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Doc DG

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:35

Re: Neuanfang mit Hindernissen

"Lia?" fragte Grim etwas zögerlich. "Hm? Was ist?" Grim wusste nicht so recht, wo sie ansetzen sollte und fragte daher direkt heraus. "Wie läuft das zwischen dir, Sam und deinem Mann?" Einen Momentlang brach Schweigen aus. "Du musst mir nichts sagen, wenn du es nicht willst", lenke Grim ein. Lia überlegte, "na ja, wie soll es laufen? Ich bin halt mit beiden Männern zusammen." "Gibt es da keine Eifersucht?" fragte Grim neugierig weiter. "Nein, Sam und Richard sind so gegensätzlich, dass sie sich...", Lia suchte nach den richtigen Worten, "...irgendwie ergänzen." "Aha...wie bist du auf Sam gekommen?" Lia grinste, kam ihr bei der Frage doch wieder die erste Begegnung mit Sam in den Sinn, die sie auch Grim erzählte. Grim seufzte, "ich denke, ich beneide dich darum." Lia schluckte, was sollte sie darauf antworten?

Es war nun mal ihre Art, die Dinge direkt anzugehen, sie konnte ja nichts dafür, wenn Grim sich nie getraut hat, ihre Gefühle Sam zu offenbaren. "Nein, da gibt es nichts zu beneiden, wirklich nicht. So wie es jetzt ist, zwischen uns Dreien, war es zu Anfang definitiv nicht. Es war eine ganz schöne Holperstrecke bis hierhin." Ein wenig irritiert sah Grim sie an, doch Lia wollte nicht mehr erzählen, wenn dann sollte das Sam tun und der war ja nun bekannter maßen, kein großer Redner. "Freust du dich auf das Kind?" wechselte Grim mitten Mal das Thema. Wieder musste Lia grinsen, was Grim nicht entging. "Was ist?" "Hm? Nichts weiter, du hast Themenwechsel ohne Vorwarnung genauso drauf, wie ich, dass ist alles. Ja, ich freu mich drauf, auch wenn ich irgendwie Angst habe", gab Lia zu. "Angst? Wovor?" Lia schaute Grim entgeistert an, "das ich was falsch mache, dem Krümel weh tu...", Lia brach ab. Grim schwieg, sie wusste nicht so Recht, was sie Lia darauf hätte antworten können. "Hast du das denn deinem Mann gesagt?" "Nein, warum auch, der kann mir dabei auch nicht helfen." Das letzte Stück der Fahrt verlief schweigend.

Vor dem Kino, hatten die Vier dann die Qual der Wahl. Es dauerte noch einmal einige Zeit, bis sich alle auf einen Film einigen konnten und sich schließlich in den dafür vorgesehenen Kinosaal begaben. Lia packte sich frech zwischen Sam und Richard, ihr war irgendwie klar, dass Grim sich neben Sam setzten würde, da sie freie Platzwahl hatten. Umso komischer war es dann, dass Grim es nicht tat. "Öhm? Grim? Was wird das? Willst du mich hier etwa alleine lassen?" fragte sie etwas verdattert einige Stühle weiter in Grims Richtung. Auch Sam wundert sich etwas darüber, enthielt sich aber kommentarlos.

Lia konnte es nicht lassen, hangelte sich über Sam hinweg einige Stühle weiter und bekam Grim an ihrer Bluse zu greifen. "Los jetzt, komm her hier, dahinten is eh langweilig alleine", so was störte Lia zutiefst und zog Grim mit sich, in Richtung ihrer Stühle und ließ sie dort erst wieder los. "So is besser." Richard musste grinsen, war es doch nun Grims Gesichtsausdruck, der tausend Bände sprach. Auch Sam grinste leicht, "was ist nun? Willst du festwachsen? Setzt dich endlich." Nach dem die Sitzreihenfolge endlich geklärt war, konnten sich nun alle auf den Film konzentrieren. Alle? Nicht ganz. Lia wurde es nach gewisser Zeit langweilig, so dass sie anfing, in ihrem Stuhl hin und her zu rocken. "Lia?" zischte Richard ermahnend. Was zu folge hatte, dass Lia zumindest die nächsten zehn Minuten wieder still saß. Schließlich war es Sam, der Lia einkassierte und zu sich zog. "Gib Ruhe jetzt", murrte er gerade laut genug, dass Lia es verstand.

Sich irgendwie ertappt gefühlt, gab Lia schließlich Ruhe, sehr zur Verwunderung von Richard. Lia bekam nicht mehr viel mit von dem Film, war sie doch kurzer Hand einfach eingeschlafen. Richard seufzte leise, "man gut, dass sie nicht schnarcht." Sam entging der leise Kommentar von Richard nicht und grinste. Zumindest konnten jetzt alle Beteiligten, den Film in Ruhe zu ende sehen. Erst als der Abspann sich ankündigte, machte Sam sich bei und weckte Lia. Richard ahnte jetzt schon, dass Lia unausstehlich sein würde. Seine Ahnung sollte bestätig werden. "Was?" knurrte sie leise, als Sam sie zum wiederholten male vorsichtig anstupste. "Wir wollen gehen, du kannst natürlich noch gerne hier bleiben, wenn es dir hier gefällt", stänkerte Sam Lia ein bisschen. "Was? Hier bleiben? Ich? Nix da!"

Auf dem Parkplatz vom Kino verabschiedete sich Grim von den Dreien und fuhr nach hause. Auch Sam, Richard und Lia schlugen den Heimweg an. Da Lia im Kino geschlafen hatte, war sie nun hellwach und umschlang Richard von hinten. Die Tatsache, dass der Beifahrersitz im Weg war, störte sie wenig. Sam beobachtete das eigenwillige Unterfangen aus dem Augenwinkel und schüttelte amüsiert den Kopf. Lia hatte Richard für den Rest der Fahrt nicht mehr losgelassen.

Nach der Ankunft im Haus, dauerte es auch nicht lange, bis alle sich im Bett eingefunden hatten, nach dem, alle drei vorher noch kurz unter die Dusche gesprungen waren. Lia musste erst wieder wühlen, eh sie die richtige Schlafposition gefunden hatte. Mit dem Rücken lag sie zu Sam, der sie sanft von hinten umarmte und über ihren Bauch strich. Lia lief ein angenehmer Schauer über den Rücken. Sie spürte, dass sie jetzt mehr wollte, als nur kuscheln. Sie drehte sich zu Sam und gab ihm einen Kuss, der ihm unmissverständlich klar machte, was Lia wollte. Sie merkte, wie Sam sie zärtlich an den Hüften packte und zu sich zog. Lia jedoch drehte sich elegant aus der Umarmung und wandte sich Richard zu. Der das kurze Intermezzo interessiert beobachtet hatte.

Während Lia ihrem Mann einen innigen Kuss gab, strich sie ihm mit dem Zeigerfinger über seinen freien Oberkörper. Lia zeichnete die Konturen der Muskeln nach und verpasste Richard so eine Gänsehaut. Langsam krabbelte sie über Richard rüber, so dass sie nun kniend über ihm saß und seinen muskulösen Körper an jeder freien Stelle sanft liebkoste. Schnell spürte Lia, dass ihr tun, ihre Wirkung nicht verfehlte. Für einen kurzen Moment ließ sie von Richard ab und blickte zu Sam. Dieser hatte nun seinerseits das Ganze interessiert beobachtet. Lia blieb wo sie war, angelte allerdings nach Sams Arm und zog ihn so näher zu sich ran, um ihm abermals einen Kuss zu geben und nun ihre Hände über dessen durchtrainierten Oberkörper wandern zu lassen.

