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Doc DG

durchgeknallt aber glücklich

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:09

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia saß in der Küche, am Küchentisch, spielte gedankenverloren mit dem kleinen Pfefferstreuer und schmollte. Das war so gar nicht, was sie jetzt erwartet hatte, zumal Sam endlich wieder da war. Nun hätte sie vielleicht endlich mal die Möglichkeit gehabt, alles zu klären und dann das. Sie überlegte. 'Vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht?! So haben die Beiden dadurch vielleicht ein bisschen Zeit, sich erst mal kennen zu lernen.' Sie schlug sich mit der Hand vor ihre Stirn. Kannten sich Sam und Richard doch so gar nicht. 'Wie sollte das gut gehen, wenn sich keiner beider kennt?' fragte sie sich in Gedanken. Sam blieb in der Tür steh und sah ihr einen kurzen Moment zu, wie sie sich schmollend mit dem Pfefferstreuer beschäftigte. Er wusste eigentlich gar nicht so recht, was er ihr sagen sollte und entschied, es erst mal zu übergehen. "Du scheinst nicht sonderlicher angetan zu sein, von eurem Besuch?" "Es ist nicht unser Besuch. Ich mag die wenigstens seiner Freunde, aber genau die drei schlimmsten müssen ausgerechnet jetzt hier auftauchen. Hmpf!" Stellte sie immer noch schmollend, mit einem leichten Hang zum Beleidigt werden, fest.

"Deswegen deine plötzliche Flucht?" Sie nickte. "Ich kann diesen Chaoten einfach nichts abgewinnen. Ist einfach nicht meine Wellenlänge, wie Richard das anstellt, weiß ich bis heute nicht." "Und jetzt? Jetzt willst du die ganze Zeit hier, in der Küche bleiben und schmollen?" Erst nickte sie und verneinte dann. "Hmpf, och menno...ich weiß nicht. Keine Ahnung. Werd ich ja sehen." Sie hörte kurzzeitig auf, den Pfefferstreuer, auf dem Tisch hin und her zu schieben und sah Sam an. "Und du? Du wirst sicherlich erst mal in deine Wohnung gehen, oder?" Sie überlegte: "Du kommst aber wieder, oder?" Es blieb einen Moment völlig still in der Küche.

Lia erhob sich seufzend, ging sie gerade nicht davon aus, von Sam noch eine Antwort zu erhalten. Sie begleitetet ihn zur Tür, um ihn zu verabschied, jedoch nicht, ohne ihm vorher noch einen Kuss gegeben zu haben. Schloss anschließend wieder die Tür und ging ins Wohnzimmer. Da die Couch sehr groß war, ragte ein Teil von ihr mitten in den Raum, auf welchem auch Richard saß. Lia schlich sich von hinten an, umschlang Richard vorsichtig von hinten und verweilte einen Moment in dieser Position. Sie wollte noch etwas wissen von Richard, dieser war aber gerade in eins von diesen sinnlosen Gesprächen vertieft, so dass Lia warten musste.

Richard strich mit der rechten Hand, gedankenverloren, über Lias Arm. Kurz darauf drehte er seinen Kopf, um sie anzusehen. Sie gab ihm erst einen Kuss und fing dann an: "Sag mal bleibt es dabei, dass du morgen wieder deine Bahnen ziehst in der Schwimmhalle?" Fragte sie, kaum hörbar für die anderen, in Richards rechtes Ohr. "Ja, du wolltest doch mit!" "Aber nur zum 'planschen' nicht zum Bahnen ziehen", grinste sie, gab Richard noch einen Kuss, sagte ihm, dass sie im Schlafzimmer sei, warf noch einen verächtlichen Blick zu den drei Männern und verschwand dann im Schlafzimmer.

Sie ließ sich rücklings auf das Bett fallen und sah sich erneut die Ornamente an der Decke an, jedes Mal fand sie einige neue Details, die sie vorher noch nicht gesehen hatte. Nach dem sie nichts neues mehr entdecken konnte, griff sie zu ihrem Tagebuch, setzte sich mitten ins Bett und fing an zu schreiben.

Das ist gemein! Warum denn ausgerechnet jetzt? Muss das sein? Ja, anscheinend wohl schon. Hätten diese Doofköppe nicht wann anders auftauchen können? Hmpf! Prima, genau so was hab ich mir ja fast schon gedacht. Aber: vielleicht ist es doch erst mal gar nicht so verkehrt. Immerhin kennen sich die Beiden, ja, so rein gar nicht. Ich stell mir die Sache wieder so einfach vor. Dabei ist es wohl doch nicht so. Obwohl Richard mir ja schon gesagt hatte, dass er offen für neues ist, und wenn das bedeuten würde, sich auf einen Dreierbeziehung einzulassen. Aber was war mit Sam? Würde er da genauso drüber denken? Die ganze Sache hier, wird anscheinend komplizierter als ich dachte. Bin ich vielleicht einfach zu Naiv? Zu Jung? Noch nicht reif genug für so etwas? Denn immerhin, war ich ja diejenige, die das ganze angezettelt hat. Zugegeben, hätte mich Sam nicht geküsst....ich weiß nicht, ob ich es auch getan hätte.

Wichtig für mich ist nur, dass Richard weiß, dass ich ihn immer noch liebe. Dumm war nur, dass Khira wohl genau zu dem Zeitpunkt, im Supermarkt gewesen war, als mich Sam das erste Mal küsste. Sie dachte, Richard und ich hätten uns getrennt. Ich musste das unbedingt noch klar stell bei Khira, damit sie sich kein falsches Bild von mir macht. Sie hat es zwar nicht ansatzweise so aufgefasst, wie ihr Vater, aber das war mir irgendwie egal.

Ich bin froh, dass Sam wieder da ist. Mit jeder Stunde, in der er hier nicht aufgetaucht ist, schwand meine Hoffung, dass ich ihn überhaupt noch mal wieder sehen würde. Und dann plötzlich das! Er steht einfach vor unsere Tür, beziehungsweise stand mitten Mal einfach im Wohnzimmer. Ich war, zugegeben, auch sehr erleichtert, dass Sam wieder da war. Auch wenn er eine Platzwunde, sich am Kopf zugezogen hatte, von der ich immer noch weiß, wo sie jetzt nun eigentlich her kommt. Vielleicht will ich es auch gar nicht wissen. Jetzt wo Sam wieder da ist...hm? Wie wird es nun weiter gehen? Toll, wenn selbst ich das nicht mal weiß. Ist irgendwie nicht so erquickend. Aber muss, ich, es eigentlich sein, die sich hier alleine den Schädel zerbrechen muss darüber, wie es weiter geht? Offensichtlich wohl schon. Ich denke von Sam kann ich da keine Hilfe erwarten, zumindest wohl nicht im Moment....

Seufzend und mit aufgewühlten Gefühlen, legte sie ihr Tagebuch beiseite und ließ sich wieder in die Kissen sinken.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:10

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Wie immer war es stockdunkel in Sams Wohnung. Die Dunkelheit war für ihn gleichbedeutend mit Alleinsein. Genau das war es, was er jetzt auch sein wollte. Er saß im Schneidersitz auf dem Boden im Wohnzimmer und dachte nach. Wie so oft in den letzten Tagen. Es war zum Verzweifeln. Warum hatte Richard ihn so bereitwillig in die Wohnung gelassen? Sam konnte der Sache nicht mehr folgen.

