er daher leise. "Ich?! Öhm? Na ja....also...", sie musste sich erst mal wieder sammeln, bevor sie einen klaren Gedanken fassen konnte. Sam lächelte verschmitz, war Lia doch immer noch durcheinander. "Grinst nicht so, dass bringt mich total durcheinander." Sam grinste weiter. "Hmpf, och menno. Sam?" "Hm?" Lia fing an, verträumt, an Sams T-Shirt rum zu spielen. "Wo wird denn dann der Krümel schlafen?" "Wir könnten das Gästezimmer umfunktionieren", überlegte Sam laut.

Lia wollte antworten, wurde aber durch Richard unterbrochen, der ein weiteres Mal in der Tür auftauchte. "Hm? Das Gästezimmer?" Sam drehte sich zu ihm. "Ja, warum nicht? Es steht die meiste Zeit eh leer." Richard nickte verstehend. "Man könnte ein Hochbett einbauen, hoch genug is die Decke..." Richard fiel ergänzend in den Satz ein, "und zu Anfang ein normales Gitterbett, danach kann der Krümel umziehen." "Zum Beispiel!" Richard überlegte weiter. "Wie wäre es mit einer Rutsche an dem Bett?"

Jetzt wurde es Lia bunt, "hee? Darf ich auch mal was dazu beitragen?" Richard und Sam waren bereits dabei, gedanklich, einen Bauplan auszuhecken und sahen Lia daher etwas verwundert an. "Hmpf, können wir vielleicht erst mal abwarten, was es überhaupt wird?" "Ist das nicht egal? Hochbett und Rutsche kommt immer gut." Lia fühlte sich gerade ein wenig überrollt, war aber auch froh, dass die beiden Männer sich darüber bereits Gedanken machten. Lia ließ rücklings ins Bett zurück fallen und lauschte dem Gespräch der Beiden, wie sie das Zimmer umgestalten wollten.

Sam unterbrach mitten Mal, die Ausschweifungen. "Also bleibt ihr jetzt hier?" Lia hob ihren Kopf ein Stück an, um über Sam hinweg sehen zu können und somit Richard ansehen konnte. Was sie wollte, hatte sie bereits gesagt, doch Richard hatte bisher keine Antwort gegeben. "Mir soll es egal sein, nur werd ich nicht drum rum kommen, immer mal wieder nach New York zu müssen." "Also so wie es schon in Deutschland war?" wollte Sam wissen. Richard nickte, "nur, dass die Flugzeit sich immens verkürzt." Lia strahle über beide Ohren. "Hm? Gut, dann sollten wir uns um ein festes Auto kümmern, auf Dauer mit einem Leihwagen, ist auch nicht das wahre", merkte Sam an. Lia hielt sich aus dem Gespräch raus und ließ sich wieder in die Federn zurück fallen. Wieder nickte Richard zustimmend, murmelte so etwas wie "gut" und verschwand ein weiteres Mal.

Lia drehte sich zu Sam und kuschelte sich an. "Wann meinst du denn, dass du wieder zur NSA kannst?" Sam wollte eigentlich nicht darüber nachdenken, "so bald ich wieder richtig fit bin." "Aha, was machst du da?" wollte Lia schließlich wissen. Sam grinste. "Mich wieder fit machen." Lia musterte Sam mit einem prüfenden Blick, "kannst du das nicht hier machen?" "Nein, das Trainingsprogramm sieht ein bisschen anders aus, als das, was ich hier mache." Lia beließ es dabei, es war ihr erst mal Antwort genug, sie rappelte sich hoch und stand auf. "Wohin?" wollte Sam nun wissen. Lia grinste, "gucken, was Richard anstellt", damit war sie nun endgültig aus dem Schlafzimmer raus und auf dem Weg nach unten.

********************
eben hat es in meinem Kopf noch Sinn gemacht!

Doc_Wuffi

Therapie-Leiter

Beiträge: 806

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: Mitten in der Pampas von NRW

Beruf: ITA und Mediendesign

  • Nachricht senden

182

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:31

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam drehte sich auf den Rücken und seufzte. In Gedanken überlegte er, ob es nicht besser war, Sarahs Zimmer umzubauen. Aber er würde es nicht übers Herz bringen, die verbliebenen Erinnerungen an sie damit aus diesem Haus zu verbannen. Er hatte immer noch keine Ahnung, was ihn erwartete. Immerhin hatte sich jetzt Lambert bei ihm gemeldet, um ihn wieder in seinen Job aufzunehmen. Aber wie lange hätte Lambert auch warten sollen? Sechzehn Jahre? Sam wusste, dass es keine Möglichkeit für ihn gab, auszusteigen. Dafür hatte er zu lange zu gute Arbeit geleistet.

Seine Gedanken schweiften ab. Mit einem Grinsen erhob Sam sich langsam aus dem Bett, was einen kurzen Schwindelanfall verursachte, aber ohne weitere Folgen blieb. 'Die Medikamente', schoss es ihm durch den Kopf. Er durfte sie nicht vergessen, sonst würde er innerhalb kürzester Zeit wieder im Bett liegen. Nachdem er sich in die Küche begeben und dort seine Medizin genommen hatte, machte er sich wieder auf den Weg nach oben. Er öffnete die Tür zum Gästezimmer und verharrte in der Tür. Sein Blick musterte jedes kleine Detail des Raumes. Schließlich lehnte sich Sam mit dem Rücken an den Türrahmen und ließ sich daran herunter rutschen.

In Gedanken versuchte er, sich verschiedene Möglichkeiten des Umbaus vorzustellen. Vor seinem inneren Auge konnte er ein Kind spielend auf dem Boden sehen. Total vertieft saß er regungslos da, bis sich wieder die Überlegungen über seinen Job durchsetzten. Lambert hatte gesagt, sobald er sich fit fühlte. Das hieß wahrscheinlich, dass er spätestens in zwei Wochen anzutreten hatte. Ein flaues Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus. Und trotzdem war er gleichzeitig froh, dass er wieder einen geregelten Tagesablauf bekommen würde.

Richard war wieder in den Fitnessraum gegangen. Seine Gedanken überschlugen sich etwas. Hatte Sam tatsächlich einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht? Zweifelnd stand Richard nun vor den Gewichten, die er vor ein paar Minuten vergeblich zu stemmen versucht hatte. Immerhin hatte er sie einige wenige Zentimeter anheben können, bevor er entkräftet aufgegeben hatte. Im Kopf rechnete er die Zahlen zusammen und multiplizierte sie mit der Zahl, die Sam ihm gesagt hatte. Als er sich das Ergebnis noch mal durch den Kopf gehen ließ, drehte er sich schockiert um. "Hundertvierzig Kilo??" entfuhr es ihm ungläubig. "Der hat sie wohl nicht mehr alle, hm?" murmelte er weiter.

Er bemerkte nicht, dass Lia im Türrahmen stand und ihn lächelnd beobachtete. Stattdessen ließ sich Richard auf dem Boden nieder, direkt neben ein paar Hanteln. 'Fünfzehn Kilo sieht schon besser aus', dachte er sich und begann mit einem wenig Training. Nach fünf Minuten war Richard schon so sehr am Schwitzen, dass er sich seines T-Shirts entledigte, was Lia im Türrahmen einen leisen Pfiff entlockte. Überrascht sah Richard sie an. "Wie lange stehst du schon da?" wollte er wissen. "Lange genug", war ihre Antwort, bei der sie schelmisch grinste.

Richard fiel auf, dass Lia nun sehr viel glücklicher als zuvor wirkte. Er legte die Hantel beiseite, raffte sich auf und ging zu ihr, um ihr einen Kuss zu geben. Danach umarmte er sie und zog sie vorsichtig zu sich. "Und? Wie geht es dir jetzt?" "Gut", gab sie fröhlich zurück. "Was hat Sam gesagt? Kommt er jetzt damit besser klar?" Lia nickte nur stumm. Richard drückte Lia leicht an sich. "Ich werde versuchen, nicht allzu häufig weg zu müssen", flüsterte er ihr leise zu. Er wollte Lia und Sam einfach nicht zu lange allein lassen.