Richards Händen blieben unterdessen auch nicht untätig und suchten sich einen Weg unter Lias Trägertop. Zärtlich begann er ihre Brüste zu liebkosen, was Lia ein leises Stöhnen entlockte. Schließlich drehte sie sich wieder zu Richard und fing erneut an seinen Oberkörper zu küssen, küssender weise wanderte Lia weiter Richtung Bachnabel. Sam hatte sich währenddessen hinter Lia platziert und fing nun an, erst ihren Nacken und dann ihre Schultern leidenschaftlich zu küssen. Schließlich beugte sich Sam behutsam über Lia rüber, drückte sie so sanft an Richards Körper und gab nun Richard einen zärtlichen Kuss. Lia ihrerseits musste dies Unterfangen genauer begutachten. Verschaffte ihr doch, dieser Anblick, jedes mal ein angenehmes Gefühl in ihrem Körper. Das Verlangen der beiden Männer, war wieder deutlich wahrnehmbar, auch für Lia. Sie versuchte sich vorsichtig aus der Sandwichposition zu befreien, wurde aber von Richard und Sam gleichermaßen daran gehindert.

Bevor Lia sich richtig bewusst wurde, was los war, fand sie sich nun auf der Matratze des Bettes wieder. Richard als auch Sam hatten sie gefühlvoll auf dem Bett fest gepinnt, so dass sie sich der sinnlichen Berührungen der Männer kaum erwehren konnte. Um ihren Verstand ringend, bäumte sie sich auf und japste leise stöhnend nach Luft. Richard küsste Lias Brüste und ihren Bauch voller Hingabe, während Sam Lia immer noch voller Leidenschaft am Hals liebkoste und ihr leicht verspielt in die Ohrläppchen biss. Richard und Sam trafen sich in der Mitte von Lias Körper und küssten sich lange und innig. Für Lia war dies ein Moment, der voll von heißem Verlangen war. Sie versuchte ihre Sinne wieder zusammen zu sammeln und rappelte sich ein Stück auf, umso Richard und Sam beobachten zu können.

Die Erregung der Beiden war deutlich sichtbar und war im ganzen Raum zu spüren. Lia konnte nicht anders, der Anblick der beiden Männer versetzte sie in höchste Ekstase. Vorsichtig strich sie erst Sam sanft über den Rücken und gab ihm einen Kuss. Lia konnte auf Sams Lippen noch einen leichten Hauch ihres Mannes schmecken. Anschließend ließ sie von Sam ab und küsste ihren Mann, der nun auf Lias Lippen noch eine Winzigkeit von Sam erschmecken konnte. Lia berührte zärtlich Richards Brust und fing an, diese Zentimeter für Zentimeter zu küssen. Ihre Hände wanderten unterdessen Richtung Richards Hosenbund und streiften diese ab. Nun war es Richard der verlangend aufstöhnte.

Lia suchte mit ihren Lippen die erogenen Zonen ihres Mannes auf und fing an, ihn dort zärtlich zu verwöhnen. Richard stöhnte erneut auf. Mit seinen Händen strich er Lia sanft über ihren Nacken und ihren Rücken. Sam wanderte küssend über Lias Rücken, rauf zu ihrem Nacken, wechselte dann zu Richard und küsste dessen Oberkörper voller Hingabe und gelangte dann schließlich an Richards Lippen und presste seine Lippen auf die von Richard. Richard stöhnte immer noch lustvoll auf.

Schließlich befreite er sich von Lia und zog sie zu sich rauf, streifte gekonnt ihre Pyjamahose ab und hob sie sachte auf seine Hüften. Lia konnte ein Stöhnen nicht unterdrückte, als sie Richard in sich spürte. Auch Richard stöhnte verlangend auf. Sam positionierte sich hinter Lia und strich ihr langsam über den Rücken, ehe er sie dort von neuem küsste, was Lia ein weiteres Mal, lauter als zuvor, aufstöhnen ließ. Seine Hände wanderten über Lias gesamten Körper und passten sich den rhythmischen Bewegungen von Richard und Lia an. Sams Hände umfassten vorsichtig Lias Hüften, darauf bedacht, ihr unter keinen Umständen weh zu tun.

Lias Körper begann zu beben vor Verlangen und der Lust, die ihr die beiden Männer verschafften. Sam streichelte Lia weiter zärtlich über den Rücken und wanderte dabei immer weiter abwärts bis hin zu ihrem Po, den er liebevoll berührte, leicht massierte und sanft liebkoste. Lia glaubte nahe dran zu sein, ihren Verstand zu verlieren, als sie einen Augenblick später auch Sam in sich spürte. Keuchend stöhnte sie auf, krallte sich in Richards Schultern, um nicht vollends das Bewusstsein zu verlieren.

Das Verlangen, was Sam und Richard in Lia schürten, war kaum noch begreifbar. Sie wollte erlöst werden. Leise fing sie an, nach Erlösung zu betteln. Doch die Männer wurden durch das Flehen von Lia nur noch mehr angespornt. Lia keuchte vor Lust. Die Ekstase, die sie erlebte, war nun kaum mehr noch aushaltbar. Ihr Flehen und Betteln nach Erlösung wurde immer lauter. Auch Sam und Richard kamen ihrem Höhepunkt immer näher. Sie trieben Lia immer weiter in die Ekstase und machten sie dadurch total verrückt. Schließlich durchfuhr Lia eine Welle höchster Leidenschaft, ihr Körper bebte, sie stöhnte mehr als einmal laut auf, vergrub ihr Gesicht in Richards Hals, ehe sie sich aufbäumte. Fast zeitgleich mit ihr erreichten Sam und Richard ihren Höhenpunkt.

Lia zitterte am ganzen Körper. Richard zog sie sanft zu sich und schlang seine Arme behutsam um sie. Sam rollte sich neben Richard und Lia zusammen. Beruhigend strich Sam Lia zärtlich über den Rücken. Immer noch ging ihr Atmen schnell und Richard konnte ihren Herzschlag auf seiner Brust spüren. Einfühlsam strich er ihr einige Strähnen aus dem Gesicht, küsste sie auf die Stirn und fragte sie leise: "Alles okay?" Lia war noch nicht in der Lage zu antworten und nickte daher nur schwach.

Sie drehte ihren Kopf auf Richards Brust in Richtung Sam und lächelte ihn an. Sie wollte nicht, dass Sam dachte, es würde ihr nicht gut gehen. Sie merkte selber, dass ihr Körper lange brauchte um sich wieder zu beruhigen. Mit ihrer rechten streifte sie sachte durch Sams Gesicht und suchte anschließend die Decke, was Sam bemerkte. Er griff suchend um sich, bis er eine der Decken zu fassen bekam und sie über Lia warf, die immer noch auf Richard lag. Lia gab einen dankbaren Blick in Sams Richtung ab. Erst eine ganze Weile später, war Lia im Stande auf zu stehen und das Bad aufzusuchen.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:36

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Als Lia aus dem Bad zurück ins Schlafzimmer kam, bot sich ihr im hellen Schein des Vollmondes ein Anblick, den sie so auch noch nicht gesehen hatte. Sam hatte seinen Kopf auf Richards Brust gelegt und Beide waren eingeschlafen. Lia beobachtete die Szene noch ein wenig, bevor sie zu den Beiden wieder ins Bett krabbelte. Es dauerte einige Zeit, bis sie die passende Position gefunden hatte und auch endlich einschlief.

Als Richard aufwachte, dachte er, er wäre einmal mehr von allen verlassen allein im Bett. Doch als seine Augen sich ein wenig an die immer noch herrschende Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte er Lias Form neben sich im Bett ausmachen. Aber wo war Sam? Wieder einmal lauschte Richard in die Wohnung und konnte leise Geräusche aus dem Bad vernehmen. Etwas verwundert wollte Richard gerade aufstehen, als Sam wieder im Schlafzimmer auftauchte. "Was ist los?" fragte Richard alarmiert. Sams Grinsen konnte er im Mondlicht dann aber doch sehen. "Ich muss zur Arbeit", sagte er dann mit einem leichten Seufzen.

"Wie spät ist es denn?" "Vier Uhr." "So früh musst du los?" Richard konnte und wollte es nicht glauben. Sam nickte und antwortete leise: "Ja, so früh." "Kommst du denn auch früh wieder?" "Nicht wirklich. Vor sechs Uhr abends werd ich nicht wieder hier sein." "Prima", kam es ironisch von Richard. Sam hockte sich einmal kurz neben das Bett und gab Richard noch einen Kuss. "Ich mach mich jetzt auf den Weg." Mit diesen Worten verließ er das Schlafzimmer. Richard sah ihm nachdenklich hinterher. Daran würden sich Lia und er gewöhnen müssen, wenn Sam nicht gerade Urlaub hatte. Zu allem Überfluss saßen sie nun auch noch ohne Fahrzeug hier fest. Richard seufzte, drehte sich zu Lia und kuschelte sich an sie, bevor er wieder einschlief.