Erst jetzt bemerkte er, dass er die Heizung seit Tagen nicht an gehabt hatte. Der Boden war kalt, genau wie die gesamte Wohnung. Da Sam sich seines T-Shirts entledigt hatte, saß er nun mit freiem Oberkörper im Wohnzimmer. Er begann, leicht zu frieren. Seufzend raffte er sich auf und ging ins Schlafzimmer, wo er sich aufs Bett setzte und sich in seine Decke einrollte. Er würde eh nicht schlafen können. Wie er das bei Lambert hinbekommen hatte, war ihm ein Rätsel.

Sam stand vom Bett auf und fing an, auf und ab zu rennen. Er konnte nicht schlafen und wusste auch nichts mit sich anzufangen. Auf halbem Weg stoppte er plötzlich. Lambert hatte ihm einen Auftrag nicht zugetraut und damit Recht gehabt. Aber war das ein Grund, ihn auf ewig aus der Geschichte zu verbannen? Scharf überlegend stand er still. Er musste auf jeden Fall sein Training wieder aufnehmen, um fit zu bleiben. Vielleicht würde das ja Lambert später überzeugen.

Warum dachte er jetzt über seinen Job nach? Sam fragte sich, ob es in seinem Leben nichts anderes gab. Die Erkenntnis, dass es so war, traf ihn wie ein Schlag. Also gab es nur drei Dinge, über die er sich Gedanken machen konnte: Sarah, Lia und sein Job. Kopfschüttelnd begann Sam wieder, auf und ab zu gehen. Am nächsten Morgen würde er mit seinem Training anfangen. Nur womit? Eine schmerzhafte Jogging-Einheit hatte er ja schon hinter sich, wie ihm in diesem Moment wieder bewusst wurde.

Nein, er konnte sich nicht weiter mit diesen Gedanken ablenken. Er musste mit Lia sprechen. Allein. Sprechen? 'Nicht gerade meine Stärke', dachte Sam, aber da musste er durch. Immerhin wollte er Lia beweisen, dass er es wirklich ernst meinte. Aber wie sollte das funktionieren? Richard war offenbar nicht dazu bereit, Lia gehen zu lassen. Und doch hatte er akzeptiert, dass sie Sam um den Hals gefallen war.

Es war alles zu verwirrend. Sam hatte das Katz- und Maus-Spiel satt und ging zum Telefon. Ratlos stand er nun da. Welche Nummer sollte er anrufen? Ihm fiel auf, dass er nicht eine Telefonnummer von Lia hatte. Angespannt überlegte er, wie er an die Nummer kommen könnte. Auskunft? Warum wollte er überhaupt anrufen? Lia wohnte schließlich direkt nebenan.

Sam legte das Telefon beiseite, warf die Bettdecke zurück auf das Bett und schnappte sich sein schwarzes T-Shirt. Nachdem er geklingelt hatte, versuchte er umständlich, eben jenes anzuziehen. Es war Lia, die öffnete. Immer noch war Sam damit beschäftigt, sein Shirt anzuziehen und ließ Lia so einen kurzen Blick auf Sams Oberkörper.

"Hast du irgendetwas vergessen?" Fragte Lia verwundert. Sam zögerte einen Moment, war es doch so gar nicht seine Art, so zu antworten. "Ja", sagte er schließlich, "ich hab dich aus Versehen hier vergessen." Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen. Hatte sich Lia gerade verhört? "Ich dachte, wenn dein Mann beschäftigt ist, könnte ich dich auf ne Runde Billard oder so was einladen", fuhr Sam fort. Er hasste überlaufene Bars oder Abendlokale, aber für Lia war er bereit, das mal für ein paar Stunden zu vergessen.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:15

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia starrte Sam mit offenem Mund, unverhohlen an. Hatte Sam gerade wirklich gesagt, dass er sie einladen wollte? Nein, dass war nicht das, weswegen Lia immer noch ungläubig Sam anstarrte. Er hatte zwei zusammenhängende Sätze raus gebracht, ohne auch nur ein Mal ins stottern zu kommen und hatte sie auch noch im gleichen Atemzug eingeladen. Sie brauchte mehrere Augenblicke, um sich wieder zu fangen. Griff dann schließlich nach Sams Shirt, zog ihn in den Flur und machte die Tür zu. "Nicht weglaufen", mit diesen Worten verschwand Lia ins Wohnzimmer. Dort angekommen, musste sie feststellen, dass sich die illustre Gruppe auf mysteriöse Weise erweitert hatte. So waren irgendwie noch zwei weitere Freunde von Richard aufgetaucht und das ganze schien sich zu einem Herrenabend zu entwickeln.

Jetzt wieder wurde Lia bewusst, wie froh sie war, dass Sam sie hier raus holen wollte. Sie schmiegte sich wieder von hinten an Richard an. Dieser hatte Lia nicht mitbekommen, auch nicht das Klingeln an der Tür und war um so erstaunter, als er hörte, dass Sam Lia eingeladen hatte. "Ich bin nicht lange weg." Richard und Lia sprachen leisen, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre, da die Männer gehörigen Krach machten. Richard sah in die Runde und wusste, dass er die Jungs nicht so schnell loswerden würde, es könnte durchaus spät werden, später als jetzt schon ohnehin war. "Lasst euch Zeit. Aber bitte irgendwann wieder kommen, ja?" Gab er mit schelmischen Grinsen in Lias Richtung ab. Lia knuffte Richard leicht. "Menno, du weißt genau, dass ich wieder komme, die Frage ist heute nur, wann. Hmpf." Sie war sich nicht so ganz sicher, ob sie wirklich mit Sam weg gehen sollte, andererseits würde sie so nur zwischen Küche, Schlafzimmer und Arbeitszimmer umher gondeln, da sie das Wohnzimmer meiden würde und somit auch nicht zu Richard gehen würde. Es war eine schreckliche Angewohnheit von seinen Kumpels hier immer mitten in der Woche aufzukreuzen, aber ändern konnte sie es einfach nicht.

Sie gab Richard einen Kuss, der auch prompt ein allgemeines Raunen in der Runde auslöste, sie hasste es. Richard ließ es sich nicht nehmen, Lia noch einmal halb über die Rückenlehne der Couch zu ziehen und ihr noch einen innigen Kuss zu geben. Er wünschte Lia viel Spaß und ließ sie gehen. Lia ging zurück in den Flur, wo Sam immer noch genau da stand, wo sie ihn zurück gelassen hatte. Sie nahm sich ihre Jacken, von der Garderobe, nahm sich ihren Schlüssel und ging mit Sam raus. Vor der Tür, lehnte sie sich kurz noch ein Mal daran und seufzte. "Stimmt was nicht?" kam von Sam. Sie verneinte. "Ich bin ganz froh, dass ich jetzt raus bin", sie stieß sich von der Tür ab und steuerte die Stufen an, hielt dann aber inne. Sah Sam an, wartete, bis dieser auf gleicher Höhe war, zog ihn zu sich und gab ihm ein Kuss. Anschließend musterte sie ihn. "Willst du so raus gehen? Der Sommer is vorbei." Stellte sie fest. Sam guckte an sich runter und musste sich eingestehen, dass er ja nur das T-Shirt übergezogen hatte. "Oh", murmelte er, verschwand noch ein Mal in seiner Wohnung um sich noch etwas über zu ziehen.