Doc DG

durchgeknallt aber glücklich

  • »Doc DG« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 917

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: mitten inner pampa von sa

Beruf: erzieher und freizeitdoc

  • Nachricht senden

183

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:31

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia lächelte ihn zustimmend an und fing mitten Mal ohne Vorwarnung an zu schmollen, was Richard offensichtlich durcheinander brachte. "Was nun?" "Du hast gar keine Gitarre hier", stellte sie schmollend fest. "Nein, die sind wieder zurück nach Deutschland gegangen." "Aber du hast doch noch welche in New York, oder?" Richard grinste und verstand. "Wenn ich das nächste hin muss, dann bring ich sie mit, versprochen." Ihm schlug ein freudiges Grinsen entgegen, womit er wusste, dass Lia damit leben konnte.

Lia hatte Richard wieder alleine gelassen beim Training und war ins Wohnzimmer gegangen, wo sie sich auf das Sofa setzte. Es war komisch, immer noch. So richtig hatte sie es noch nicht verarbeitete, das nun auch Sam sich auf den Krümel freute und beide Männer sich sogar schon Gedanken gemacht hatten über einen Umbau des Gästezimmers. Sie musste ein wenig Schmunzeln, bei dem Gedanken, dass Richard bei dem Umbau mithelfen würde. Bis jetzt, hatte sie sich noch nicht davon überzeugen können, dass Richard handwerkliche Fähigkeiten hatte. Sie würde sich wohl überraschen lassen müssen.

Lia fiel ein weiters Mal die Stille im Haus auf. Suchend sah sie sich, nach einem Radio um, konnte aber keins entdecken. Ihr Blick fiel auf den Fernseher. Nein, den wollte sie nicht anmachen, nur um die Stille zu durchbrechen. Sie seufzte leise, so ganz ohne Musik konnte sie dann doch nicht und begab sich auf die Suche nach einem Radio. Ein wenig irritiert darüber, dass sie keines finden konnte, setzte sie ihre Suche ein Stockwerk höher fort und sah, dass Sam im Türrahmen des Gästezimmers hockte. Sofort war ihre Sorge um Sam wieder da. "Sam? Ist alles in Ordnung?" Sam löste seinen Blick aus dem Zimmer und sah nun Lia an. "Ja, keine Sorge, mir geht es gut." Die Antwort, ließ Lia zumindest für den Moment wieder ruhiger werden.

"Sam? Warum holst du nicht den Jeep aus Deutschland hierher?" Er blickte Lia immer noch auf dem Boden sitzend an, ehe er sich erhob. "Das würde aber eine Weile dauern, bis der Wagen hier wäre, er müsste verschifft werden." "Hm? Also würde das noch mal gute sechs Wochen dauern, oder?" Sam nickte. Lia ging nicht weiter darauf ein, vielleicht wollte Sam den Wagen auch gar nicht hier haben. Noch einmal überlegte sie, so unbedingt musste sie den Jeep auch nicht wieder sehen. Sie erinnerte sich weswegen sie eigentlich hoch gekommen war. "Sag mal, besitzt du eigentlich kein Radio? Oder hab ich das einfach nur übersehen?" Sam griente sie kurz an, "ich würde mal sagen: übersehen."

Sam und Lia ging nach unten. Hatte Sam doch vor, ein bisschen was zu kochen, nach dem Richard die letzte Tage gekocht hatte. Neugierig blieb Lia in der Küche, auch wenn sie immer noch nicht viel fürs Kochen übrig hatte. Sie wollte sich gerade setzten, als es an der Tür klopfte. Sie sah Sam an, "soll ich?" fragte sie unsicher. "Du wohnst doch nun hier, dann kannst du auch aufmachen", waren Sams erklärende Worte. Lia steuerte die Haustür an und öffnete. "Hallo?!" Lia sah sich Grim gegen überstehen. "Komm rein, Sam ist in der Küche." Lia schloss die Tür, nach dem Grim eingetreten war. "Hey, ich bin Lia!" stellte sich Lia nun Grim vor und hielt ihr die Hand entgegen. "Entschuldige, ich bin Anna Grimsdottir." Lia sah sie verwirrt an, was Grim bemerkte. "Grim?" kam erstaunt von Sam, der nun im Wohnzimmer stand. Sie dreht sich zu Sam. "Hallo Sam, ich wollte eigentlich nur wissen, wie es dir geht. Lambert sagte, dass du krank bist." Lia beobachtete kurz die Beiden, eh sie wieder in der Küche verschwand und die Zutaten fürs Essen inspizierte.

Es war ein wenig Zeit vergangen, in der Sam und Grim immer noch im Wohnzimmer standen, ehe Sam einfiel, dass er eigentlich kochen wollte. Er bat Grim mit in die Küche, wo sie sich zu Lia mit an den Tisch setzte. Bevor ein unangenehmes Schweigen auftreten konnte, sorgte Richard dafür, dass es so weit gar nicht kam. "Lia?" rief er, als er aus dem Keller kam. "In der Küche", antwortete sie. "Wie war das noch mit den Farben? Welche Farben waren Kreativitätsanregend? Gelb? Wäre das eine Farbe fürs Kinderzimmer?" Richard hatte die Küche noch nicht erreicht und unterhielt sich daher quer durch das gesamte Haus mit Lia. Lia wäre am liebsten gerade im Erdboden versunken, auch Sam schien dies nicht sonderlich zu gefallen. Grims Blick sprach tausend Sprachen der Verwirrung.

********************
eben hat es in meinem Kopf noch Sinn gemacht!

Doc_Wuffi

Therapie-Leiter

Beiträge: 806

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: Mitten in der Pampas von NRW

Beruf: ITA und Mediendesign

  • Nachricht senden

184

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:31

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam ließ sich nichts anmerken und beschäftigte sich weiter mit dem Essen. Aus irgendeinem Grund wollte er nicht, dass Grim es erfuhr. Es war für ihn sowieso ein merkwürdiges Gefühl, dass sie bei ihm zuhause aufgetaucht war. Es brachte Sam so durcheinander, dass er sich nicht richtig auf das Kochen konzentrieren konnte. Er legte das Küchenmesser beiseite, wusste er doch, dass er sich sonst nur in die Finger schneiden würde.

Richard betrat die Küche und zog die Stirn kraus, als er Grim dort sitzen sah. "Oh, ich wusste nicht...", begann er. Grims Blick blieb an Richard hängen, der mit vor Schweiß glänzendem freiem Oberkörper in der Tür stand. Als sie beim letzten Mal das Haus betreten hatte, war offensichtlich einiges seines durchtrainierten Körpers von der Kleidung verdeckt worden. Aus ihrer Trance erwachend stellte sich Grim dann vor: "Entschuldigung, ich bin Anna Grimsdottir." Sie hielt Richard die Hand entgegen, welche dieser nachdenklich schüttelte.

Lia nahm ihm die Worte ab: "Das ist mein Mann Richard." Grims Verwunderung stieg. Hatte Sam nicht etwas davon gesagt, dass er eine Beziehung mit Lia hatte? Ihr Blick ging zu Sam, der sich offenbar nicht um die Unterhaltung der Drei scherte. Richard war es, der die Unterhaltung einfach in eine andere Richtung drängte: "Grimsdottir? Ist das nicht ein isländischer Name?" Grim musterte nun wieder Richard, setzte sich und antwortete nickend: "Ja." Wieder brach Stille aus, die schließlich von Sam gebrochen wurde. "Willst du vielleicht was mit Essen?" Grim kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, doch ein bejahendes Nicken brachte sie noch zustande. "Gut, dann alle raus aus der Küche", befahl Sam grinsend.

Grim und Lia setzten sich ins Wohnzimmer, während Richard sich unter die Dusche begab. Grims Blick entging weder ihm noch Lia. Kaum war Richard verschwunden, sagte sie auch: "Glückwunsch. Hübscher Kerl." Sie machte eine kurze Pause, bevor sie Lia fragte: "Aber ist er damit einverstanden, dass du und Sam... na ja... dass ihr Beide ne Art Affäre habt?" Lia wurde klar, dass Grim absolut nicht informiert war, was die Beziehung der Drei anging.