Sam saß in Lamberts Büro, um sich dort seinen Tagesplan abzuholen. Er war wie fast immer zu früh gewesen, gehörte aber zu den wenigen Leuten, die eine eigene Zugangskarte zu diesem Raum besaßen. Es zeigte, dass Lambert ihm hundertprozentig vertraute. Es dauerte eine Viertelstunde bis dieser endlich das Büro betrat und Sam hatte es sich auf dem zweisitzigen Sofa bereits bequem gemacht. Mit hinter dem Kopf verschränkten Armen lag er regungslos auf der weichen Ledercouch und betrachtete die abgehängte Decke. Lambert hatte ihn beim Eintreten keines Blickes gewürdigt, wusste aber trotzdem, dass Sam da war.

"Sam, ich hab für dich heute einen Sonderplan erstellt", sagte er, als er sich in den Bürostuhl niederließ. Überrascht drehte Sam ihm den Kopf zu und ihre Blicke trafen sich. "Sonderplan?" Sam setzte sich auf musterte seinen Freund. "Ja, du wirst heute eine neue Trainingsart testen." Sam runzelte die Stirn nach den Worten seines Gegenübers. "Und die wäre?" "Wir haben vor ein paar Monaten ein Gebäude außerhalb von Baltimore angemietet und dort eine 'Zweigstelle' der NSA eingerichtet." "Eine Zweigstelle? Aber doch keine echte, oder?" Sam ahnte, worauf Lambert hinaus wollte. "Genau, das wissen die Jungs von der CIA aber nicht, die auf das Gebäude aufpassen sollen." Lambert grinste, wusste er doch, dass sich NSA- und CIA-Angehörige gegenseitig nicht ausstehen konnten.

"Und ich geh da also rein und soll irgendwelche 'Informationen' holen?" "Nein." Diese Antwort verwirrte Sam, was Lambert unschwer an dessen Gesichtsausdruck sehen konnte. Daher fuhr er fort: "Wir beide werden dorthin fahren und das Gebäude genau inspizieren. Deinen Schüler werden wir da später rein schicken, aber wir müssen noch ein paar Dinge vorbereiten. Und wer könnte uns da besser helfen, als ein erfahrener Splinter Cell, hm?"

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:36

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia schlief an diesem Morgen länger als gewöhnlich. Als sie das erste Mal, ihre Augen aufschlug, wurde sie von dem grellen Licht, dass durchs Fenster fiel geblendet, so dass sie ihr Gesicht in der Decke vergrub und sich umdrehte. Erstaunt stellte sie fest, dass Richard noch neben ihr lag, aber schon wach war. "Morgen!" kam es ihr halblaut entgegen. Lia hingegen gab nur ein leises Knurren von sich und suchte das Bett ab. "Sam ist schon weg, seit heut morgen schon." "Hmpf!" Sie schlug die Decke weg und suchte sich ihren Weg ins Bad, um dort erst einmal richtig wach zu werden.

Ein wenig später saß sie gemeinsam mit Richard in der Küche und frühstückte. So richtig wach war Lia immer noch nicht. "Na? Die Zeitverschiebung?" mutmaßte Richard. Lia nickte nur stumm und machte sich an ihrem Brötchen zu schaffen. Richard verfolgte das ganze ein wenig verträumt. Er liebte diese Art an ihr, auch wenn sie morgens unausstehlich war. Nach dem Frühstück hatte Lia sich auf der Veranda niedergelassen und versuchte nun, durch ein wenig Frischluft richtig wach zu werden, was jedoch auch nicht wirklich half.

Richard hatte sich zu seiner Frau gesellt und sie von hinten an sich ran gezogen. "Bist du dir wirklich sicher, dass du die nächsten Monate hier bleiben willst?" Lia grinste, "bist du dir wirklich sicher, dir die nächsten Monate das Geseier deiner Bandkollegen anzutun, wenn sie hiervon erfahren?" dabei deutete sie auf ihren Bauch. "So lange Emu sich nicht gerade verplappert, bleibt das wohl unter uns...ach? Is dir eigentlich mal aufgefallen, dass wir Khira überhaupt nicht erzählt haben, was jetzt los ist?" Richard verzog seine Mundwinkel zu einer Schnute. "Ist mir aufgefallen, aber sie war sowieso nicht sonderlicher davon angetan, dass wir eine Dreierbeziehung eingegangen sind." Lia nickte zustimmenden, kam ihr das klärende Gespräch zwischen ihr und Khira wieder in den Sinn. "Na ja, aber sagen müssen wir ihr es so oder so, andernfalls erfährt sie es dann über die Medien, ist wohl auch nicht so toll, oder?" "Nein."

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:36

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam und Lambert waren gemeinsam zu dem besagten Gebäude gefahren. Die Fahrt war ruhig verlaufen, wusste doch keiner der Beiden etwas zu sagen. Sam hing seinen Gedanken nach, während Lambert konzentriert den Wagen lenkte. Das neue NSA-Gebäude lag ein Stück außerhalb Baltimores in den Hügeln und war somit nicht zu leicht zugänglich. "Und? Was sagst du bisher?" fragte Lambert, als sie ausgestiegen waren. "Die Location ist schon mal gut. Man könnte im Wald ein paar kleine Fallen integrieren", meinte Sam nachdenklich. Lambert grinste. Genau deswegen hatte er Sam dabei haben wollen.

Im Gebäude selbst wuselten ein paar Techniker herum, die noch Kameras, Lampen und andere elektrische Spielereien installierten. Sam zählte Lambert noch ein paar Kleinigkeiten auf, die Sinn machen würden für das Training. Es verging der gesamte Tag, ehe sie wieder das Hauptquartier der NSA erreichten. "Wie sieht es morgen aus? Wieder ein 'Sonderplan'?" wollte Sam wissen, doch Lambert verneinte kopfschüttelnd. Die Beiden verabschiedeten sich voneinander und Sam machte sich auf den Heimweg.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:37

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia wartete schon etwas sehnsüchtig darauf, dass Sam wieder kam. Kannte sie es doch bisher nicht, dass Sam den Tag über unterwegs war, beziehungsweise wieder seiner Arbeit nachging. Als sie den Wagen hörte, der vor dem Haus parkte, freute sie sich, sie wusste, dass es Sam war. Richard hatte es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht schaute fern. Als Sam das Haus betrat sprang Lia ihm schon freudig um den Hals. "Uffz Lia, langsam." "Tut mir leid, ich muss mich wohl erst daran gewöhnen, dass du wieder unterwegs bist." Sam grinste verlegen, musste er sich doch noch daran gewöhnen, dass nun jemand auf ihn wartete, wenn er Heim kam. "Es ist noch was vom Essen übrig..." polterte Lia los, wurde jedoch von ihrem Mann ausgebremst. "Lia? Lass Sam doch erst rein kommen." Sam war dankbar dafür, brauchte er doch jetzt zumindest erst mal ein wenig Ruhe. Er gab Lia einen Kuss und ging dann wortlos in die Küche. Lia wollte hinterher, doch Richard bekam sie am Arm zu fassen. "Lia? Gib ihm etwas Zeit, er ist gerade erst angekommen", damit zog er Lia zu sich auf das Sofa und sorgte zumindest im Moment dafür, dass Sam seine Ruhe hatte.