Lia lehnte an seiner Tür und wartete auf ihn. Gemeinsam verließen sie das Haus. "Wo kann man hier Billard spielen?" Lia sah zu Sam auf. "Willst du wirklich Billard spielen? Du machst nicht gerade den Eindruck, eines Partylöwen", grinste sie ihn verlegen. Er seufzte. "Nein, nicht unbedingt." Sie lachte. "Hab ich´s doch geahnt. Kaffee trinken?" Sam war es gleich, so lange die Lokale nicht überliefen von Menschen. "Kaffee trinken!" stellte Lia zufrieden fest und steuerte zielsicher, eines ihrer Lieblingscafés an. Kurz davor überlegte sie noch mal. 'Nein, dort wussten alle, dass ich mit Richard verheiratet bin, dass würde nur Gesprächstoff geben.' Nach dieser Überlegung entschied sie sich dazu ein anderes Café aufzusuchen, an denen mangelte es hier nicht in dieser Gegend.

Sie setzten sich in eine der wenigen Ecke des Cafés, die noch frei waren. Es war mitten in der Woche, da ist so was durchaus mal üblich. Es dauert auch nicht lange, bis ein Kellner ihren Tisch ansteuerte um die Bestellung aufzunehmen. Nach dem dies Geschichte war, sah Sam Lia fragend an. "Warum hat mich dein Mann..." "Richard!" Unterbrach ihn Lia. "Er hat einen Namen." Sam seufzte und setzte noch ein Mal ein. "Warum hat Richard mich so bereitwillig in die Wohnung gelassen? Lia? Ist bei euch wirklich alles in Ordnung?" Sie schaute ihn etwas verdattert an. "Ja. Warum denn nicht? Wie kommst du dar....", sie brach ab, kam ihr doch die Szene im Flur wieder in den Sinn. "Wie du nicht da warst, hatten Richard und ich Zeit darüber zu reden, was vorgefallen ist. Ich hab ihm gesagt, dass ich mich in dich verliebt habe." Sam war immer noch verwirrt. "Und das akzeptiert er so?" "Ja, er liebt mich, genauso wie ich ihn liebe und dich." Lia hatte gerade das Gefühl, dass sie sich im Kreis drehten. Irgendwie wollte es nicht so voran gehen, wie es eigentlich sollte.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:16

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Er konnte mit Lias Aussage nicht viel anfangen, verwirrte sie ihn doch noch mehr, als er es sowieso schon war. "Lia, ich verstehe das alles nicht", gab er schließlich offen zu, "wie kann Richard das so kalt lassen? Erst meint er, er müsste mir was auf die Nase geben und dann ist er plötzlich wie ausgewechselt. Als wenn nichts gewesen wäre."

Sam wartete auf eine Reaktion. Regungslos verharrte er auf seinem Stuhl und forderte somit eine Antwort von Lia. Seine grünen Augen fixierten ihre Augen. Er lehnte sich nach vorne, um sich mit beiden Armen auf dem Tisch abzustützen. "Nun, hast du eine Erklärung dafür oder nicht?" Fragte Sam, um sicher zu gehen, dass sie sich nicht missverstanden. Lia antwortete eher kleinlaut: "Ich habe mit ihm über eine Dreierbeziehung gesprochen, der er offen gegenüber stehen würde."

Ihre Blicke trafen sich. Sam brauchte einen Moment, um Lias Worte zu verarbeiten. "Einfach so?" Kam seine verwirrte Frage, bevor er fortfuhr: "Ich meine, Richard und ich, wir kennen uns doch überhaupt nicht. Wie soll das Ganze funktionieren?" Sam konnte es sich nicht so recht vorstellen. "Es steht außer Frage, dass ich dich liebe", fügte er nachdenklich hinzu und fuhr sich mit einer Hand über die immer noch verkrustete Platzwunde. Überrascht hielt er in der Bewegung inne, was Lias Aufmerksamkeit auf die Wunde lenkte.

"Was hast du da eigentlich gemacht?" Fragte sie wieder in diesem besorgten Ton. Sam wich ihrem Blick aus. "Ich hab Bekanntschaft mit nem Ast gemacht, mehr nicht", gab er leise zurück. "Einem Ast?" kam ungläubig von Lia. "Lia, das ist nicht weiter wichtig", wechselte Sam das Thema, "es geht jetzt um uns Beide." "Und? Siehst du eine Zukunft für uns?" Wollte sie schließlich wissen. Sam seufzte. "Zu dritt?" "Ich werde Richard nicht verlassen, egal, wie sehr ich dich liebe", stellte sie fest.

Wieder lehnte sich Sam zurück. Lia ließ ihm keine Wahl. Entweder eine Dreierbeziehung oder gar nicht. Dreierbeziehung. Was hieß das genau? Sam wusste nicht recht, wie und ob er mit Richard zu Recht kommen würde. Dafür kannte er ihn zu wenig. Lia beobachtete Sam aufmerksam. Sam merkte das und wusste, dass sie auf eine Antwort von ihm wartete. Mit den Augen fixierte er die Wand neben sich, um besser nachdenken zu können. Nach einem kurzen Moment sah Sam auf.
Entschlossen.
Lia wusste sofort, dass er eine Entscheidung gefällt hatte. Sie befürchtete, dass er sich gegen sie entschied.

"Wäre es nicht sinnvoll, wenn ich Richard dann überhaupt erstmal richtig kennen lerne?" Lia glaubte, ihr Herz würde so laut klopfen, dass es bis auf die Strasse zu hören sein müsste. Sam hatte gerade ihren Vorschlag angenommen, wenn auch mit einer Einschränkung. "Das soll nicht das Problem sein", grinste sie ihn glückselig an, "magst du Wasser?" Mit dieser Frage hatte Sam nun gar nicht gerechnet. "Wasser?" Kam von ihm verständnislos zurück. "Wir wollen morgen Schwimmen gehen. Richard wird ein paar Bahnen ziehen, damit er für die nachzuholenden Konzerte in Südamerika vorbereitet ist", platzte Lia heraus. Sam fuhr gerade vollkommen Achterbahn. "Konzerte? Südamerika? Lia!? Ich weiß überhaupt nicht, was Richard macht!"

Es waren erst ein paar Minuten vergangen, seitdem Lia die Wohnung mit Sam verlassen hatte, aber Richard kam es wie Stunden vor. Die laut geführte Unterhaltung um ihn herum hatte er ausgeblendet und saß nun, in Gedanken versunken in einer Ecke seines Sofas. Worüber würden sich Lia und Sam unterhalten? Würden sie überhaupt miteinander reden? Sam war offenbar nicht sehr gesprächig.