Aus der Küche lauschte Sam dem Gespräch zwischen Lia und Grim. Er war sich nicht sicher, warum er versucht hatte, sie zu küssen, als er bei ihr gewesen war. Würde er etwas Ähnliches wieder versuchen? Nein, er hatte seine Gefühle nun wieder im Griff nach dem ganzen Durcheinander. Erst jetzt kamen ihm die Ereignisse in Argentinien wieder richtig in den Sinn. Darüber hatte er bisher noch gar nicht nachdenken können. Er war froh, dass alle relativ heil aus der Sache heraus gekommen waren, obwohl er damit manchmal gar nicht mehr gerechnet hatte.

Nein, er durfte nicht weiter darüber nachdenken. Genauso, wie er in seinen Einsätzen keine Zeit zum Nachdenken hatte. Einmal hatte er einen Befehl von Lambert verweigert und die Quittung dafür war umgehend gekommen. Er hatte eine Shin Bet-Agentin laufen lassen, die sich auf ihre Art und Weise für sein Geschenk bedankt hatte: mit Schüssen aus einem Scharfschützengewehr. Zum Glück war Sam von Lambert darauf vorbereitet worden, sonst wäre er vermutlich blindlings in die Schussbahn gelaufen.

Sam bemerkte, dass er in Gedanken versunken im Topf rührte. Er musste sich zusammenreißen, um jetzt nicht das gesamte Gericht zu ruinieren. Konzentriert kochte er weiter und bemerkte erst nicht, dass Richard ihm zur Hilfe kam. "Sam?" Richard hatte nun schon zum wiederholten Mal gefragt, ob er ihm helfen könnte. "Oh, entschuldige. Ja natürlich kannst du helfen", gab Sam schließlich zurück. Zusammen dauerte es keine zehn Minuten, bis das Essen fertig war. Einen Moment lang blieben die beiden Männer unschlüssig in der Küche stehen. "Du kommst wirklich damit klar?" fragte Richard vorsichtig nach, weil er sich nicht sicher war. Sam nickte nur stumm und gab Richard einen Kuss, bevor sie das Essen servierten.

"Lambert will dich in zwei Wochen beim Training sehen", sagte Grim während des Essens. "Hab ich mir schon gedacht", gab Sam genervt zurück. "Hey, so kenn ich dich gar nicht", meinte die Computerspezialistin, "normalerweise reißt du dich doch um diesen Job." "Mach du mal nen halbes Jahr Urlaub und werd dann ins volle Trainingsprogramm geworfen", antwortete Sam nachdenklich. Grim musste grinsen, als sie sagte: "Ich werd mir deinen Weg über den Trainingsparcours über die Kameras ansehen." "Soll das eine Drohung sein?" "Nein, ein Versprechen. Wetten wir? Ich glaube nicht, dass du unter zehn Minuten bleibst."

Das Gespräch ging nun hin und her, so dass Richard und Lia während des Essens nur zuhören konnten. "Ich bleibe unter neun!" Sams Ehrgeiz war geweckt. "So? Okay, wenn du länger als neun Minuten brauchst, dann..." Grim brach ab, fiel ihr doch kein vernünftiger Wetteinsatz ein. Sam sprang ein: "Dann darfst du mich einen alten Mann nennen." Grim grinste, war das doch meistens ihr Ansatz zur Rumalberei in Einsätzen mit Sam gewesen. "Einverstanden", erwiderte sie, "und schaffst du es wirklich unter neun Minuten, dann lad ich euch drei zu einem typisch isländischen Essen ein."

Doc DG

durchgeknallt aber glücklich

  • »Doc DG« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 917

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: mitten inner pampa von sa

Beruf: erzieher und freizeitdoc

  • Nachricht senden

185

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:32

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia grinste, "das wäre cool", wofür sie einen seltsamen Blick von Sam erntete. Sie ließ den Blick nicht auf sich sitzen. "He? Was denn? Hab ich ne Ahnung, was das für´n Training sein soll? Also? Ich möchte richtig isländisch essen." Auch Richard grinste, "da hast du deinen Ansporn." "Den hab ich auch so schon", erwiderte Sam. "Hm?" Sams Lippen umspielte ein flüchtiges Grinsen. "Glaubst du ich möchte fortan, 'alter Mann' genannt werden?" Lia musste sich ein Grinsen verkneifen, auch Grim kam nicht ganz drum rum. "Hm? Tja, dann bleiben dir ja nicht mehr viele Möglichkeiten", gab Richard von sich, während er anfing den Tisch abzuräumen. "Sam? Hast du Eis da?" wollte Lia wissen. "Ähm? Eis?" kam leicht verwirrt zurück. "Ja Eis, so was, was man in eine kleine Schüssel tut und mit dem Löffel essen kann, man kann dazu auch Speiseeis sagen." Sam schüttelte nachdenklich den Kopf, "nein, so was hab ich nicht da." "Schade, wir sollten wohl mal eine Einkaufsliste machen, oder?" "Das wäre nicht schlecht", kommentierte Richard von der Arbeitsplatte her.

Lia hatte Richard fix beim abräumen geholfen und war nun dabei, die Spülmaschine einzuräumen. Grim hatte Richard und Lia während der Zeit beobachtet und war immer noch nicht ganz dahinter gekommen, wie diese Beziehung eigentlich ablief. Richard und Sam hatten sich nach draußen auf die Veranda verzogen und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, so das Lia und Grim allein in der Küche zurück blieben. "Dein Mann sagte vorhin was von Kinderzimmer? Ihr habt Kinder?" versuchte Grim nun auf diesem Wege raus zu finden, was es damit auf sich hatte. Lia lächelte, "jein, also rein theoretisch habe ich eine Stieftochter, die is allerdings schon aus dem Kinderzimmeralter raus und hat ein eigene Wohnung", erklärte Lia. "Aha, wieso dann ein Kinderzimmer? Kommt deine Stieftochter auch noch hierher?" "Nein, ich denke nicht, dass es Khira hierher verschlagen würde", Lia merkte selber, wie sie der Kinderzimmerfrage immer wieder auszuweichen versuchte. "Du bist schwanger?" fragte Grim nun gerade heraus. Lia nickte bestätigend und sah Grim an. Man konnte ihre Frage, die Grim auf der Zunge brannte im Gesicht ablesen. Doch Lia wollte aus irgendeinem Grund nicht, dass Grim erfuhr, dass Sam der Vater ist. Noch nicht.

"Das Kinderzimmer deswegen, weil wir noch hier bleiben werden", versuchte Lia die Frage von Grim zu umgehen. "Aha, wie weit bist du denn jetzt?" "14. Woche." Es was das erste Mal, dass Lia mit jemanden darüber sprach, außer Lambert, der nicht zur Beziehung gehörte. "Ach herrje...meine Eltern wissen davon ja auch noch nichts", murmelt Lia leise in sich rein. Das sollte sie wohl dann auch mal bei Gelegenheit nachholen. In der Küche gab es nichts mehr zu tun, "kommst du auch noch einen Moment mit raus?" fragte sie schließlich Grim, beim verlassen der Küche. "Ja, um mich zu verabschieden. Wird Zeit für mich." Lia sollte es egal sein, ob Grim noch blieb oder nicht. Grim schien sehr nett sein und Lia überlegte, ob daraus vielleicht eine Freundschaft entstehen könnte, verwarf den Gedanken jedoch fürs Erste und begleitete Grim noch auf die Veranda.