Als wenn Lia Hummel im Hintern hätte, rutschte sie nun unruhig auf dem Sofa hin und her und versuchte dadurch die Zeit tot zu schlagen, um wieder ins Sam Nähe sein zu können. Sie hörte, wie er sich in der Küche das Essen aufwärmte. "Kann ich jetzt?" fragte sie ungeduldig in Richards Richtung. Dieser seufzte und zuckte nur mit den Schultern. Es war für Lia der Startschuss, dass sie in die Küche konnte. Sie wollte Sam Gesellschaft leisten, sollte er doch nicht alleine essen. In der Küche stehend, sah sie Sam an. "Darf ich?" fragte sie ihn nun unsicher. Verwundert sah er sie an, "warum denn nicht?" "Ich will dir nicht auf den Wecker fallen," erklärte sie. Sam schüttelte leicht verständnislos den Kopf, "tust du nicht." Lia holte sich ein Glas Wasser und setzte sich zu Sam mit an den Küchentisch.

Nach dem Sam fertig war mit essen, ging er gemeinsam mit Lia zurück ins Wohnzimmer, wo er Richard nun auch einen Kuss gab. Anschließend versah er Lia mit einem prüfenden Blick. "Hm? Was? Stimmt was nicht?" Sam verneinte, "hast du dir schon Gedanken gemacht, wie das Kinderzimmer nun werden soll?" Überrascht erwiderte sie seinen Blick, "öhm? Nein, bisher noch nicht. Ihr zwei ward doch schon kräftig am planen." Richard klinkte sich nun in das Gespräch mit ein. "Ja schon, aber für den Kleinkram bist du zuständig, also welche Farbe, was für ein Bett, was für Spielsachen sollen da mit rein. Die Sachen lassen sich nicht so schnell besorgen, vor allem dann nicht, wenn dir etwas bestimmtes vorschwebt." Lia kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Gerade jetzt wurde ihr wieder bewusst, dass Richard als auch Sam, dass schon alles einmal durch gemacht hatten, auch wenn dies schon einige Zeit zurück lag. Richard lächelte verschmitz, "von deinem Gesichtsausdruck ausgehen, würde ich jetzt mal sagen: nein, hm?" Perplex schüttelte Lia den Kopf.

Sam beobachtete Lia aus dem Augenwinkel heraus. Ihm war immer noch nicht ganz klar, warum sie so aufgedreht war. Lag es daran, dass sie sich tatsächlich erst daran gewöhnen musste, dass er nun wieder seinem Job bei der NSA nachging? Wahrscheinlich.
Auch Richard wunderte sich etwas über Lias Verhalten, hatte er doch bisher nicht bei ihr erlebt, dass sie so aufgedreht war. Er vermutete, dass es mit Sam und ihren Hormonen zusammen hang. Lia wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Richards Handy mitten Mal losging.

Richard warf einen entschuldigenden Blick zu Sam und Lia und verschwand auf die Veranda. "Khira? Wie? Nein! Warte...Moment Mal...ganz ruhig." Richard versuchte verzweifelnd bei seiner Tochter zu Wort zu kommen, was ihm unglücklicher Weise nicht gelang. "Hmpf! Stopp! Weißt du was? Komm einfach her. Wie? Nein, ich werde nicht nach Berlin kommen, warum? Weil das so ist." Richard musste um seine Fassung ringen. Nicht genug, dass Lia es in der letzten Zeit häufig genug geschafft hatte, ihn aus der Fassung zu bringen, seine Tochter war gerade drauf und dran ihn, mit unzähligen Fragen und Vermutungen, total kirre zu machen.

Lia war zu Richard nach draußen gegangen, bekam sie doch mit, was er für ein Gespräch führte. Besorgt musterte sie ihn. Richard erwiderte ihren Blick, jedoch mit einem kurzen Lächeln, was ihr zu verstehen geben sollte, dass zumindest im Moment alles in Ordnung war. Nach dem er das Gespräch beendet hatte, sah er Lia für einen unendlich lange erscheinenden Augenblick an, eh er sie zu sich ran zog und ihr einen Kuss gab. "Wir bekommen Besuch demnächst." Er sprach über Lia hinweg, in Richtung der Verandatür, in der Sam erschienen war.

"Khira?" fragte Lia vermutend. Richard nickte, sah sie, dabei aber nicht an, sondern weiterhin in Sams Richtung. "Sie ist deine Tochter? Richtig?" wollte nun Sam wissen. Richard und Lia hatten immer wieder ihren Namen zwischendurch erwähnt und ihm auch gesagt, dass sie Richards Tochter sei, doch kennen gelernt hatte er sie bisher noch nicht. "Wann wird sie hier sein?" war die nächste Frage von Sam. "Ich muss erst ein Flugticket besorgen, dann kann ich dir sagen, wann sie hier sein wird, wenn das für dich überhaupt in Ordnung ist?" Richard fiel auf, dass er einfach festgelegt hatte, dass Khira herkommen konnte, hatte dabei aber völlig außer Acht gelassen, dass dies ja nicht sein Haus war und auch er hier nur Gast war. Sam schüttelte verständnislos den Kopf, was Richard etwas entsetzt vernahm. Schließlich lächelte er schwach. "Bitte frag nicht immer, wegen allem nach. Wir wohnen zurzeit gemeinsam hier und somit könnt ihr doch wohl eigenständig Entscheiden, wen ihr zu Besuch haben wollt, oder nicht? Hm?"

Lia war kurzzeitig etwas abgelenkt, kam es doch einfach zu selten vor, dass Sam so viel auf einmal sagte. Sam war bereits wieder im Haus verschwunden, so dass Lia mit ihrem Mann wieder allein auf der Veranda stand. Richard hatte Lia immer noch in seiner Umarmung und streifte ihr vorsichtig über ihren Bauch. "Wie geht es dir jetzt eigentlich? Oder euch?" bei dieser Frage grinste er sie ein wenig frech an. Lia musste einen kleinen Moment überlegen, "gut, wir fühlen uns gut." Richard war froh, so eine Antwort bekommen zu haben.

Lia schaute noch einmal in Richtung Verandatür. "Sam sucht immer noch viel die Ruhe, hm?" "Gib ihm einfach Zeit, sich dran zu gewöhnen, dass er nun nicht mehr alleine ist. So was geht nicht von Jetzt auf Gleich." Lia seufzte leise, "ich weiß..." Richard schmunzelte, war Lia doch manchmal sehr ungeduldig. "Du hast immer noch nicht gesagt, wie du das Kinderzimmer haben willst." "Weil ich gar nicht weißt, wie?! Ich hab darüber noch gar nicht nach gedacht", gestand sie. "Wir können ja mal demnächst in die Stadt fahren, dann kann du vielleicht mal einen Überblick verschaffen, was du überhaupt haben willst und was nicht." Lia nickte nur, bekam sie doch gerade das Gefühl, dass sie so rein gar keine Ahnung hatte.

"In die Stadt fahren? Dazu brauchen wir wohl erstmal ein zweites Auto, dann können wir darüber reden, hm?" grinste sie Richard an. Ein wenig Abwesend nickte Richard, "stimmt wohl." Lia strich Richard zärtlich durchs Haar und gab ihm einen Kuss. "Warum machen wir das nicht einfach jetzt? Sam ist hier und somit auch das Auto, wenn wir vielleicht ein bisschen Glück haben, dann finden wir gleich einen. Zumindest wenn Sam dabei ist, bei dem geht das schnell", erklärte sie Richard, da sie immer noch, über den Jeepkauf zu erstaunt war.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:37

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam hatte sich auf dem Sofa im Wohnzimmer nieder gelassen und den Fernseher eingeschaltet. Wenn er fern schaute, dann meist nur die Nachrichten, Dokumentationen oder Reportagen. Ungeduldig zappte er mit der Fernbedienung durch die Programme, auf der Suche nach etwas, was ihm zusagte. Schließlich fand er eine Reise-Dokumentation, die ihm Informationen zu dem kleinen Land Bhutan lieferte, das ein wenig versteckt zwischen Indien und China lag. Sam war noch nie dort gewesen, hatte aber schon häufiger von dem kleinen Königreich gehört.

Richard war mit Lia noch immer draußen auf der Veranda. Er war sich nicht sicher, ob er sie jetzt so ohne weiteres aus seiner Umarmung entlassen wollte. Mit einem Seufzen gab er sie nach kurzem Zögern aber dann doch frei. "Dann sollten wir uns beeilen, ganz so früh ist es ja nun auch nicht mehr", sagte er, während der sich auf den Weg ins Haus machte. An der Tür verharrte er, streckte Lia die Hand entgegen, um dann mit ihr rein zu gehen.