Richard bekam so auch nicht mit, dass schließlich auch noch Emu zu dem ganzen Gewusel hinzugekommen war. Erst als dieser ihn am Arm packte, wachte Richard aus seinem tranceähnlichen Zustand erschreckt auf. "Emu!?" Richards überraschter Blick musste Bände sprechen. "Du denkst ja daran, dass wir demnächst die verpassten Konzerte nachholen, oder?" Fragte Emu ohne Umschweife. "Du meinst, die in Südamerika?" Richard war von dieser Frage total überfahren worden, konnte er sich doch nicht daran erinnern, dass davon mal die Rede gewesen war. "Genau die", antwortete Emu grinsend.

"Wann sollen die denn stattfinden?" Wollte Richard nun genauer wissen. "In zwei Monaten geht es los, in Mexico City." Er hasste diese Tourtermine. Die Gigs an sich waren interessant, aber das Reisen langweilte ihn. "Kommt Lia mit?" Riss ihn Emu wieder aus seinen Gedanken. "Ich weiß nicht. Ich werde sie fragen."

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:17

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia fing an zu lachen, war Sams Gesichtsausdruck doch einfach zu niedlich. "Hatte ich dir wirklich nicht erzählt, dass Richard Musiker ist?" Sam blieb stumm und verneinte. "Oh, entschuldige. Sagt dir die Band Rammstein etwas?" Wieder kam nur eine stumme Antwort, in Form eines Nickens. "Er ist der Leadgitarrist der Band und eigentlich auch der Kopf der Band, ohne ihn würde es Rammstein wohl nicht geben. Na ja, auf jedenfall soll die ausgefallene Südamerikatour noch nach geholt werden, demnächst." "Und weswegen ist er dann so oft in New York?" wollte Sam schließlich noch wissen. "Er will nebenbei noch sein eigenes Soloprojekt machen und das will er halt in New York machen." Sams Gedanken überschlugen sich erneut. "Schwimmen?" wechselte er mitten Mal das Thema. Lia grinste. "Ja, morgen. Oder bist du nicht so´ne Wasserratte?"

Sam huschte ein flüchtiges Lächeln über sein Gesicht. "Doch, ich denke wohl schon." Schwimmen wäre der richtige Einstieg für sein Training, überlegte er sich. "Und du meinst, dass es Richard nichts ausmacht, wenn du mich einfach so mitnimmst?" Sie schüttelte den Kopf. "Er wird seine Bahnen ziehen, damit hab ich nichts am Hut." "Warum gehst du dann mit?" Wieder musste sie grinsen. "Weil ich ne totale Wasserratte bin. Ich liebe das Wasser, vorausgesetzt es ist angenehm warm", gab sie verlegen zu. Sam rieb sich die Stirn und musste aufpassen nicht an die Wunde zu kommen. "Ich komme mit, aber nur wenn es Richard recht ist." Lia zog eine Schnute. "Warum denn nicht? Immerhin hat er auch zugelassen, dass wir beide jetzt unterwegs sind, oder etwa nicht?" Von Sam folgte nur ein 'Hm!'.

Beide schwiegen einen Moment. Lia glaubte gerade zu platzen vor Glück. Auch wenn vielleicht noch nicht alles so seinen Weg ging, wie sie es sich gedacht hatte, so war sie zumindest wohl auf den besten Weg dahin. Sie hoffte es zumindest. Sie hatte Sam endlich sagen können, was ihr seit Tagen im Kopf rum schwirrte und was sie ihn schon vor Tagen hatte fragen wollte. Nein, sie hatte ihn nicht gefragt. Es war wohl mehr eine Feststellung, dass Richard der Dreierbeziehung gegenüber offen, die sie Sam offenbart hatte. Sie sah Sam kurz an.

Lia hoffte inständig, dass sich die beiden Männer verstehen würden. Ansonsten wäre alles für die Katz gewesen. Sie erschrak in Gedanken. 'Nein, dass durfte nicht passieren. Andernfalls, würde Sam wieder alleine bleiben und ich würde unter Garantie damit nicht zu recht kommen, dass Sam nicht dazu gehören würde.' Sie versuchte den Gedanken zu verscheuchen, doch so ganz wollte ihr das nicht gelingen, waren Sam und Richard doch so grundverschieden in ihrem Wesen. War es vielleicht genau auch das, was Lia so zu Sam hinzog und gleichermaßen auch zu Richard? Sie schloss diese Theorie nicht ganz aus. Irgendwas wird wohl dran sein, dachte sie sich.

Sie ließ in Gedanken, die vergangene Zeit Revue passieren. So hätte sie sich, doch noch vor mehr als einem Jahr nicht träumen lassen, dass sie jetzt verheiratet war. Aber das alleine war nicht so ein absurder Gedanke, wie der, mit wem sie eigentlich verheiratet war und was jetzt noch dazu gekommen war, beziehungsweise noch kommen wird. Lia war total in Gedanken versunken, dass Sam mehrere Anläufe brauchte um sie wieder in die Realität zurück zu holen. "He? Ist alles klar?" fragte er doch etwas besorgt in Lias Richtung. Sie nickte und lächelte ihn an.

"Wie lange werden die Freunde von Richard eure Wohnung noch belagern?" wollte Sam mitten Mal wissen. Lia zuckte mit den Schultern, waren die letzten Male doch sehr ausschweifend gewesen und gingen bis in die frühen Morgenstunden. "Lange, denk ich mal. Die haben Durchhaltevermögen." stellte sie verbittert fest, passte ihr das doch so gar nicht in den Kram. "Wollen wir jetzt hier bleiben und hier die Zeit totschlagen?" "Nein, dass muss nicht sein." Lia schaute auf die Uhr und erschrak, war es doch schon weit nach Zwei in der Nacht. "Wollen wir nach hause?" fragte sie schließlich. Sam nickte, bezahlte die Getränke und machte sich mit Lia auf den Heimweg.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:18

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Der Weg nach Hause verlief relativ schweigsam. An der Haustür angekommen, war es Sam, der die Stille brach: "Wann wollt ihr denn los?" Lia sah von ihrem Versuch, die Tür aufzuschließen auf. "Ich klingel einfach, wenn das okay ist", beantwortete sie die Frage. Sam nickte. Zusammen betraten sie das Treppenhaus, nachdem Lia die Tür geöffnet hatte.
Vor ihren Wohnungen angekommen, standen sie etwas unschlüssig auf dem Podest. "Danke, Sam", meinte Lia kurz und gab ihm einen Kuss. Sam stand immer noch wie versteinert vor ihr. Es war offensichtlich, dass er etwas sagen wollte. "Was ist?" wollte Lia wissen. "Wenn euer Besuch noch da sein sollte und es dich nervt, dann komm einfach rüber, okay?" Sam stellte diesen Satz absichtlich als Frage, schließlich wollte er Lia nicht dazu zwingen, in seine Wohnung zu kommen.

Lia nickte, als ihr eine Idee kam. "Warte noch einen Moment", sagte sie und schloss leise die Wohnungstür auf. Die lauten Stimmen der Besucher waren nun bis auf den Flur zu vernehmen. Nach einem kurzen Augenblick stand Lia wieder vor Sam. "Ich hab Richard nur Bescheid gegeben. Er wird klingeln, wenn sie weg sind." "Pfiffig", meinte Sam und schloss nun seine Tür auf. "Fühl dich wie zuhause", ließ er leise verlauten.