Lia hatte Sams Platz eingenommen, während dieser Grim zur Tür brachte. "Hast du ihr gesagt, von wem das Kind ist?" fragte Sam im Türrahmen stehend. "Nein, ich kenn sie doch gar nicht, sie muss nicht gleich alles wissen." Mehr wollte Sam nicht wissen. "Wir sollten uns mal überlegen, wie wir das Autoproblem lösen", gab Richard in die Runde. "Wir fahren morgen in die Stadt und sehen uns mal nach einem geeigneten Ersatz um und wenn es die Zeit zulässt, dann werd ich mich darum kümmern, dass mein Jeep aus Deutschland her gebracht wird." Verdutzt sah Lia Sam an. "Zwei Autos?" "Ja, wenn ich wieder meinem Job nachgehen, werd ich jeden Tag den Wagen brauchen. Wollt ihr jedes Mal warten, bis ich wieder hier bin?" Lia verneinte, "Öhm? Wie veranstalte ich das, das ich hier auch fahren kann? Oder muss ich hier etwa noch mal ne Prüfung machen?" Darauf hatte Lia ja nun gar keine Lust. Richard lachte kurz. "Nein, du musst einen internationalen Führerschein beantragen." "Hmpf, und wo?" Richard überlegte, "erst mal kannst du mit deinem Führerschein hier fahren, dass ist kein Problem, nur wenn wir länger hier sind, dann brauchst du einen." Lia war immer noch nicht weiter mit ihrer Frage, "aha, also darf ich erst mal fahren, und dann? Wo hast du denn deinen beantragt?" "Bei der Führerscheinstelle in Berlin." Das war nun etwas, was Lia so gar nicht hören wollte, "och nööö, dann muss ich ja doch zurück nach Deutschland", stellte sie schmollend fest. Sam lenkte ein, "darum können wir uns morgen kümmern, vielleicht kannst du das Ding auch von hier aus beantragen."

Lia hatte nicht unbedingt vorgehabt noch mal nach Deutschland zu fliegen, aber je länger sie darüber nachdachte, desto bewusster wurde ihr, dass es gar nicht anders ging. Schließlich hatte sie nicht so viele Klamotten mitgenommen auf die Tour. Sie kam zu dem Entschluss, dass es wohl so am einfachsten wäre. Sie könnte dann in Ruhe diesen Führerschein beantragen und der Zeit, bis zur Ausstellung, ihre Sachen zusammen packen und dann vielleicht mal ihre Eltern benachrichtigen, was jetzt überhaupt los war. Richard riss Lia aus ihren Gedanken. "Was ist? Worüber denkst du schon wieder nach?" Lia berichtete ohne große Umschweife, was sie gerade gedacht hatte und das sie dies auch noch, wenn möglich, in den kommenden Tagen umsetzten wollte.

Wie Lia geahnt hatte, konnte sie ihren Führerschein nicht aus den Staaten heraus beantragen, sondern musste dies, in der für sie zuständigen Führerscheinstelle tun. Noch am gleichen Tag, wie die Drei in der Stadt waren, hatte Lia sich um einen Rückflug bemüht und einen Anschlussflug, der sechs Tage später, wieder zurück ging in die Staaten. Eigentlich war sie davon ausgegangen, dass sie alleine fliegen würde, doch eine hitzige Diskussion mit ihrem Mann, musste sie eines besseren belehren. Auch Sam war bei dem Gedanken, dass Lia alleine nach Berlin fliegen wollte, nicht wohl, so das er froh war, dass Richard mit fliegen würde.

Lia gefiel der Gedanke nicht, dass Sam mal wieder alleine zurück bleiben würde, doch ausrichten konnte sie dagegen auch nichts. Es tröstete sie auch nicht darüber hinweg, dass Sam in ein paar Tagen wieder seinem Job nach ging und somit nicht den ganzen alleine zuhause sein würde. Sam hatte Richard und Lia zum Flughafen gebracht, obwohl er wusste, dass es für Lia schwierig werden würde, sich einfach so zu verabschieden. "Lia? Du bist, in nicht ganz, einer Woche wieder hier. Ich versprech´ dir, dass bis dahin das Haus noch steht und sich nichts geändert haben wird." Lia sah Sam traurig an. "Wirklich? Versprochen?" Sam gab ihr zur Antwort einen Kuss, "und jetzt seht zu, sonst verpasst ihr noch die Maschine." Richard hatte sich eher freundschaftlich von Sam verabschiedet, musste doch die Öffentlichkeit nicht gleich alles mit bekommen. "Ich werd mich darum kümmern, dass der Jeep auf den Weg gebracht wird", damit war Richard mit Lia Richtung Gate verschwunden.

Als Lia ein paar Stunden später die Berliner Wohnung betrat, wollte sie gleich wieder zurück. "Hmpf, sechs Tage noch", maulte sie. Richard amüsierte das ein wenig. "Glaub mir, die sechs Tage gehen schnell rum, dazu haben wir hier viel zu viel zu erledigen und zu deinen Eltern wolltest du auch noch." "Wir", verbesserte Lia in. "Wir wollen dahin." "Willst du ihnen eigentlich sagen, von wem das Kind ist?" Lia hatte bisher darüber noch so gar nicht nachgedacht und zuckte daher ratlos mit den Schultern. "Keine Ahnung, dazu müssten sie erst mal wissen, dass wir nicht mehr in einer normalen Beziehung leben." Richard war es egal, wie Lia das handeln wollte. Er stand zu der Entscheidung, daraus damals eine Dreierbeziehung gemacht zu haben.

Lia und Richard waren von dem Flug und dem Jetlag stehend K.O. und ließen daher alles stehen und liegen und gingen ins Bett, nach dem sie sich noch bei Sam gemeldet hatten.

********************
eben hat es in meinem Kopf noch Sinn gemacht!

Doc_Wuffi

Therapie-Leiter

Beiträge: 806

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: Mitten in der Pampas von NRW

Beruf: ITA und Mediendesign

  • Nachricht senden

186

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:32

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard schreckte auf, als es an der Tür klingelte. Verschlafen und total gerädert kämpfte er sich aus dem Bett. "Wo willst du denn hin?" murmelte Lia noch halb schlafend. "Es hat geklingelt", gab Richard zurück, während er sich eine Trainingshose überzog. Anschließend machte er sich auf den Weg zur Tür, welche er ohne durch den Spion zu schauen aufriss. "Emu?" "Schön, dass du auch mal wieder hier bist und mir gar nicht Bescheid gibst", stellte sein Gegenüber fest. "Entschuldige, das hätte ich bestimmt heute nachgeholt. Oder morgen", antwortete Richard und ließ Emu in die Wohnung. "Lia? Es ist Emu", rief er in die Tiefen der Wohnung, damit auch sie wusste, was los war.

Zusammen gingen die beiden Herren ins Wohnzimmer und ließen sich dort auf dem Sofa nieder. "Wie kommt ihr mit der Argentinien-Sache klar?" fragte Emu und musterte Richard dabei genau. "Ich würd sagen, ganz gut", gab der zurück. "Und was ist mit Sam?" Bei dieser Frage sah sich der Manager suchend um. "Ist in den Staaten. Er müsste..." Richard suchte einen Kalender, fand zwar keinen, aber erinnerte sich dann daran, welches Datum heute war und beendete daher seinen angefangenen Satz: "... heute wieder anfangen zu arbeiten." "Klingt gut, also ist bei ihm auch wieder alles in Ordnung?" "Na wenn er doch arbeiten kann?"

In Towson lag Sam wach im Bett. Es waren sechs Stunden Zeitunterschied nach Berlin und da es bei Sam erst drei Uhr in der Früh war, musste es in Deutschland gegen neun sein. Sam vermisste Lia und Richard. Es war ein Grund, warum er die letzten Tage nicht richtig schlafen konnte. Ein anderer Grund war, dass er für seine Verhältnisse zu viel geschlafen hatte in den letzten Wochen. Selbst sein Training konnte das nicht ausgleichen.
Training. Heute musste er mal wieder über einen der Trainingsparcours der NSA. Es war keine Frage, dass er ihn problemlos hinter sich bringen würde. Das Einzige, was ihn beschäftigte, war die fehlende Antwort nach der Zeit. Neun Minuten. Hatte er sich verschätzt? Würde das wirklich reichen, um den Parcours hinter sich bringen? Sam setzte sich auf und seufzte. Er würde es bald wissen.

Sam erhob sich vom Bett und schlenderte im Dunklen Richtung Bad. Als er das Licht einschaltete, musste er blinzeln. Die grelle Helligkeit blendete ihn jedes Mal, war er doch eher die Dunkelheit gewohnt. Nach einer kurzen Dusche zog Sam sich im Schlafzimmer seine "Arbeitskleidung" an. Sie unterschied sich nicht sonderlich von seiner normalen Kleidung: schwarzes T-Shirt und dazu eine schwarze Cargohose. Er ging die Treppe herunter in die Küche, suchte sich dort ein kleines Frühstück zusammen und saß gedankenverloren am Tisch. Sollte er in Deutschland anrufen?