Sam saß vollkommen in die Reportage vertieft auf dem Sofa. In der rechten Hand hielt er noch immer die Fernbedienung, mit der er unbewusst herumspielte. Trotz allem hatte er Lia und Richard herein kommen hören und wandte sich nur zögerlich den Beiden zu. Er war sich nicht sicher, auf was er sich konzentrieren sollte, entschied sich aber dann für die beiden im Wohnzimmer Stehenden. "Wollt ihr da festwachsen? Oder habt ihr irgendwas vor?" Bei der Frage legte er den Kopf etwas schief und sah zwischen Lia und Richard hin und her.

Richard war es, der antwortete: "Wir könnten noch einen zweiten Wagen gebrauchen. Selbst wenn dein Jeep hier ankommt, sitzen wir während du arbeitest hier fest." Sam nickte nachdenklich. "Und an was habt ihr dabei gedacht?" wollte er logischerweise als Nächstes wissen. "Keine Ahnung", erwiderten die Beiden gleichzeitig. Sam konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. "Also mir wär ja was Sportliches ganz recht", gab Richard kleinlaut zu, ließ dann aber seinen Blick über Lias Bauch streifen.

"Also ein Familienauto", stellte Sam lachend fest, worauf er von Richard nur einen bösen Blick erntete. Lia trat von einem Bein aufs andere. Sie wollte augenscheinlich sofort los, um einen fahrbaren Untersatz zu bekommen. Sam deutete ihre Ungeduld richtig, schaltete den Fernseher auf Standby und erhob sich vom Sofa. "Da kann es wohl jemand kaum erwarten, weg zu kommen, hm?" "Hey, werd nicht frech", kam von Lia als Antwort. Sam setzte eine Unschuldsmiene auf und gab er überzeugt zurück: "Ich? Frech? Niemals!"

Ohne weitere Zeit zu verschwenden machten sich die Drei auf zum Wagen. Sam kletterte auf den Fahrersitz, während es sich die anderen Beiden auf der Rückbank gemütlich machten. Kaum saßen sie im Wagen, begann es draußen dunkler zu werden. "Oh, schon wieder ein Gewitter?" fragte Lia etwas besorgt. "Ja, kommt hier schon mal häufiger vor", kommentierte Sam vom Fahrersitz, als er los fuhr Richtung Stadt.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:37

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia war während der Fahrt nachdenklich ruhig geworden, was Richard ein wenig stutzig machte. "Was ist?" "Der Wagen sollte so sein, dass ich nen Kindersitz problemlos ein- und ausbauen kann und in den Kofferraum sollte zumindest ein Kinderwagen reinpassen." Richard grinste, wusste er doch nun, weswegen Lia so ruhig geworden war. Sam hatte Lias Anmerkungen schweigend zur Kenntnis genommen und hatte schon einige Autohändler im Hinterkopf, die er anfahren würde.

Endlich in der Stadt angekommen, rappelte sich Lia auf der Rückbank hoch, um besser sehen zu können. "Daaaa", gab sie ohne jegliche Vorwarnung laut von sich. Richard und Sam folgten Lias Fingerzeig. "Pontiac?" fragte Richard zur Sicherheit noch mal nach. "Was? Keine Ahnung, was das für eine Marke ist. Aber der Wagen schaut gut aus." Sam verfolgte grinsend die kurze Unterhaltung auf der Rückbank und steuert den Händler an. Lia sprang aus dem Auto und ging unverzüglich auf das Auto zu, was sie schon von weitem gesehen hatte. Sie griff zu Fahrertür und hoffte, dass nicht abgeschlossen war. Sehr zu ihrer Freude, war es nicht an dem. Noch bevor Richard und Sam am Auto angekommen waren, war Lia bereits im Innenraum des Pontiac verschwunden.

Einen kurzen Moment später krabbelte Lia auf der anderen Seite des Wagens von der Rücksitzbank wieder raus und machte sich nun am Kofferraum zu schaffen. "Woah, jo. Genauso hab ich mir das vorgestellt. Schön groß. Geräumig. Den nehmen wa." Triumphierend stand sie an dem Wagen und grinste die beiden Männer aus allen Knopflöchern an. "Ein Torrent? Warum nicht?!" nuschelte Sam vor sich hin. "Der soll es sein?" musste Richard noch einmal nachfragen. Lia nickte nur überzeugt. "Wollen wir nicht noch mal woanders gucken?" Sturköpfig schüttelt Lia den Kopf, "nöö, warum denn? Außerdem würde uns so nur, die Zeit davon rennen", dabei tippte sie auf den Chronographen an Sams Handgelenk. Sam grinste nur amüsiert, "da weiß anscheinend jemand, was er will, hm?" Lia lächelte Sam verschmitzt an. "Na fein, bitte, wenn es der sein soll?" seufzend gab sich Richard geschlagen.

Nach einigem Hin und Her und einer Verhandlung, bei der sich Lia nach einiger Zeit abgesetzt hatte, war ihr das doch eindeutig zu viel. Konnten die Drei den Pontiac Torrent noch am gleichen Abend mitnehmen. "Hm? Dann könnten wir morgen doch eigentlich gleich noch mal in die Stadt toben, so wegen Kinderzimmer und gucken, was wir wollen, oder?" kam von Lia nachdenklich, auf dem Rückweg, im neuen Auto, nach hause. Richard überlegte kurz. Schließlich war es der Grund gewesen, weswegen sie noch los waren und sich um einen zweiten Wagen gekümmert hatten. "Klar, können wir machen." Zufrieden widmete Lia sich wieder dem Fahren.

Es waren bereits einige Wochen vergangen und Lia hatte wieder einen Termin bei ihrer Ärztin in der Stadt. "Kann man schon erkennen, was es wird?" fragte Lia neugierig. Sie wollte unbedingt wissen, ob nun Junge oder Mädchen. Die Ärztin ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, machte ein weiteres Ultraschallbild und zeigte es Lia. "Was meinen sie denn, was es ist?" fragte die Ärztin lächelnd. Lia nahm das Bild, drehte und wendete es ratlos hin und her, "ich hab keine Ahnung, das ist hier ist die Nabelschnur....hm?" Lia blickte immer noch etwas nicht wissend auf das Bild. "Es wird ein Junge", erlöste die Ärztin Lia nun aus ihrer Neugier. Lia freute sich. Hatte sie sich doch insgeheim gewünscht, dass es tatsächlich in Junge wird.

Mit neuem Termin und freudig über das Wissen, dass es ein Junge wird, fuhr Lia noch weiter in die Stadt rein. Sie wollte was besorgen, was sie Sam und Richard geben konnte, woran sie erraten sollten, was es wird. Sie wollte nichts typisch blaues haben, dass wäre auch zu einfach für die Beiden. Nach einigem Suchen wurde Lia fündig und machte sich wieder auf den Heimweg.

Zuhause angekommen, freute sie sich noch mehr, da Sam bereits da war. Der kleine NSA-Toyota war irgendwie unverkennbar geworden. Sie wollte gerade das Haus betreten, als ihr Sam und Richard entgegen kamen. "Huch?! Wo wollt ihr hin?" Fragte Lia etwas verdattert, als sie den Beiden in die Arme rannte. "Mein Jeep ist heute angekommen, wir wollen ihn abholen und auf dem Rückweg, den Toyota gleich wieder abgeben, damit die NSA ihr Eigentum wieder hat", klärte sie Sam leicht grinsend auf. Immer noch etwas verdattert, gab sie Richard und Sam einen Kuss und ging ins Haus. "Willst du mitkommen?" fragte Richard seine Frau. Lia verneinte, "macht mal ihr zwei, ihr kommt wohl auch ohne mich aus, oder? Zumindest wohl die nächsten Stunden...ach Sam?" "Hm? Ja?" Sam drehte sich noch einmal zur Haustür um, da er schon am Toyota stand. "Hat Grim auch schon Feierabend?" Sam nickte nur zur Antwort und stieg nun endlich ein. "Du willst dann zu Grim?" schlussfolgerte Richard daraus fragend. "Klar, warum nicht? Aber nicht gleich, hab noch was mitgebracht fürs Kinderzimmer, dass will ich gleich noch unterbringen." "Mach das", Richard gab ihr noch einen Kuss und gesellte sich dann endlich zu Sam, damit dieser los fahren konnten.