Lia steuerte direkt das Wohnzimmer an und setzte sich auf die Couch. Sam folgte ihr leise und ließ sich neben ihr auf dem gemütlichen Sofa nieder. "Was nun?" fragte Lia. "Film?" war das Einzige, was Sam von sich gab. Lia musste grinsen, erinnerte sie sich doch an ihre zweiten Abend in Richards Wohnung, der ähnlich angefangen hatte. "Was ist da so witzig dran?" Sam war wieder einmal verwirrt. "Ach nichts. Das erinnert mich nur daran, wie das mit Richard angefangen hat", versuchte Lia seine Verwunderung zu besänftigen.

Die Beiden schwiegen einen Moment. "Film", bestätigte Lia dann. "Welchen?" "Was hast du denn?" "Such dir da vorne aus dem Regal was aus. Ich hol derweil etwas zu trinken", sagte Sam und sah Lia fragend an. "Mir reicht Cola, wenn du so was da hast", beantwortete sie die ungestellte Frage. Während Sam sich in die Küche aufmachte, schlenderte sie zum DVD-Regal und suchte sich einen Film aus. Dabei stellte sie fest, dass Sam offenbar Dokumentationen sehr gerne schaute und sich viel über fremde Länder informierte.
"Du reist gerne?" rief sie fragender Weise in die Wohnung. Es kam keine Antwort. Stattdessen tauchte Sam mit zwei Getränken wieder auf. Lias Cola stellte er auf dem Wohnzimmertisch ab und er selbst nippte im Stehen an einem Glas Whiskey. Fragend sah Lia ihn an. "Ich hab dich was gefragt", stellte sie fordernd fest. Sam musterte sie mit einem prüfenden Blick. Sollte er ihr die Wahrheit sagen? Nein, das durfte er nicht. "Geschäfte", brachte er nur leise hervor. Er hasste diese Geschichte.

Lia legte die DVD in den Player und schaltete das Fernsehgerät darüber ein, bevor sie sich wieder auf dem Sofa niederließ. Auch Sam setzte sich nun und stellte sein Glas auf dem Tisch ab. "Bist du viel unterwegs?" "Im Moment weniger", erwiderte Sam. Die Fragen waren ihm unangenehm, aber ihm war klar, dass Lia irgendwann so oder so danach fragen würde. "Und als was arbeitest du?" fragte Lia neugierig weiter. Sam seufzte, bevor er antwortete: "Ich bin Einkäufer bei einer Firma, die Waffen herstellt. Und dazu muss ich um die halbe Welt reisen, um Material einzukaufen."

"Hört sich interessant an", gab Lia zu. Sie ahnte, dass Sams Reisen durchaus etwas länger dauern würden, ähnlich Richards Reisen. Einen gemeinsamen Punkt hatten sie dadurch auf jeden Fall schon mal. "Ich bin momentan beurlaubt", waren Sams nächste Worte. Es war, als hätte er Lias Gedanken lesen können. "Das heißt, du wirst in nächster Zeit nicht verreisen?" "Nein, wohl kaum."

Lia versuchte, das Durcheinander zu verstehen. "Bist du deswegen hierher gezogen? Warum hat man dich beurlaubt?" Ihr fiel auf, dass sie eigentlich gar nichts über Sam wusste. Sie wusste nicht einmal, ob er Deutscher oder sonst was war. Sam antwortete nicht, wie so oft und Lia merkte, dass es ein gravierender Grund sein musste, da Sam nicht darüber sprechen wollte. "Vergiss meine Fragen", sagte sie dann und schaltete den Film ein. Danach kuschelte sie sich an Sam.

Überrascht legte Sam einen Arm um Lia, um sie ein wenig an sich zu drücken. Er hatte Schwierigkeiten, sich auf den Film zu konzentrieren, wollte Lia aber zu nichts zwingen. Sie beobachtete aufmerksam den Fernsehschirm und merkte nicht, dass Sam seinen Kopf auf die Rückenlehne des Sofas gelegt hatte. Er starrte einen Moment lang die Zimmerdecke an, bevor er die Augen schloss.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:18

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Es war eine Weile vergangen, als Lia Sam ansprach: "Sam?" Mal wieder bekam sie keine Antwort. Sie dreht sich zu ihm um und musste feststellen, dass dieser, in einer augenscheinlich, unbequemen Position eingeschlafen war. Sie wollte ihn nicht wecken, aber auch nicht so sitzen lassen und schaute sich um. "Hat dieser Kerl, denn nicht mal ne Decke hier rumschwirren?" fragte sie sich leise und machte sich auf ins Schlafzimmer, um eine Decke zu holen und griff sich gleich noch ein Kissen. "So kann ein Mensch doch gar nicht schlafen, echt mal." wetterte sie leise vor sich hin und ging, bepackt mit Decke und Kissen, wieder ins Wohnzimmer. Sie sah Sam einen Moment lang beim schlafen zu und begutachtete anschließend sein Glas. "Hm? Na? Davon wird es ihn wohl nicht gleich umgehauen haben, oder?" Das Glas war noch einigermaßen voll, von daher ging Lia nicht davon, dass Sam dadurch so schnell eingeschlafen war.

Sie platzierte vorsichtig das Kissen unter Sams Kopf, damit er sich morgen überhaupt noch bewegen konnte, legte ihm die Decke über, gab ihm noch einen vorsichtigen Kuss und ging zur Haustür. Als sie diese geöffnet hatte, stand sie Richard gegenüber. "Hey?" freute sie sich offensichtlich und gab ihm auch einen Kuss. "Endlich alle weg?" fragte sie anschließend, und zog die Wohnungstür hinter sich, leise, zu. "Ja! Was ist mit Sam?" "Er ist eingeschlafen auf der Couch, ich war sowieso gerade auf dem Weg zu dir", grinste sie ihn an.

Wieder in ihrer eigenen Wohnung, stand sich Lia nicht nur einem heillosen Chaos gegenüber, sonder rannte in eine stehende blaue Dunstwolke. "Hmpf. Erfroren sind schon viele, aber erstunken noch keiner", mit dieser Bemerkung ging sie zu den Wohnzimmerfenstern und riss diese weit auf. "Es fällt einem nicht auf, wenn man die ganze Zeit mittendrin sitzt." stellte Richard fest, ging zu Lia, umarmte sie von hinten, legte sein Kinn auf ihre Schulter und zog sie eng an sich. "Hast du mit Sam gesprochen?" Richard wollte es nach wie vor wissen, vor allem auch, weil er endlich mal wissen wollte, wie es nun weiter gehen sollte. Sie nickte. "Und?" kam als nächstes. "Er ist der Sache, offenbar genauso wenig abgeneigt, wie du." Sie sah ihren Mann. "Aber ihr solltet euch wohl erst mal kennen lernen, oder? Das erste Treffen mit euch beiden, is ja nicht so berauschend verlaufen, hm?" Richard schwieg dazu.