Er entschied sich dagegen. Es würde Lia nur in helle Aufruhr versetzen, dass er jetzt schon wach war. Trotzdem nahm er sein Handy, wählte aber Lambert an. "Sam? Du bist schon auf?" Sam verzog das Gesicht, hatte Lambert doch genau das gefragt, was Lia auch hätte wissen wollen. "Nein, ich schlafe noch", gab er grimmig zurück. Lambert lachte. "Das erklärt natürlich alles." "Außerdem könnte ich dich dasselbe fragen", erwiderte Sam, worauf Lambert entgegnete: "Du weißt doch, dass ich nie schlafe." Es entstand eine kurze Pause, bevor der Angerufene fragte: "Was gibt es denn? Ist irgendetwas passiert?" Zuerst grinste Sam ein wenig, doch dann sagte er: "Ich könnte nen Wagen gebrauchen und wollte fragen, ob da irgendwas machbar wäre."

Lambert dachte einen kurzen Moment nach. "Wenn es dir nichts ausmacht mit dem alten Toyota durch die Gegend zu gondeln?" Sam seufzte, hatte er doch genau diese Antwort befürchtet. "Immer noch besser als der Leihwagen", kam trotzdem von ihm. "Okay, ich reservier dir die Karre. Wann trudelst du ein?" "Ich werde jetzt losfahren und den Wagen am Flughafen abliefern, also ich denke mal, so gegen fünf." "Gut." Ohne sich voneinander zu verabschieden legten beide auf. Sam warf einen letzten Blick durch das Wohnzimmer, bevor er sich auf den Weg machte.

Sam stand vor der Tür zum Parcours. Lambert hatte sich gerade in Richtung des Kontrollraumes von ihm verabschiedet. "Sam?" meldete er sich nun schon über die Implantate. Einen Moment lang zögerte er zu antworten. "Kannst du mich hören?" "Ja doch", gab Sam dann schließlich zurück. "Okay, du weißt, wie das Ganze funktioniert, oder?" "Willst du mich für dumm verkaufen?" "Na dann leg los." Sam wusste, sobald er die Tür öffnete, würde die Zeit laufen.

Obwohl es sich um ein Training handelte, war Sam komplett ausgerüstet. Sogar die Waffen musste er mit sich herum schlören. Aber immerhin sollte es ihn ja auf den Echteinsatz vorbereiten. Sam aktivierte auf seinem OPSAT einen Countdown, der ihn nach neun Minuten daran erinnern würde, dass die Zeit um war. "Oh, brauchst du Motivation?" hörte er Grim über seine Implantate sagen. Das Grinsen, das sie dabei im Gesicht hatte, konnte Sam förmlich vor sich sehen. "Wir werden ja sehen, wer hier zuletzt lacht", antwortete Sam leise und öffnete die Tür.

Es war dunkel, daher aktivierte Sam sein Nachtsichtgerät. Er wusste, dass der Parcours tagtäglich umgebaut wurde. Aber genau das machte den Reiz am Training aus. Die klinkenlose Tür war hinter Sam ins Schloss gefallen, es gab nun kein Zurück mehr. Suchend sah er sich um und entdeckte schnell den schmalen Lüftungsschacht, durch den er sich in den nächsten Raum zwängte. "Könnt ihr die Dinger nicht mal breiter machen?" schimpfte er, als er den Schacht am anderen Ende wieder verließ. "Wir können keine Rücksicht darauf nehmen, dass du zunimmst", antwortete ihm Lambert lachend.
Wieder sah Sam sich um. Er wusste, dass ihn in jedem Raum eine Wache erwarten konnte. Er schaltete einmal kurz die Nachtsicht aus, um sich zu vergewissern, wie dunkel es wirklich war, nur um sie direkt danach wieder einzuschalten. Auf der anderen Seite des Raumes war eine Aufzugtür. Sam wollte sich gerade dorthin auf den Weg machen, als er aus den Augenwinkeln eine Haftmine bemerkte. "Prima, ihr lasst auch nichts aus, hm?"

Es handelte sich natürlich nur um eine Attrappe, aber trotzdem würde er sie deaktivieren müssen. Es dauerte nur Sekunden und Sam hatte freie Bahn zum Aufzug. Er betätigte die Taste um den Lift zu rufen. Die Türen öffneten sich sofort langsam und Sam warf einen Blick in die Kabine. Nichts. Er schaltete das Nachtsichtgerät aus, da der Aufzug hell erleuchtet war. Ein kurzer Blick genügte, um zu wissen, dass die Lampe unter der Decke nicht zerstörbar war, daher nahm Sam seine Pistole und betätigte das OCP, das einen elektromagnetischen Impuls aussandte und die Lampe zumindest für einen Moment ausschaltete.

Mit wieder eingeschaltetem Nachtsichtgerät musterte Sam die Decke des Aufzugs und fand schließlich den Wartungsschacht, den er öffnete und sich hindurchzwängte. Die Leiter im Fahrstuhlschacht führte bis ganz nach oben und Sam kletterte schnell hinauf. Oben angekommen hangelte er sich an einem Rohr entlang zu einem Vorsprung, von dem aus er sich in einen weiteren Lüftungsschacht hievte. Der nächste Raum war genauso dunkel, wie die zwei davor und die einzige Schwierigkeit bestand darin, die Tür zu öffnen. Zuerst musste Sam einen Retina-Scanner hacken, um überhaupt erst einmal das Schloss frei zu geben. Hätte er einen Einweg-Dietrich gehabt, er hätte ihn wohl benutzt.

Mit flinken Fingern öffnete Sam mit seinen Dietrichen das Schloss. Aus einem Gefühl heraus schob er das optische Kabel unter der Tür her. Zum Glück, denn sonst hätte er sich direkt einem Wachmann gegenüber gesehen. Sam grinste, konnte er sich doch auf seine Ahnungen gut verlassen. Mit einem lauten Knall brach er die Tür auf. Der Wachmann bekam das Türblatt in den Rücken, stolperte quer durch den kleinen Raum und ging an der gegenüberliegenden Wand bewusstlos zu Boden. "Sam!?" hörte er Lambert ungläubig über seine Implantate. "Gibt nur ein paar blaue Flecken", erwiderte Sam grinsend, ging dabei aber schon auf die nächste Tür zu.

Wieder meldete sich ein seltsames Gefühl bei Sam und mit dem optischen Kabel wurde seine Vermutung bestätigt. Der nächste Raum hatte es in sich. Eine Wache patrouillierte im hell erleuchteten Zimmer. Hinzu kam eine Kamera, die sich aber glücklicherweise direkt über der Tür befinden musste, durch die Sam nun wollte. Auf der anderen Seite befand sich seine Ausgangstür, geschützt durch einen Zahlencode. Leise öffnete Sam die Tür, nachdem er die Optik wieder verstaut hatte. Einen Moment lang betrachtete er die Kamera über sich.
Aus der Erfahrung heraus wusste er, dass sie keinen Nachtsichtmodus besaß, daher zielte er mit dem OCP auf die Lampe, die in einem Flackern erstarb. Sofort hatte Sam das Nachtsichtgerät wieder aufgesetzt und stürmte zu dem Wachmann, denn er in einen Würgegriff nahm und in den dunklen Raum zerrte, bevor das Licht wieder an ging. Dort fragte er nach dem Zugangscode für die nächste Tür, welcher ihm auch bereitwillig von der Wache mitgeteilt wurde.

Ein wenig mehr zudrückend schickte er dann den Mann ins Land der Träume. Mit einem gezielten Schuss setzte er die Kamera außer Gefecht und ging zur Tür. Schnell tippte er den vierstelligen Code über die Zahlentastatur ein und die Tür gab durch ein Klicken zu verstehen, dass sie geöffnet werden konnte. "Sam? Vier Minuten sind um", kam es nun von Grim. Doch Sam beachtete sie nicht, sondern setzte unbeirrt seinen Weg fort. Im nächsten Raum erklomm er an einem Seil eine Luke, von dort aus hangelte er sich an einem Vorsprung zu einer weiteren Öffnung in der Wand. Langsam merkte Sam die Anstrengung. Er hatte einen kurzen Moment Schwierigkeiten, sich in die Öffnung zu hieven, schaffte es dann aber doch. Noch entschlossener als vorher kroch er geduckt durch den schmalen Gang. Er wollte Grim nicht gewinnen lassen.