Lia wollte eigentlich noch fragen, wie lange sie brauchen würden, doch Sam war schon weg und extra deswegen anrufen, hatte Lia keine Lust zu. Sie wuselte erst einige Zeit durchs Haus, bis ihr wieder einfiel, dass sie ja noch Einkauf im Auto hatte.

Sam schaute konzentriert auf die Straße, während er sich mit Richard unterhielt. "Saaam! Pass auf!" brüllte Richard mitten Mal los und machte so auf den Wagen vor ihnen aufmerksam, der ohne Beleuchtung plötzlich vor ihnen aufgetaucht war. Er war unmittelbar vor dem Toyota aus einem kleinen Waldstück auf die Straße gefahren, ohne anscheinend auf den nachfolgenden Verkehr geachtete zu haben. Obwohl Sam schnell reagierte, war es nicht mehr schnell genug. Durch die ruckartige Bremsung kam der Toyota ins Schlingern, verlor die Bodenhaftung und begann sich mehrmals zu überschlagen, ehe der Wagen durch einen Baum gestoppt wurde. Durch die Wucht des Aufpralles, wurde der gesamte Innenraum des Toyotas zusammen geschoben.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:38

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Von der Strasse konnte man die Unterseite des Wagens sehen, da er hochkant am Baum zu stehen schien. Das Dach war gegen den Baum geprallt und hatte den Wagen platt gedrückt. Es dauerte ein paar Sekunden und das hoch stehende Heck des Toyotas wurde von der Schwerkraft gen Boden gezogen. Mit einem lauten Krachen knallte das Fahrzeug wieder auf die Räder.

Durch einen Reflex war es Sam gelungen, dem sich deformierenden Blech zu entkommen, so dass er nun schräg in seinem Sitz hing, zwischen diesem und dem an einer völlig anderen Stelle als vorher sitzenden Lenkrad eingeklemmt. Es presste gegen seine Brust und erschwerte ihm daher das Atmen. Durch die Dunkelheit konnte er nicht erkennen, ob er sich sonst noch wo verletzt hatte, aber er befürchtete es. Allzu lange konnte er jedoch nicht in seinen Körper herein horchen, denn er verlor das Bewusstsein.
Richard war irgendwie in den Beifahrerfußraum gerutscht. Allerdings gab es für ihn keine Möglichkeit, dort wieder heraus zu kommen.

Da es dunkel war, konnte er auch nicht erkennen, was mit Sam passiert war. Seine Gedanken überschlugen sich. Was sollte er jetzt tun? Mit seiner rechten Hand wollte er nach seinem Handy suchen, doch er bekam den Arm nicht hinter seinem Rücken hervor. Also machte er sich mit der Linken auf die Suche und wurde auch schnell fündig. Zum Glück war das Gerät intakt. Eilig klappte er das Mobiltelefon auf und wählte den Notruf. Er versuchte ruhig zu erklären, was passiert war und in welcher Situation er sich befand. Ihm war klar, dass die Feuerwehr ihn aus dem Wagen schneiden musste.

Als nächstes wollte er Lia anwählen, doch ein plötzlich auftretender Schmerz in seinem linken Bein hielt ihn davon ab. Der erste Schreck über den Unfall hatte die Schmerzen offenbar unterdrückt. Richard versuchte mit dem linken Arm an die Stelle an seinem Oberschenkel zu kommen, wo er eine Verletzung vermutete. Als er das Bein berührte, fühlte er eine klebrige Flüssigkeit. Blut. Erschrocken ließ er das Handy fallen, das er immer noch in jener Hand gehalten hatte. Richard tastete vorsichtig weiter und musste feststellen, dass zerrissenes Blech einen ganzen Teil seines Oberschenkels aufgeschnitten hatte. Umständlich versuchte er einhändig seinen Gürtel aus dem Hosenbund zu befreien.

Es dauerte zwar eine Weile, aber es gelang ihm tatsächlich, so dass er diesen nun um sein Bein wickeln und festziehen konnte. Irgendwie musste er die Blutung zumindest verlangsamen, wenn er nicht verbluten wollte, bevor auch nur ein Krankenwagen am Unfallort angekommen war. Vorsichtig suchte er nach weiteren offenen Verletzungen, konnte aber nichts entdecken. "Sam?" fragte er besorgt in die schwarze Dunkelheit, die ihm keinerlei Blick auf auch nur irgendetwas ermöglichte. Keine Antwort. "Saaam!?" Es war fast ein Wimmern, was Richard über die Lippen kam. Er wusste, dass gerade der Fahrer bei solch einem Unfall die schlechteren Karten hatte.

Langsam stiegen einige Fragen in Richards Bewusstsein. Was war mit dem Wagen vor ihnen? Hatte er angehalten? Oder war er einfach davon gefahren? Es hatte den Schein, als wenn das Fahrzeug, das den Unfall ausgelöst hatte, einfach weiter gefahren war, als wäre überhaupt nichts passiert. Ein leises Stöhnen vom Fahrersitz riss Richard aus seinen Gedanken. "Sam?" Ein wenig Hoffnung keimte in ihm auf.

Langsam schlug Sam die Augen auf. Sein Körper befand sich noch immer in dieser schrägen und ungemütlichen Lage, aus der er sich auch in der nächsten Zeit nicht würde befreien können. Er hörte Richard seinen Namen sagen. Nur leise bekam Sam seine Frage heraus: "Ist bei dir alles in Ordnung?" Er wusste, dass er sich immer noch besser anhörte als es ihm ging. Dem sich verformenden Blech hatte er weitestgehend ausweichen können, aber den Armaturen weniger. Irgendetwas drückte sein rechtes Bein nach außen und Sam brauchte kein Arzt sein, um sagen zu können, dass vermutlich sein Knie einigen Schaden genommen hatte. Genauso gut wusste er, dass das Pochen in seinem Unterleib von inneren Blutungen kommen musste. Sein ganzer Körper schmerzte und er war nicht mal in der Lage, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Jede Bewegung würde kostbaren Sauerstoff in seinen Lungen verschwenden, von dem er momentan einfach nicht genügend einatmen konnte.

"Ich will erstmal wissen, wie es bei dir aussieht", antwortete Richard endlich. Sam schloss die Augen. "Nicht so besonders", antwortete er ehrlich. "Kannst du wenigstens aussteigen?" "Nein, keine Chance." Beide Männer verstummten, als sie endlich die Sirenen der Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge hören konnten. "Du hast die Feuerwehr gerufen?" fragte Sam entkräftet. "Anders komme ich wohl nicht hier raus", gab Richard zurück, worauf Sam leicht grinsen musste. "Nun, ich wohl auch nicht", stellte er dann fest.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:51

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia hatte den Einkauf und die paar Kleinigkeiten für das Kinderzimmer verstaut und war bereits wieder mit dem Torrent unterwegs zu Grim. Es wunderte sie ein wenig, dass ihr seit einiger Zeit keine Autos mehr entgegen kamen, dachte aber nicht weiter darüber nach. Erst als sie vor sich eine Autoschlange sah und stoppen musste, wurde ihr klar, warum ihr keine weiteren Autos begegnet sind. Die Straße war gesperrt. Langsam ließ sie den Wagen ausrollen und stoppte nun endgültig. In einiger Entfernung konnte sie Blaulicht ausmachen und einige reflektierende Streifen, die von Warnwesten stammen mussten.

Sie saß noch ein paar Minuten im Auto, eh sie dem typischen Gafferverhalten nachkommen musste und ausstieg, um zu sehen, was passiert war. Auch die Insassen, der anderen Fahrzeuge vor ihr, waren bereits ausstiegen und reckten ihre Hälse nach dem, was sich in einiger Entfernung abspielte. "Unfall?" fragte sie beiläufig einen anderen Autofahrer, der wohl schon länger hier stand. Dieser nickte, "ja, hat sich mehrmals überschlagen und wurde dann von einem der Bäume dort gestoppt." Lia schauderte es, als sie weiter der Ausführung lauschte. Sie sah, wie zwei Cops die Straße entlang liefen, um die Autofahrer zu bitten, wieder in die Wagen zu steigen.