"Ich habe Sam angeboten, dass er morgen mitkommen kann zum schwimmen. Ist das in Ordnung für dich?" fragte sie unsicher. Es war einfach keine normale Situation, für keinen der Drei. Lia war bedacht darauf, dass die beiden Männer sich erst mal richtig kennen lernen sollten und hoffte einfach darauf, dass sie sich verstehen würden. Sollte dies nicht der Fall sein, wüsste sie nicht, wie es weiter gehen sollte. Beide waren bereit eine Dreierbeziehung einzugehen. Für Lia käme nichts anderes in Frage, dass wusste sie nur zu gut. "Wenn du damit kein Problem hast, soll es mir recht ein." riss Richard Lia aus ihren Gedanken. Frech grinste sie ihn an. "Nein, hab ich nicht." Sie schaute sich im Wohnzimmer um. "Hmpf, dass machen wir morgen, oder? Ich bin müde und hab jetzt irgendwie nicht mehr die Böcke aufzuräumen, du?" Richard gab ihr einen Kuss und verneinte. "Lass uns schlafen gehen." Mit diesen Worten, drehte sich Richard um, nahm Lia an die Hand und dirigierte sie ins Schlafzimmer.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:19

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard war froh, dass seine Freunde endlich verschwunden waren. Er wusste, dass Lia sie nicht besonders mochte und war daher froh gewesen, dass Sam sie so lange "verwahrt" hatte. Noch immer lag er wach im Bett, Lia hingegen schlief schon eine ganze Weile. Richard musste immerzu an den morgigen Tag denken. Wie würde er mit Sam klar kommen? Vor allem, nach all dem, was passiert war?

Sam wachte wieder einmal durchgeschwitzt auf und war überrascht, sich auf dem Sofa wieder zu finden. Der Fernseher, wie auch der DVD-Player standen auf Standby. Er musst eingeschlafen sein. Erst jetzt bemerkte Sam das Kissen und die Decke. Lia musste es aus dem Schlafzimmer geholt haben. Sam war vollkommen orientierungslos, was total untypisch für ihn war.

Allerdings wusste er, dass er auch diese Nacht keinen weiteren Schlaf finden würde. Im Aufstehen nahm er Kissen und Decke von der Couch und ging zur Wohnungstür. Sein Lieblingsplatz, seitdem er hier eingezogen war. Den Kopf an die Tür lehnend und sich in die Decke einrollend, setzte er sich mit dem Rücken an die Tür. Er fror, trotz der Decke und der Tatsache, dass er kurz zuvor dank seines Alptraums noch geschwitzt hatte.

Sam raffte sich umgehend wieder auf und brachte sowohl die Decke als auch das Kissen ins Schlafzimmer. Mit Schwung warf er beides von der Tür aus aufs Bett und ging dann ins Bad. Er stützte sich mit beiden Armen auf den Rändern seines Waschbeckens ab und blickte in den Spiegel vor sich. War es richtig, was er tat? Er hatte Zweifel daran, dass diese Dreierbeziehung so funktionieren würde, wie Lia es sich vorstellte.

Sam schloss die Augen und gab sich einen Ruck. Er musste es ausprobieren, etwas anderes würde ihm nicht bleiben. Langsam entledigte sich Sam seiner Kleidung und stieg in die Dusche. Einige Zeit ließ er sich das kühlende Nass ins Gesicht plätschern, wobei er sich mit beiden Händen an den Fliesen der Wand abstützte. Schließlich ging sein Blick zu Boden und das Wasser lief ihm in allen Richtungen über den Kopf. So verweilte er eine ganze Zeit.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:20

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia fing an im Bett zu wühlen und holte so Richard aus seinen Überlegungen. Er beobachtete sie, wie sie im Schlaf erst ihr Kissen wieder zu recht rückte und anschließend sich mit der Decke einen Kampf bot, den sie schließlich gewann. Er musste unweigerlichen Lachen, war dies doch ein Anblick, der etwas anderen Art. Lia war offenbar noch nicht fertig mit ihrer Wühlaktion, da sie erneut, wie eine Wühlmaus im Bett zugange war. Schließlich gab sie Ruhe, nach dem sie sich bei Richard an die Seite gekuschelt hatte. Richard nahm Lia in den Arm und verweilt so noch eine zeitlang, bis schließlich die Müdigkeit über sein bisheriges Gedankentreiben die Oberhand gewann und auch er schließlich schlief.

Lia wurde zeitig wach, schlich sich aus dem Bett und lies Richard noch schlafen. So hatte sie die Möglichkeit, erst ein Mal in Ruhe, ausgiebig zu duschen und später, nach der Dusche noch Frühstück zu machen. Sie hatte erst in Erwägung gezogen, Sam zum Frühstück rüber zu holen, verwarf dann aber wieder den Gedanken, da sie Richard damit nicht überfallen wollte. Sie konnte es schließlich nicht erzwingen, dass die Beiden sich kennen lernen. So gesehen, wurde es so oder so erzwungen, bedingt durch ihre Liebe zu Lia.

Sie fragte sich, ob das der richtige Weg war? Aber was blieben noch für Möglichkeiten? Unter normalen Umständen, hätten sich die Männer so oder so kennen gelernt, immerhin wohnen sie nebeneinander. Nur gab es jetzt einen gravierenden Unterschied. Beide liebten sie Lia. Das würde ein 'neutrales' Kennen lernen, so gut wie unmöglich machen. Wieder machte sich dieses flaue Gefühl in Lias Magen breit. Die Angst, dass sich Richard und Sam nicht verstehen könnten, machte ihr stark zu schaffen, was sich anscheinend auf ihren Magen niederschlug.

Etwas rastlos irrte sie durch die Wohnung. Den Grund dafür konnte sie nicht mit Bestimmtheit ausmachen. Sie war bereits fertig mit Duschen und der Frühstückstisch war auch schon gedeckt, aber sie wollte Richard nicht wecken. Sie wagte sich in das Wohnzimmer und sah sich immer noch dem Chaos gegenüber stehen. Unter dem Glastisch, stand ein ganzes Arsenal von leeren Bierflaschen. Vereinzelt fanden sich noch ein paar Wodkaflaschen unter der Couch wieder. Lia war es vollkommen unklar, wie man an einem Abend so viel trinken konnte. Das Flaschenarsenal war allerdings nicht das Schlimmste an der Sache, wohl eher die überquellenden Aschenbecher und die darum liegende Asche. Das Wohnzimmer glich eher einer Kneipe, in der man ordentlich gefeiert hatte, stellte Lia fest. Trotz dem die Fenster auf Kippstellung, die Nacht über offen standen, wollte der Geruch von kaltem Zigarettenrauch einfach nicht weichen. Daher machte Lia ein weiteres Mal die Fenster sperr-angelweit auf, ungeachtet dessen, dass es ziemlich kühl war. Sie überlegte, wie sie am schnellsten diesen Geruch aus dem Wohnzimmer verbannen konnte und kam zu dem Entschluss, die Wohnungstür zu öffnen und somit ein Mal kräftig durch zu Lüften.