Der folgende Raum war am Boden mit Wasser bedeckt und Sam ahnte, dass dort eine elektrische Spannung drauf liegen würde. Er wollte es lieber nicht ausprobieren, packte das Rohr und hangelte sich bis zur gegenüber liegenden Seite. Dort schwang er die Beine über das Rohr und ließ seinen Oberkörper herab baumeln. Mit dem Messer durchschnitt er die Kabel, die in das Wasser führten. Schnell fasste er das Rohr wieder und ließ sich auf den Boden hinab. Er hatte keine Zeit zu verlieren. Als er durch die nächste Tür kam, sah Sam den üblichen Parcours vor sich. Rennen, springen, klettern. Am Ende des Parcours war noch eine Wache unterwegs. Sam sprang an der Wand hoch und stützte sich mit beiden Beinen ca. vier Meter über dem Boden an den Wänden ab. Er ließ sich direkt auf die Wache fallen. Bewusstlos sackte der Mann zusammen. Eine letzte Tür noch.

Sam wusste, dass er nicht mehr viel Zeit hatte. Umständlich fummelte er mit den Dietrichen im Schloss herum. "Komm schon", murmelte er gehetzt. Er spürte den Alarm des OPSATs. Die Zeit darauf war abgelaufen, aber er hatte noch ein paar Sekunden. Mit einem Ruck riss Sam die Tür auf, nachdem er das Schloss endlich bezwungen hatte. Grim und Lambert erwarteten ihn schon im nachfolgenden Raum. "Und?" fragten er Grim erwartungsvoll. "Acht Minuten und achtundfünfzig Sekunden. Gute Arbeit, Sam."

Doc DG

durchgeknallt aber glücklich

  • »Doc DG« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 917

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: mitten inner pampa von sa

Beruf: erzieher und freizeitdoc

  • Nachricht senden

187

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:32

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia quälte sich, genauso, wie ihr Mann zuvor aus dem Bett und tapperte verschlafen ins Wohnzimmer. Sie murmelte ein "Morgen" drückte kurz Emu zur Begrüßung und gab ihrem Mann einem Kuss. Sie wollte sich wieder bei Richard einrollen, doch ein flaues Gefühl in ihrer Magengegend wusste dies zu verhindern. "Hmpf, och nee, nicht doch", schnell war sie wieder von der Couch hoch und im Bad verschwunden. Etwas verwundert sah Emu ihr hinterher. "Hat sie sich was eingefangen?" ging daher fragend an Richard. Dieser grinste nur und schüttelte den Kopf.

Ein paar Minuten später, war Lia wieder aus dem Bad erschienen. "Das hört aber schon noch mal wieder auf, oder?" "Keine bange, wird es." Emu sah zwischen den Beiden hin und her. "Mir is doch irgendwas entgangen, oder?" Lia ließ sich nun endlich an Richards Seite auf die Couch plumpsen und kuschelte sich an. "Geht´s wieder?" Sie nickte nur, da sie immer noch nicht ganz wach war und beobachtete dabei Emu, der vor Neugier zu platzen schien. "Lia? Ist wirklich alles in Ordnung mit dir?" Ein nuschelndes und murmelndes "Ja klar", war ihre Antwort. "Liiiaaa?!" Emu wollte es genauer wissen. Sie grinste schelmisch, "schon gut, mir geht es ausgezeichnet, ehrlich." Richard stupste sie leicht an, was auch Emu nicht verborgen blieb. "Was ist das hier für eine Geheimnistuerei?" Lia grinste, "och menno...bist du ganz schön neugierig", gab sie in Emus Richtung ab.

Emu bedachte Lia mit einem komischen Blick. "Also? Was ist los?" Lia grinste immer noch, wurde ihr doch von Tag zu Tag immer ein Stückchen mehr bewusst, dass da etwas in ihr heranwuchs, "ich bin schwanger." Der erstaunte Gesichtsausdruck von Emu, ließ Lia nur noch weiter freudig grinsen. Nun wollte Emu ganz genau wissen, was Sache war und horchte daher Richard und Lia aus. "Es spielt keine Rolle von wem der Krümel ist", sagte Lia. "Na ja, dass mag für euch keine Rolle spielen, aber offiziell wird es immer das Kind von Richard sein, das muss dir klar sein", gab Emu zu bedenken. "Keine bange, damit werd ich wohl klar kommen." "Heißt das, dass du nicht weiß wer der Vater ist oder das du es nicht wissen willst?" musste Emu noch mal genauer nachfragen. "Emu? Selbst wenn es so ist, ist es mir egal." Verwirrt sah Emu Richard an. "Für mich ist es nicht wichtig, wer der Vater ist", erklärte Richard noch einmal. "So lange ihr damit klar kommt, bitte. Ich misch mich da nicht ein." Lia merkte, dass es Emu ein wenig bedrückte, dass sie ihm nicht sagen wollte, wer der Vater ist und seufzte. "Emu? Das Kind ist nicht von Richard, aber du hast selber eben gesagt, dass es offiziell sowieso keine andere Version geben wird, deshalb hab ich auch gesagt, dass es egal ist, wer von den Beiden der Vater ist." Zum wiederholten male, sah Emu erstaunt Richard an. "Was?" fragte dieser etwas überspitzt. "Öhm? Nichts schon gut, du erstaunst mich halt immer wieder."

Lia lachte kurz, eh sie sich von der Couch erhob und ins Schlafzimmer ging, um sich umzuziehen. "Lia?" rief Richard Richtung Schlafzimmer und bekam ein kurzes "Ja?" zu hören. "Wir haben eh nichts hier, zum frühstücken, lass uns in der Stadt einen Kleinigkeit frühstücken und dann den ganzen Kram erledigen." Umgezogen stand Lia wieder im Wohnzimmer. "Auch gut, magst du mitkommen?" richtete sie ihre Frage an Emu. Dieser wirkte grad etwas abwesend, bejahte jedoch die Frage. "Ich geh kurz duschen, danach können wir dann los." Somit war Richard im Bad verschwunden.

Einige Zeit später, fanden sich die Drei in einem kleinen Café wieder, um ein bisschen was zu frühstücken. Lia war irgendwie hibbelig, wollte sie doch gleich noch zur Führerscheinstelle, um ihren internationalen Führerschein beantragen zu können.

********************
eben hat es in meinem Kopf noch Sinn gemacht!

Doc_Wuffi

Therapie-Leiter

Beiträge: 806

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: Mitten in der Pampas von NRW

Beruf: ITA und Mediendesign

  • Nachricht senden

188

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:33

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam und Grim saßen sich in der Kantine der NSA gegenüber. Beide waren mit dem Essen bereits fertig und sahen sich an. "Hör auf zu Grinsen", fuhr Grim ihren Gegenüber an. Sie war nicht verärgert, daher musste auch sie bei diesen Worten leicht lächeln. "War wohl nix, hm?" Sam konnte es einfach nicht lassen. "Warte ab, irgendwann kommt der Tag, da gewinne ich die Wette." Es setzte sich jemand zu den Beiden an den Tisch. "Na? Verhandelt ihr schon über die nächste Wette?" Lambert hatte genau gewusst, dass Grim Sam herausfordern würde.

Die Beiden sahen ihren Chef grinsend an. "Ich störe ja nur ungern eure traute Zweisamkeit und eure fröhliche Laune, aber nach der Mittagspause solltet ihr euch wieder eurem Job widmen." Sowohl Grim als auch Sam verzogen das Gesicht. "Was hast du denn jetzt schon wieder vor?" fragte Grim. "Du musst unsere Firewall aktualisieren", antwortete Lambert, "und du, Sam, du wirst dich zur Trainingshalle begeben. Dort wartet Chen auf dich." "Chen? Oh nein, Lambert. Bitte nicht. Alles, nur nicht das", maulte Sam. Lambert grinste, wusste er doch, dass Sam gegen den kleinen Chinesen beim Kampfsport wenig Chancen hatte. "Also gut", lenkte er ein, "dann geh ne Runde Schwimmen."