Lia war erstaunt, dass die Straße wieder so schnell freigegeben wurde und setzte sich nun auch wieder in ihren Wagen. Anscheinend musste der Unfall schon vor einiger Zeit passiert sein. Es dauerte noch mal gute zehn Minuten, bevor sich die Autoschlange langsam in Bewegung setzte. Man konnte erkennen, dass fast jeder Autofahrer an der Unfallstelle wieder langsamer wurde, um sich ein Bild von den Ausmaßen des Unfalles machen zu können. Auch Lia kam nicht umher, langsamer zu werden und zu gucken. Doch die Cops waren inzwischen so weit, dass sie die Autos an der Stelle durchschleusten, damit der Verkehr nicht wieder ins stocken kam. Sie konnte nicht viel erkennen, war es doch schon zu dunkel geworden und von dem eigentlichen Wagen, war auch nicht mehr viel übrig geblieben.

Lia versuchte das Autowrack aus dem Sinn zu bekommen, es war kein schöner Anblick gewesen. Sie überlegte. So wie der Wagen aussah, war die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch, dass der Fahrer da noch lebend raus gekommen sein konnte. Bei dieser Überlegung schauderte es Lia wieder, sie versuchte nicht weiter darüber nachzudenken und konzentrierte sich wieder auf das Fahren. Sie versuchte ihre Gedanken abzulenken. Sie war auf dem Weg zu Grim. Sie grinste kurz, hatte sie doch Grim, dass erste Mal gekränkt abrauschen sehen, nach dem Sam ihre Anwesenheit als unerwünscht äußerte.

Sie war froh, dass sich in den letzten Wochen, zwischen ihr und Grim eine Freundschaft auftat. Wollte sie doch nicht zugeben, dass ihr ihre Freunde aus Berlin fehlten. Vieles konnte sie mit Richard und Sam besprechen, aber es gab auch einige wenige Sachen, die Frau lieber mit ihresgleichen besprach. Sie hatte Grim angerufen, dass sie noch vorbei kommen würde, da Sam und Richard unterwegs waren. Nach gut dreißig Minuten erreichte Lia endlich Grims Wohnung und klingelte. Oben an der Tür angekommen wartete Grim bereits auf sie. Ihr Gesicht war sorgenerfüllt. "Grim? Was ist?" war daher Lias Frage, bevor sie überhaupt dazu kam Grim zu begrüßen. "Lia? Sam und Richard hatten einen Unfall." Lia wurde kreidebleich, "hier auf der Interstate?" Grim nickte, "sie sind ins Krankenhaus gekommen. Wir sollten hinfahren."

Lia saß bei Grim im Auto und versuchte zu verstehen, was vor sich ging. War das Autowrack, was sie gesehen hatte, tatsächlich die Überreste von Sams Toyota? Ihre Überlegung kam ihr wieder in den Sinn, sie erschrak. Grim hatte gesagt, dass sie ins Krankenhaus gekommen waren. Was heißen würde, dass beide den Unfall überlebt hatten. "Weißt du was genaueres?" wollte Lia leise wissen. Grim verneinte. Lia wühlte in ihrer Tasche nach ihrem Handy. Mehrere Anrufe in Abwesenheit, die Nummer kannte sie nicht. Grim bemerkte, dass Lia wie paralysiert auf das Handy starrte. "Das Krankenhaus hat dich versucht zu erreichen", mehr wusste Grim im Moment auch nicht zu sagen.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:52

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Mühselig hatten die Leute von der Feuerwehr nach vier Stunden die beiden Insassen nacheinander aus dem Wrack befreit. Sam war schon lange auf dem Weg ins Krankenhaus gewesen, als sie Richard endlich aus den Trümmerteilen heraus bekommen hatten. Dank des Anrufs beim Notruf hatte die Zentrale zwei Notärzte raus geschickt, was sich als durchaus richtig erwiesen hatte. So konnte jeweils ein Doktor mit einem Patienten im Krankenwagen mit fahren und die Ersstversorgung vornehmen.

In diesem Moment wurde Richard gerade am Krankenhaus aus dem Krankenwagen gehievt. Eilig schob man ihn durch die sich automatisch öffnende Noteingangstür in Richtung eines Raumes der Notaufnahme. Er versuchte einen Blick in die anderen Räume zu erhaschen, um vielleicht heraus zu bekommen, was mit Sam war. Doch seine Sicht begann zu verschwimmen. "Sam?" fragte er leise. Gleichzeitig hörte er den Notarzt eine Litanei an medizinischen Fachbegriffen und Werten herunter rattern. Die Fahrt stoppte abrupt in einem der Zimmer und Richard sah die Leute um sich herum wuseln.

"Sagen Sie mir ihren Namen", kam von einem Arzt die Aufforderung, welcher er auch sofort folgte. Ohne zu Zögern fragte Richard ein weiteres Mal nach Sam. Der Doktor konnte ihm jedoch keine Auskunft geben, schickte aber sogleich eine Schwester los, damit diese sich schlau machte. "Sollen wir Jemanden verständigen?" wollte der Mediziner als Nächstes wissen. Richard nickte und nannte Lias Namen und Handynummer. Eine weitere Schwester eilte in die Zentrale der Notaufnahme, um Lia anzurufen. Fast zeitgleich kam die andere Krankenschwester zurück und zog den Arzt ein Stück beiseite, um ihn zu informieren. Wegen der lauten Umgebung konnte Richard nichts verstehen. Er musste sich also darauf verlassen, dass der Doktor ihm die Wahrheit sagen würde.

Erwartungsvoll sah Richard ihn an, als er sich wieder zu ihm gesellte. "Was ist mit Sam?" fragte Richard noch einmal, als der Mann in Weiß sich nicht sofort äußerte. "Es sieht nicht so gut aus", gab er schließlich seufzend zurück, "uns fehlen ein paar wichtige medizinische Daten." Schockiert erinnerte sich Richard an den Zwischenfall in Argentinien. "Haben Sie schon bei der NSA nachgefragt?" Seine Sorge um Sam ließ ihn diese Frage stellen. Der Arzt nickte und sagte: "Ja, wir haben die NSA verständigt. Allerdings lassen die sich ganz schön Zeit mit den Daten. Vielleicht könnten Sie uns ja schon mal ein wenig auf die Sprünge helfen? Uns läuft nämlich die Zeit davon." Richard teilte dem Mediziner alles mit, was er über Sams Krankengeschichte wusste. Die neu gewonnenen Informationen brachte die Krankenschwester dann direkt in den entsprechenden Raum.

Der Doktor begann nun, sich um Richards Verletzungen zu kümmern. Nach ein paar Fragen, die dieser allesamt ohne Zögern beantwortete, führte der Arzt noch ein paar Tests durch. Nebenbei wurde Richard an Geräte angeschlossen und bekam einige Medikamente, die ihn schließlich ins Reich der Träume schickten.

Sam hatte die ganze Fahrt ins Krankenhaus in einem leichten Dämmerzustand erlebt. Er hatte auf keinerlei Fragen reagiert und einfach nur stumm an die Decke des Wagens gestarrt. Im Krankenhaus selbst war er noch weiter in diesen Zustand versunken. Die Geschehnisse um sich herum nahm er kaum noch wahr. Der Notarzt hatte seine Brieftasche ausfindig machen können und so hatten die Angestellten der Klinik zumindest schon mal die NSA verständigt. Einige Minuten später war Sam dann ganz weg getreten, was die Arbeit der Ärzte nicht gerade erleichterte. Insgeheim hoffte Sam nur, dass es Richard gut ging und Lia nicht etwas passierte, wenn sie von dem Unfall erfuhr.