Lia merkte schnell, dass die Aufräumaktion, nur einem einzigen Grund galt: der Ablenkung. Sie war nervös. Sie konnte einfach nicht abschätzen, was heute passieren würde.
Da war sie wieder.
Die Angst.
Lia hatte sich in den letzten Tagen und Nächten wohl schon zu oft ausgemalt, wie es werden könnte und hatte bewusst die Tatsache verdrängt, dass es durchaus noch andere Optionen geben könnte, die so rein gar nicht zu dem passten, was sie sich schon ausgerechnet hatte. Sie wollte dieser Tatsache einfach nicht ins Auge blicken. Sie wollte sich nicht mit dem Gedanken auseinandersetzten, was wäre, wenn das alles total den Bach runter ginge. Sie konnte und wollte es einfach nicht. Sie liebte diese beiden Männer und ihre Gefühle zu ihnen waren unumstößlich und ließen auch keinen Zweifel zu. Ein tiefes Seufzen kam ihr über die Lippen, als sie sich dessen bewusst wurde. Sie ließ nun doch alles, wie es war und ging wieder in die Küche.

Sie setzte sich an den Tisch und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Konnte so etwas sein? Sie ist sich ihrer Gefühle, zu ihrem Mann und zu Sam zu 100 Prozent sicher. Das war Tatsache. Aber konnte es sein, dass sie trotz dieser Sicherheit, ihrer Gefühle, so sehr daran zweifelte, dass es gut gehen konnte? Es gab einfach zu viele Faktoren, in dieser Gleichung, die nicht berechenbar waren. Zwei der größten davon, waren unumstritten, Sam und Richard. Zwei Männer, wie sie wahrscheinlich, unterschiedlicher gar nicht mehr sein konnten. Aber es gab zumindest doch wohl eine Sache, die sie beide nicht abstreiten konnten. Sie liebten Lia, nur war es eine Gemeinsamkeit, die sie dadurch auch verband? Lia kannte keine Antwort darauf. Noch nicht. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie eine bekommen würde, in den kommenden Tagen. Und immer noch hoffte sie inständig, dass es nicht die Art von Antwort sein würde, mit der sie nicht leben konnte.

Sie musste aufhören sich ständig Gedanken zu machen. Aber es blieb einfach nicht aus. Wenn sie so weiter machen würde, würde sie früher oder später Gefahr laufen, eine große Enttäuschung zu erleben. Sie überlegte. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie jemals in ihrem Leben, so extrem schwarzgesehen hatte, wie jetzt. Es passte so gar nicht zu ihr. Allerdings war sie bisher auch noch nie in solch eine Situation geraten. Es nervte sie. Aber wahrscheinlich nervte es Richard und Sam genauso, wie sie.

Ihre Gedanken begannen sich wie wild zu drehen und sie musste aufpassen, dass sie nicht den Boden unter den Füßen verlor. Seit Tagen drehte sich alles nur noch um das eine Thema. Es dominierte zurzeit die gesamte Beziehung und fast alle angefangenen Gespräche zwischen Lia, ihrem Mann und Sam. Es war allerdings auch nicht verwunderlich. Lia schwirrte der Kopf mitten Mal so heftig, dass sie das Gefühl bekam, ihr würden ihre Sinne schwinden. Sie stand auf, wollte Richard wecken um endlich von diesen quälenden Gedanken abgelenkt zu werden. Ein fataler Fehler. Sie spürte, wie es ihr die Beine wegzog und ihr schwarz vor Augen wurde. Sie verlor das Bewusstsein und knallte unsanft auf die Fliesen auf.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:20

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Alles wirkte mitten Mal so unrealistisch, wie es nur ging. Alles um sie herum wurde in eine pechschwarze Dunkelheit getaucht. Sie hatte keine Orientierung, keinen Anhaltspunkt, wo sie sich derzeit befand. Sie wollte weiter gehen, war aber nicht im Stande dazu. Irgendwas machte es unmöglich, dass sie sich auch nur einen Millimeter bewegen konnte. Es schien, als wenn die Dunkelheit noch dunkler werden würde.
War dies möglich?

Sie wusste keine Antwort darauf. Bekam sie doch gerade einen Anflug von Panik zu spüren, dem sie sich nicht widersetzten konnte. Sie wollte fliehen, was aber durch irgendetwas verhindert wurde. Sie sah sich um, erkannte aber durch die undurchdringliche Dunkelheit nicht das Geringste. Sie versuchte den Grund ausfindig zu machen, weshalb sie sich nicht bewegen konnte, was aber ohne Erfolg blieb. Es war ihr nicht möglich, die Quelle, für das nicht Vorankommen, auszumachen. Die Panik in ihr wuchs auf ein unerträgliches Maß an und drohte sie in den Wahnsinn zu treiben, sollte sie weiterhin nicht von der Stelle kommen.

Auf ein Mal, verändert sich die Dunkelheit. Es blieb nach wie vor dunkel, doch konnte sie schemenhaft Umrisse von zwei weiteren Personen entdecken. Sie hörte, wie sich die beiden Personen unterhielten und fing an zu rufen. Es wurde nicht gehört. Noch ein Mal versuchte sie es, aber statt dem Rufen, ging sie ins schreien über, bedingt durch die Panik, die immer noch dominant vorhanden war. Auch jetzt, konnte sie keine Reaktion feststellen. Sie war im Begriff durchzudrehen, als sie merkte, dass die beiden Personen näher kamen; Versuchte sie sich zusammen zu reißen. Mit dem Näher kommen der Personen, war sie nun auch in der Lage, einige Wortfetzen, des Gespräches aufzuschnappen.

"Nein......glaubst du das wirklich?"
Stille.
"Ach was......so etwas kann nicht funktionieren."
Stille.
"Ja, dass habe.....gedacht."
Stille.
"Eine wahnwitzige Idee."
Stille.
"....Idee....von einem.....naiven.....unreifen Ding."
Sie durchbrach die Stille mit einem schrillen Schrei. "NEEEIIIIIN!!!"

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:21

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard saß senkrecht im Bett, als er das Geräusch wahrnahm. "Lia!" kam in einem erschrockenen, als auch total verschlafenen Zustand über seine Lippe. Er schlug die Decke weg und hechtete aus dem Schlafzimmer. "Lia!" rief er in die Wohnung, bekam aber keine Antwort. Er rannte ins Wohnzimmer. Leer. Arbeitszimmer. Leer. Badezimmer. Leer. Küche. Richard glaubte, sein Herz würde für einen Moment auf hören zu schlagen. Lia lag bewusstlos auf dem Küchenboden. Richard war mit einem großen Satz bei Lia, hievte sie vom Boden, brachte sie ins Wohnzimmer und legte sie auf Couch. Er hockte sich vor die Couch und strich ihr vorsichtig durchs Gesicht. "Lia?!"

Sam waren die Rufe von Richard nach Lia nicht entgangen. Was war geschehen? Er musste es wissen, trat aus seiner Tür, machte zwei große Schritte und klopfte an der gegen überliegend an. Richard zuckte zusammen. Er wollte jetzt nicht von Lia weg gehen, musste aber zumindest an der Tür bescheid geben, dass er jetzt keine Zeit hatte. Schnell kam er aus der Hocke hoch und eilte zur Tür. "Sam?" "Was ist passiert? Du hast nach Lia gerufen!" Richard war gerade viel zu durcheinander, als das er die Frage von Sam beantworten konnte. Er ließ ihn an der Tür stehen und ging schnellen Schrittes zurück ins Wohnzimmer.