Grim hatte sich mit einem Notebook am Rande der Schwimmhalle niedergelassen und arbeitete an der Firewall. Zwischendurch beobachtete sie immer wieder Sam, der seine Runden im Schwimmbecken drehte. Eigentlich hatte sie gedacht, dass er nach der langen Pause ein wenig außer Form sein würde, doch sie hatte sich eines besseren belehren lassen müssen. Drei Stunden waren seit dem Mittagessen vergangen und endlich hatte sie es geschafft, die von Lambert verlangte Aktualisierung zu beenden. Daher klappe sie das Notebook zu und ließ ihren Blick zu Sam schweifen.

Es dauerte keine fünf Sekunden, da hatte Sam ihren Blick schon bemerkt. "Schon fertig?" rief er ihr aus dem Becken zu und schwamm an den Rand. Sie nickte nur und beobachtete, wie er sich aus dem Wasser hievte. Für einen Außenstehenden war es offensichtlich, dass sich die Beiden näher gekommen sein mussten. Sam blieb einen Moment auf den warmen, beheizten Fliesen sitzen, bevor er sich hinlegte. Noch nie hatte er ein Training als so anstrengend empfunden. Grim rutschte näher an ihn heran. "Du wirst wohl doch alt, hm?" neckte sie ihn. Sam antwortete darauf nicht, sondern atmete erstmal tief durch. Grim musterte ihn von oben bis unten. "Was wird das? Ein Scan?" fragte Sam lachend. Zuerst antwortete sie nicht, doch als sie sanft die Narbe in seinem Gesicht berührte, sagte sie: "Die ist neu, oder?" Sam nickte nur und begann dann schelmisch zu Grinsen. "Oh nein, tu das nicht!" Grim wusste sofort, was er vorhatte, doch sie war nicht schnell genug auf den Beinen und fand sich nur Sekunden später im Wasser wieder.

Lambert, der gerade die Halle betrat, schüttelte grinsend den Kopf. "Da muss der werdende Papa schon mal üben, hm?" murmelte er leise in sich herein, so dass es niemand hören konnte. "Was wird das hier?" fragte er in strengem Ton nach. Er war nun mal der Chef. "Wir sind hier doch nicht im Kindergarten!" Das Grinsen auf seinem Gesicht verriet ihn. Sam, der immer noch auf den warmen Fliesen lag, antwortete: "Willst du auch ne Runde Schwimmen?" "Nee, meine Frau dreht am Rad, wenn ich so nass nach Hause komme." An Grim gewandt fragte er: "Und? Wie ist das Wasser?" Dafür erntete er einen grimmigen Blick, bevor sie sich daran machte, aus dem Becken zu klettern.

Doc DG

durchgeknallt aber glücklich

  • »Doc DG« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 917

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: mitten inner pampa von sa

Beruf: erzieher und freizeitdoc

  • Nachricht senden

189

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:33

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Das kleine Frühstück in dem Café dauerte länger, als es angedacht war. Zu sehr waren Lia und Richard noch geschafft von dem Flug und konnten sich nur schwer an die Zeitverschiebung gewöhnen. Richard hatte ganz nebenbei Emu informiert, dass sie wieder zurück in die Staaten fliegen würde, so bald sie hier alles erledigt hatten. "Hmpf, euer Ernst? Na toll, aber ich möchte wissen, wenn der Krümel dann da ist." Lia nickte, "keine sorge, wir werden dich schon nicht vergessen, dafür wirst du schon sorgen, wie?" Richard grinste. Wusste er doch, dass Emu es durchaus raus hatte, immer wieder auf sich aufmerksam zu machen.

In den kommenden Tage waren Lia und Richard damit beschäftig alles so weit zu erledigen. Richard hatte dafür gesorgt, dass der Jeep von Sam sich auf den Weg machte, Richtung Staaten. Lia hatte ihren Führerschein beantragt und wartete nun sehnsüchtig darauf, dass sie ihn sich abholen konnte. Während der Wartezeit, hatte Lia es mehrmals geschafft, Richard total aus der Fassung zu bringen, so dass er beschloss, die letzten zwei Tage mit Lia zu ihren Eltern zu fahren.

Nach dem Lia nun auch ihre Eltern über ihre Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt hatte, gab es für sie, so gut wie kein halten mehr. Die Führerscheinstelle hatte ihr zugesichert, dass der Führerschein in fünf Tagen fertig sein würde und zum Abholen bereit lag. Auf dem Rückweg von ihren Eltern zurück nach Berlin, quengelte Lia so lange, bis sie Richard so weit hatte, dass dieser direkt im Anschluss zur Führerscheinstelle gefahren war, damit Lia endlich das heiß ersehnte Dokument abholen konnte. "Bist du nun zufrieden?" fragte Richard immer noch etwas gereizt, versuchte sich jedoch schon wieder zu beruhigen und schob die Quengelei von Lia auf die Hormone der Schwangerschaft. Lia fiel ihrem Mann glücklich um den Hals und gab ihm zur Antwort einen Kuss.

"Wirst du jetzt die letzten Stunden, bis zum Abflug noch überleben? Oder sollte ich mich so lange vielleicht, woanders einquartieren?" Lia schmollte. "Manno, nein. Nicht woanders einquartieren, hier blieben." Richard seufzte und hoffte einfach darauf, dass Lias Schmollen und das Quengeln aufhören würde, sobald sie wieder in Maryland waren. Zurück in seiner Wohnung, packte sich Richard die letzten Stunden noch ins Bett. Er war total geschafft, was nicht zu letzt wohl auch durch Lia kam. Vorsichtig steckte Lia die Nase ins Schlafzimmer, bevor sie sich neben Richard aufs Bett legte und sich bei ihm einkuschelte.

********************
eben hat es in meinem Kopf noch Sinn gemacht!

Doc_Wuffi

Therapie-Leiter

Beiträge: 806

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: Mitten in der Pampas von NRW

Beruf: ITA und Mediendesign

  • Nachricht senden

190

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:34

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam saß zusammen mit Lambert, Grim und Redding in der Einsatzzentrale von Third Echelon. "Wir wollen, dass du uns einen Splinter Cell ausbildest", sagte Lambert, der im Raum auf und ab schritt. Normalerweise würde Sam gereizt auf diese Anweisung reagieren, doch seine Reaktion bestand darin, dass er einfach fragte: "Wieso?" "Wir wollen sehen, wie du dich als Ausbilder machst", gab sein Chef zurück. Sam zog die Augenbrauen hoch. "Hm? Wollt ihr mich aufs Altenteil verabschieden?" Grim kicherte. "Zumindest wollen wir dich ein wenig entlasten und auf keine Undercover-Missionen mehr schicken", antwortete Lambert. Sam nickte zustimmend, was alle Anwesenden überraschte.

"Wen darf ich denn über den Parcours hetzen?" wollte Sam nur wissen. Immer noch erstaunt von Sams Reaktion nahm Lambert eine Akte vom Tisch und drückte sie Sam in die Hand. "Russell Williams", begann Lambert zu erzählen, während Sam die Akte durchblätterte, "er ist seit fünf Jahren bei den Navy SEALs, hat davor eine Blitzkarriere bei der Army hingelegt. Er ist der erste aussichtsreiche Kandidat seit Jahren. Montag fängt er hier an. Wir werden ihm erste eine Woche Eingewöhnungszeit gönnen, dann hast du ihn am Hals." Sam nickte nachdenklich und sagte: "Wir werden sehen, wie er sich macht."
Damit beendete Lambert die Sitzung und blieb alleine mit Sam in der Zentrale zurück.

Kaum hatte sich die Tür geschlossen, fragte er: "Wann kommt denn Lia zurück?" Überrascht sah Sam ihn an. "Der Flug geht heute. Mal sehen, wie lange es dauert." Einen Moment dachte er nach, bevor er eine Vermutung äußerte: "Du machst das wegen ihr und dem Wurm, hm?" Lambert nickte stumm. "Lambert, deswegen brauchst du aber nicht..." Sam wurde mitten im Satz unterbrochen. "Ich soll dich ganz normal in den Einsatz schicken? Und was sag ich Lia, wenn wir dich irgendwo am Arsch der Welt verlieren?" Sam sah ihn nur stumm an. Er wusste, dass Lambert Recht hatte. "Mach den Rest des Tages frei", zwinkerte ihm sein Chef noch zu, bevor auch er die Zentrale verließ.