Als Richard Stunden später wieder aufwachte, fand er sich auf der Intensivstation des Krankenhauses wieder. Er war allein und fühlte sich schwach. Das gleichmäßige Piepen eines EKGs erinnerte ihn daran, wie Sam sich in Argentinien gefühlt haben musste. Vorsichtig versuchte Richard, sich aufzusetzen, doch er konnte nicht genug Kraft für die Bewegung aufbringen. Langsam hob er den Kopf, um sich zumindest so einen Überblick zu verschaffen. Sein linkes Bein fühlte sich taub an und er sah die dicke Bandage um seinen Oberschenkel. "Wenigstens hab ich das Bein noch", dachte er erleichtert. Am Fenster zur Intensivstation konnte Richard den Arzt erkennen, der gerade mit einem Polizisten diskutierte. Wahrscheinlich wollte der eine Aussage haben, wie der Unfall zustande gekommen war.

Das Gespräch weiter beobachtend fragte sich Richard plötzlich, ob Lia schon von dem Unfall wusste. War sie bereits im Krankenhaus? Wenn ja, wo war sie dann? Vielleicht bei Sam? Was war mit ihm? Richard ließ sich in die Kissen fallen. Hoffentlich würde bald jemand merken, dass er wach war, damit all die Fragen beantwortet wurden.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:52

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia saß in einem dieser Warteräume und hoffte, dass sie zumindest in der nächsten Zeit schon zu Richard konnte. Grim war bei ihr geblieben, worüber sie auch sehr dankbar war, obwohl sie sehen konnte, wie sehr auch Grim sich sorgen machte um Sam. Lia hatte über Sam nichts in Erfahrung bringen können, bestand doch keine direkte Verwandtschaft zu Sam. Grim hatte lange gebraucht, Lia wieder einigermaßen zur Ruhe zu bringen. Erst als Lambert im Krankenhaus aufgetaucht war und auch Informationen zu Sam bekam, wurde Lia kurzzeitig ruhig.

Sie hatte in der Zeit, wie sie darauf warten musste, wenigstens zu ihrem Mann zu dürfen, nicht mehr gesprochen. Zu sehr hing sie ihren Gedanken nach und hatte immer wieder das Autowrack vor Augen. Die Worte des einen Autofahrers wollten ihr auch nicht mehr aus dem Kopf gehen, 'hat sich mehrmals überschlagen und wurde dann von einem der Bäume dort gestoppt.' Ihr lief es eiskalt den Rücken runter, als ihr richtig bewusst wurde, dass sie einige Zeit später an der Unfallstelle vorbei gefahren war. Ihre Gedanken kreisten um ihren Mann und Sam. Lambert hatte ihr erzählt, dass Sam noch im OP war und von dem behandelnden Arzt, der sich um Richard kümmerte, wusste sie, dass er noch in der Aufwachphase war. Ihr Blick ging unentwegt zur Uhr, die sich über der Tür befand. Sie hatte es aufgegeben ruhig auf ihrem Stuhl sitzen zu wollen und tigerte nun schon seit geraumer Zeit in dem kleinen Warteraum auf und ab.

Sie nahm um sich rum nicht viel wahr, auch nicht, dass Lambert und Grim sie einige Male angesprochen hatten, dass sie sich wieder setzte sollte. Die Unruhe in Ihr wuchs von Minute zu Minute mehr an. Sie wollte zu Richard, musste aber auf das Okay vom Arzt warten. Erst als die Tür aufging, hielt Lia inne und schaute erwartungsvoll den Mann in weiß an. "Ihr Mann ist bei Bewusstsein, sie können zu ihm, aber nicht zu lange." Lia nickte nur schwach, sie wollte jetzt nur noch zu ihrem Mann und folgte dem Arzt zu Richards Zimmer.

"Richard?!" Lia war froh zu sehen, dass er wieder wach war. Schnell war sie am Bett dran und gab ihrem Mann einen vorsichtigen Kuss. "Wie fühlst du dich?" Richard grinste schwach, "es geht, könnte besser sein", gab dieser zu. "Was ist mit Sam?" wollte Richard nun wissen. Der Arzt hatte ihm nichts gesagt und hoffte nun darauf, dass Lia ihm etwas sagen könnte. "Ich weiß es nicht, er ist noch im OP", Lia war immer noch durcheinander und sah ihren Mann an. "Was ist passiert? Wie seit in dem Grünstreifen gelandet? Warum habt ihr euch überschlagen?" Wieder hatte Lia das Wrack vor Augen und fing an zu zittern. "Woher weißt du das?" Lia erzählte kurz, dass sie daran vorbei gefahren war und den Unfallwagen gesehen hatte.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 14:52

Re: Neuanfang mit Hindernissen

"Du hast den Wagen gesehen?" fragte Richard erschreckt. Lia nickte nur noch einmal zur Bestätigung. Die Beiden schwiegen sich einen Moment lang an, bevor Richard wieder Worte fand. Er konnte sich nur vorstellen, wie der Toyota ausgesehen haben musste. "Wir haben Glück gehabt, hm?" So viel konnte er aus Lias Gesichtszügen lesen. "Wie ist das passiert?" wollte sie nun doch endlich wissen. Richard seufzte und erzählte in kurzen Worten vom Unfallhergang. Sofort regte sich Lia über den Fahrer des anderen Wagens auf, doch Richard versuchte sie zu beruhigen.

Erschrocken sahen Beide zur Tür, als diese geöffnet wurde und Richards Arzt herein kam. Seine ernste Miene ließ Schlimmes vermuten. "Der Polizist möchte unbedingt sofort mit Ihnen sprechen", stellte er leicht genervt fest. Innerlich atmeten sowohl Richard als auch Lia auf und beide sahen den Doktor verwirrt an. "Fühlen Sie sich in der Lage dazu, ein paar Fragen zu beantworten?" Der Mediziner hatte die Frage der anderen im Raum anwesenden Personen regelrecht fühlen können. Richard nickte nur kurz und der Arzt verschwand, um den Polizisten herein zu lassen. Während Richard die Fragen beantwortete, lauschte Lia seinen Worten. Es war für sie unfassbar, wie man so rücksichtslos fahren konnte.

Nachdem der Beamte den Raum verlassen hatte, zog Richard Lia ein Stück zu sich. Bisher hatte sich noch kein Arzt dazu geäußert, wie es ihm nun eigentlich ging. Oder hatten sie Lia irgendetwas gesagt? "Hat eigentlich ein Arzt mit dir gesprochen?" fragte er sie. "Mit dir denn nicht?" kam nur ihre ungläubige Gegenfrage. Der Arzt hatte Lia versucht zu erklären, was mit ihrem Mann war. Sie versuchte nun die Worte des Doktors einigermaßen originalgetreu wiederzugeben. Der tiefe Schnitt an Richards Bein hatte zu einem argen Blutverlust geführt, der aber, dank seiner Abbindetechnik, durchaus auszugleichen ging. Der Grund, warum er den rechten Arm nicht hatte bewegen können, war gewesen, dass die Schulter ausgekugelt gewesen war. Ansonsten waren es nur ein paar Schürf- und Platzwunden sowie Prellungen gewesen, die er von dem Unfall davon getragen hatte.

Richards Augen fielen langsam zu, aber er versuchte, weiter Lias Worten zu folgen. Sie stockte beim Erzählen, so dass er die Augen noch einmal kurz öffnete, um ihr zu signalisieren, dass sie weiter erzählen sollte. Doch schon kurze Zeit später war er wieder in einem Traum versunken. Kurze Zeit später betrat der Arzt den Raum und bat Lia, wieder im Warteraum Platz zu nehmen.

Als Sam die Augen öffnete, sah er einen blau gekleideten Mann neben sich stehen. Der Mundschutz verriet ihm, dass er sich augenscheinlich im OP eines Krankenhauses befinden musste. Wieder einmal fühlte er einen störenden Schlauch in seinem Hals. "Keine Sorge, beim nächsten Aufwachen ist der weg", antwortete der Mann neben ihm aufmunternd. Sam schloss seine Augen wieder und merkte, wie er langsam wieder in den Schlaf abdriftete. So merkte er nicht, wie man ihn langsam auf die Intensivstation brachte.

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