Sam überlegte einen Moment, ob er vielleicht einfach überreagiert hatte und zurück in seine Wohnung gehen sollte, als er mitten Mal wieder Richard "Lia!" sagten hörte. Er schloss die Tür hinter sich und folgte Richard nun ins Wohnzimmer. "Was ist gewesen?" fragte Sam leise. "Ich weiß es nicht. Ich habe sie so in der Küche gefunden." Sam suchte das Bad auf, um mit einem nassen Tuch wieder zurück zukehren. "Hier!" Richard nahm das Tuch dankend an und legte es Lia auf die Stirn.

Sam als auch Richard standen schweigend nebeneinander und sorgten sich um Lia. Es dauert noch einige wenige Minuten, bis Lia wieder zu sich kam. Sie griff automatisch nach dem kühlem Nass auf ihre Stirn, um das unangenehme Gefühl los zu werden. Richard griff Lias Hand und das Tuch "Nich....lass es noch drauf", kam in einem kaum hörbaren Ton von ihm. Lia schlug vorsichtig die Augen auf und schaute sich um. "Richard! Sam!" Kam leise und kraftlos von ihr. Sie wollte sich aufsetzen, unterließ das Unterfangen aber, da sich ihr Kreislauf offensichtlich noch nicht wieder richtig erholt hatte. "Hmpf." "Mach langsam", hörte sie Richard in einem besorgten Ton sagen. "Ja doch, ich mach nichts anders", nuschelte sie zur Antwort.

Vorsichtig ließ sie sich wieder in die Cocktailkissen sinken, schloss die Augen und hielt dabei immer noch das Tuch auf ihrer Stirn. "Was ist passiert?" wollte ihr Mann wissen. Sie zuckte mit den Schultern. "Ich bin vom Tisch hoch, um dich zu wecken, danach weiß ich nichts mehr. War alles nur noch schwarz um mich rum." Maulte Lia. Es nervte sie, dass sich immer noch alles drehte, sie wollte sich aufsetzten, was ihr Kreislauf aber immer noch zu verhindern wusste. "Hört das auch wieder auf?" "Was?" "Na diese endlose Karussellfahrt?!" Durch diese Antwort von Lia, wusste Richard, dass es ihr schon wieder besser ging, was ihn ungemein erleichterte. Wieder sah Lia die beiden Männer an. "Wolltet ihr etwas ohne mich frühstücken?" scherzte sie leise jedoch ohne jegliche Kraft in der Stimme. Richard sah zu Sam rüber, war dieser doch immer noch relativ still geblieben und sah dann wieder zu Lia. "Och...weißt du, na ja, wir dachten uns, wenn du unbedingt noch ein bisschen schlaf brauchst, dann könnten wir in der Zeit auch frühstücken." "Ich werd dir gleich mal hier, von wegen, 'schlaf brauchen'....", grinste sie ihn schwach an. Lia überlegte und sah Richard an. "Wir gehen aber trotzdem schwimmen." stellte sie leise, aber in einem Ton fest, der keine Widerrede duldete und grinste zum Schluss Richard und Sam unschuldig und gleichzeitig verlegen an.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 12:22

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam konnte sich gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass Lia trotz ihres angeschlagenen Kreislaufs schwimmen gehen wollte. Obwohl sie einen fast befehlenden Ton an den Tag gelegt hatte, sah er sich gezwungen, ihr nach einer kurzen Überlegungspause zu widersprechen: "Lia, ich halte das für keine gute Idee." Damit sprach er offensichtlich Richard aus der Seele, der zustimmend nickte. Mit offenem Mund sah sie die beiden Männer an.

Es dauerte etwas, bis sie ihre Sprache wieder gefunden hatte. "Aber...", begann sie, nur um überraschenderweise von Sam unterbrochen zu werden: "Wir können uns auch hier zusammen setzen und irgendetwas machen." Er merkte, dass ihr das gar nicht passte, aber seine Sorge war wohl berechtigt. "Nein", sagte Lia dann, "mir geht es gut. Wir gehen schwimmen."

Sowohl Richard als auch Sam seufzten. "Ich lass dich keine Sekunde aus den Augen", drohte Sam ihr an, "und sobald ich merke, dass irgendetwas ist, ist der Ausflug vorbei, klar?" Lia und Richard tauschten überraschte Blicke aus. Sie kannten diese kompromisslose Seite an Sam noch gar nicht. Lia nickte nur zur Bestätigung und raffte sich auf.
"Frühstück?" fragte sie die Beiden unmissverständlich und verschwand schon mal Richtung Küche. Auch Richard machte sie auf, bemerkte jedoch schnell, dass Sam wie angewurzelt im Wohnzimmer stehen blieb. "Willst du nicht mitkommen?" Sams Blick ging zu Boden. Er war mit den Gedanken offenbar ganz weit weg. "Sam?" Aus den Gedanken gerissen ging Sams Blick zu Richard. "Hab ich was verpasst?" fragte er verlegen nach.

Richard konnte nur den Kopf schütteln, als er antwortete: "Willst du da festwachsen? Wir wollen frühstücken." Sam sah ihn einen Moment nachdenklich an. "Nein, danke. Ich geh solange rüber." Richard legte den Kopf etwas schräg und musterte sein Gegenüber. Sam war, wie immer, komplett schwarz gekleidet. Cargohose. T-Shirt. Kampfstiefel. Seine Statur ließ für Richard nur einen Schluss zu: er musste etwas Söldner-ähnliches sein.
Sam konnte Richards Gedanken förmlich lesen. "Ihr klingelt, wenn ihr los wollt?" Mit dieser Frage, versuchte er das Thema erst gar nicht aufkommen zu lassen. "Ja", gab Richard abwesend zurück. Ihn wunderte, warum Sam der Sache aus dem Weg ging, wäre ein Frühstück zu dritt doch schon ein guter Start gewesen. Wortlos ging Sam nun an Richard vorbei und verschwand in seiner Wohnung.

Richard ging in die Küche und setzte sich wie in Trance an den Küchentisch. "Wo ist Sam?" Lia sah sich unsicher um. "Er wollte in seine Wohnung", antwortete Richard abwesend. "Lia? Was macht Sam eigentlich beruflich?" wollte er stattdessen wissen. Etwas irritiert sah Lia ihren Mann an. "Er sagte, er sei Material-Einkäufer bei einer Firma", antwortete sie perplex. Erst danach gewann sie ihre Fassung zurück und fügte an: "Frag ihn doch selbst danach." "Er sieht mir nicht gerade wie der Typ aus, der mit Schlips und Kragen durch die Welt reist", gab Richard überlegend zurück.

Sam hatte die Wohnungstür geschlossen und sich wieder einmal daran runterrutschen lassen. Nein, das war einfach zuviel. Zum wiederholten Male fühlte er sich schuldig an Lias Zustand. Sie stand zu sehr unter Druck. Seinetwegen. Das konnte er nicht ertragen. So egoistisch konnte er einfach nicht sein. Wäre es besser, wenn er sie in Ruhe ließe? Was würde dann passieren? Sam wusste keine Antworten auf seine vielen Fragen.

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