Sam war nicht direkt nach Hause gefahren, sondern hatte vorsichtshalber noch ein wenig eingekauft. Nur zwei Stunden nachdem er sein Haus erreicht hatte, stand mit einem Mal Grim vor der Tür. "Was willst du denn hier?" Sie war bepackt mit Einkaufstüten. "Nette Begrüßung", kommentierte sie und stellte fest: "Würdest du mir bitte mal helfen?"

Grinsend nahm Sam ihr zwei der vier Tüten ab und ließ sie eintreten. "Danke", sagte sie und stürmte direkt die Küche. Sam ging ihr neugierig hinterher und fragte: "Was wird das?" "Lambert erwähnte, dass Lia und ihr Mann heute wieder kommen. Und ich hatte euch doch noch ein Essen versprochen." "Aber das muss doch nicht heute sein", erwiderte Sam. "Doch, heute", grinste Grim. "Du holst die Beiden vom Flughafen ab und ich kümmere mich zwischenzeitlich um das Essen."

Doc DG

durchgeknallt aber glücklich

  • »Doc DG« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 917

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: mitten inner pampa von sa

Beruf: erzieher und freizeitdoc

  • Nachricht senden

191

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:34

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia war auf dem Flug zurück nach Maryland eingeschlafen, so dass Richard ein bisschen die Ruhe genießen konnte. Kurz vor dem Landeanflug, musste er sie jedoch wecken, was sie ihm mit einem Murren dankte. "Lia? Wir sind gleich da", flüsterte er ihr ins Ohr, womit er erreichte, dass Lia erstaunlich schnell wach wirkte.
Als die Beiden die Halle des Flughafens erreichen, suchte Lia systematisch alles nach Sam ab. Sie hoffte, dass er sie abholen würde. Doch bis jetzt hatte sie Sam nicht entdecken können. "Dann nehmen wir uns halt ein Taxi, is doch nicht schlimm." Lia stimmte stumm nickend zu und folgte ihrem Mann durch die Halle Richtung Ausgang.

Richard fing an zu grinsen, als er Sam erspähte, da Lia ihn noch nicht bemerkt hatte. "Lia?" Sie blickte auf und folgte Richards Blick in Richtung Sam. Ihr Gesicht erhellte sich schlagartig. "Saaaam!" Sie hüpfte ihm entgegen und fiel ihm um den Hals. "Mach langsam", mahnte Sam sie. Ihre Antwort darauf: ein Kuss. Richard begrüßte Sam freundschaftlich, eh sie zusammen den Ausgang ansteuerten und zu Sams Haus fuhren.

Lia war schon im Haus drin und wunderte sich ein wenig, dass es so lecker nach Essen roch. Noch bevor sie Sam fragen konnte, erblickte sie Grim und grinste. "Wettschulden einlösen?" Grim nickte, "willkommen zurück." "Danke, bin auch ganz froh wieder hier zu sein." Lia wuselte noch einmal raus zum Auto, war doch genug Gepäck vorhanden, dass rein gebracht werden musste. "Du hast Grim gefunden?" Lia nickte, "jo, tobt inner Küche rum." "In der Küche?" fragte Richard nach, "was macht sie denn da?" "Na ihre Wettschuld einlösen", erklärte Lia, während sie die letzten Taschen ins Haus brachte.

Richard grinste Sam an, "aha, dann hast du also dein Training unter neun Minuten geschafft. Schön." Bevor Richard und Sam in die Küche gingen, gab Richard Sam noch einen Kuss, was Lia mal wieder verträumt beobachtete. "Ich hoffe ihr habt Hunger?" wollte Grim aus der Küche wissen. "Ja klar", antwortete Lia stellvertretend für die beiden Männer und sich selbst. "Gut, ist auch gleich fertig." Lia hatte es endlich geschafft ihren Blick von Richard und Sam zu lösen und wandte sich nun Grim zu, um ihr ein wenig zu helfen.

********************
eben hat es in meinem Kopf noch Sinn gemacht!

Doc_Wuffi

Therapie-Leiter

Beiträge: 806

Registrierungsdatum: 18. Oktober 2006

Wohnort: Mitten in der Pampas von NRW

Beruf: ITA und Mediendesign

  • Nachricht senden

192

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:35

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Das Essen verlief schnell, trotz der anhaltenden Unterhaltungen. Beim Abräumen war Sam dann Grim behilflich, während Richard und Lia erstmal ihre Koffer ausräumten. Als endlich alle Vier im Wohnzimmer Platz gefunden hatten, schlug Grim vor, noch einen Film im Kino zu schauen. Sam musterte daraufhin einmal kurz Lia und Richard, die allerdings noch einen recht frischen Eindruck machten. Zu viert machten sie sich dann auf den Weg ins Kino. Damit Grim direkt nach Hause fahren konnte, fuhr sie mit ihrem Wagen. Lia leistete ihr dabei Gesellschaft und ließ damit die Männer im alten NSA-Toyota allein.

Richard musterte Sam beim Fahren von der Seite. "Ansonsten ist alles bei dir in Ordnung?" fragte er den Fahrenden. Er hatte irgendwie nicht das Gefühl. "Hm? Was sollte denn nicht stimmen?" antwortete Sam überrascht in einer Gegenfrage. "Keine Ahnung", gab Richard zurück. Sam musste Richard angrinsen. "Im Augenblick ist alles bestens", sagte er dann. "Und was ist mit Grim?" "Wir sind halt befreundet, mehr aber auch nicht." Einen Moment lang schwiegen die Beiden sich an. "Und wie war es in Berlin?" fragte Sam schließlich. "Emu hat sich beschwert, dass er mal wieder rein gar nichts mitbekommt", stellte Richard lachend fest.

"Er ist ja auch ganz schön weit ab vom Schuss", erwiderte Sam, sich immer noch auf die Straße konzentrierend, "was sagt er denn dazu, dass Lia schwanger ist?" Verwundert sah Richard ihn an. Noch nie hatte Sam so offen darüber gesprochen. Er musste augenscheinlich genug Zeit gehabt haben, über Lias Schwangerschaft und seine vermutlich kommende Vaterrolle nachzudenken. Und so wie es sich anhörte, hatte er sich damit endlich arrangieren können. "Na ja, er sieht Probleme darin, dass es für die Presse wohl mein Kind sein sollte", seufzte er. Sams Blick ging zu Richard, nur aus den Augenwinkeln sah er noch die Strasse. Er schien einen Moment zu überlegen, bevor er seine Meinung kundtat: "Eigentlich ist das keine schlechte Idee. Es würde mir meinen Job erleichtern."

"Was genau machst du eigentlich?" wollte Richard wissen. Sam war ein Informationsbeschaffer, aber er wollte er jetzt genau wissen. "Kein Wort zu Lia oder sonst wem darüber, wenn ich es dir jetzt erzähle." Sams Ton duldete keinen Widerspruch. Richard nickte nur bestätigend. Er wusste, dass er nun Informationen bekommen würde, die "Top Secret" waren. "Stell dir vor, du hast eine Firma und benutzt diese zum Beispiel zur Geldwäsche." "Okay." "Die NSA bekommt Wind davon und schickt mich los, weil sie interne Daten braucht. Ich warte also, bis es dunkel ist und breche praktisch ein. Aber ohne, dass mich jemand sieht oder ich auch nur eine Spur hinterlasse."

Richard glaubte seinen Ohren kaum zu trauen. "Ein unsichtbarer Spion?" "So ungefähr. Ich hab nen Haufen Zeug an modernem Spielzeug dabei. Damit kann man sich durchaus unsichtbar machen. Und dann hacke ich deinen Server, hole die Daten und du bist erledigt." Sam grinste. "Ist das nicht gefährlich?" fragte Richard etwas schockiert. "Ja, ist es. Und deswegen ist es besser, wenn niemand außer uns auf der Welt weiß, dass ich eine Familie habe." "Verstehe", antwortete Richard, denn jetzt wurde ihm doch so einiges klar.

Zurzeit sind neben Ihnen 3 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

3 Besucher

Social Bookmarks