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Doc DG

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:28

Re: Neuanfang mit Hindernissen

"Lass uns tauschen", sagte sie besorgt und ließ Sam nicht aus den Augen. Er machte die Fahrertür auf. "Nein, du klappst mir nur ab. Los wir tauschen so. Ich krieg dich nicht vonner Straße gekratzt, also." Sie sah ihn fordernd an. "Das schaff ich wohl noch", damit schwang er sich vom Fahrersitz, stütze sich an der Karosserie ab um so den Wagen zu umrunden. Lia seufzte und stieg auch aus. Sam war bereits an der Beifahrertür angelangt. Es war ein ungleiches Bild. Beide standen sich gegenüber. Sam, mit seiner hünenhaften Gestalt und im Gegenzug dazu Lia. Sie wirkte ihm gegenüber noch viel zerbrechlicher und schmächtiger, als sie es ohnehin schon war. Sie strich sich ein paar schwarze Strähnen aus ihrem Gesicht, bevor sie Sam einen Kuss gab und dann ihren Platz auf dem Fahrersitz einnahm. Lia versank förmlich hinter dem Lenkrad und musste den Sitz ein gutes Stück nach vorne holen, damit sie überhaupt eine Chance hatte, an die Pedalen zu kommen.

Nach dem sie den Boliden endlich ins Rollen gebracht hatte, steuerte sie wieder in die Innenstadt von Berlin. Aus dem Augenwinkel beobachtete sie immer wieder Sam und überlegte. "Willst du eigentlich nach hause?" Sam schüttelte den Kopf. "Aha, und wohin dann?" Er sah zu Lia rüber. "Kannst du mich am Kempinski absetzten?" "Können schon, welches von denen denn?" Sam brauchte lange, um eine Antwort zu geben. "Das am Kurfürstendamm." Lia sagte nichts daraufhin, hatte sie Sam doch damals dort gesehen und wusste jetzt zumindest, wo er hin wollte.

Die Fahrt zum Ku-Damm verlief schweigend. Was wohl auch daran lag, dass Lia ein Auto in der Größe bisher noch nicht gefahren hatte und sich dementsprechend konzentrieren musste. Am Ku-Damm angekommen, legte Lia eine Chicagowendung hin und parkte den Wagen genau vor dem Eingang des Kempinskis. Die Parklücke war auch groß genug für sie. Sie sah Sam erneut an. "Kommst du wieder nach hause?" fragte sie unsicher. Sam antwortete nicht, stieg aus und verschwand im Hotel. Lia wartete noch einige Minuten in der Hoffnung, dass Sam wiederkommen würde, was aber nicht der Fall war. Sie setzte den Blinker und steuerte das Schlachtschiff Richtung Prenzelberg.

Nach dem sie endlich in ihrer Straße angekommen war, ging das los, wovor es Lia am meisten gegraut hat bis jetzt. Parkplatzsuche. Sie hatte nicht ein bisschen Gefühl für den Wagen und durch seine Größe musste Lia mehrere Karrees drehen, ehe sie eine einigermaßen annehmbare Lücke gefunden hatte. Sie war froh, als sie den Motor abstellen und in die Wohnung gehen konnte. Sie hatte einen totalen Zeitverlust erlitten und wusste nicht mal, wie spät es war. Sie schloss die Tür auf und ließ sie, mit einem lauten Knall, ins Schloss fallen. "Lia?" hörte sie Richard aus dem Wohnzimmer. "Nee, der heilige Geist. Wer denn sonst. Hat doch keiner weiter nen Schlüssel", sie entledigte sich ihrer Jacke und der Schuhe und stampfte ins Wohnzimmer. "Wo hast du denn Sam gelassen?" fragte Richard etwas verwundert. "Im Kempinski, am Ku-Damm." Richard sah sie ratlos an. "Er wollte dahin. Wahrscheinlich nen Freund besuchen." "Und wie bist du hierher gekommen?" Lia grinste. "Mit Sams Wagen." Sie musste Richard unbedingt von dem Autokauf erzählen, war dieser doch irgendwie, für ihre Verhältnisse sehr eigenartig. "Ihr habt ne Spritztour gemacht?" grinste Richard leicht süffisant. Lia musste um ihre Beherrschung kämpfen, hatte sie doch nicht vorgehabt, Richard von den Vorkommnissen zu berichten. Sie nickte, verschwand erst in der Küche um dann einige Minuten später durch den Flur zu wuseln und im Bad zu verschwinden.

Es war weit nach Mitternacht und Lia wälzte sich von einer Seite auf die andere. Sie war einfach nicht Müde. Zu sehr machte sie sich Gedanken um Sam. Würde er wiederkommen? Sie kannte die Antwort darauf nicht. Richard lag neben ihr und sie konnte erkennen, dass dieser tief und fest schlief. Sollte sie es wagen und zurück zum Ku-Damm fahren? Was dann? Sie wusste ja noch nicht mal, wo sie Sam finden würde. Es war ihr egal. Sie musste etwa tun, irgendetwas. Sie hatte ihren toten Punkt schon lange überschritten und würde eh nicht mehr schlafen können. Dann könnte sie genauso gut auch noch einen Abstecher ins Kempinski machen. Sie legte Richard eine Nachricht auf den Küchentisch, dass sie zu Sam gefahren ist und machte sich dann auf den Weg zurück nach Schöneberg.

Wieder auf dem Ku-Damm, musste Lia erst mal überlegen, wo sie den Wagen parken könnte. Jedenfalls nicht dauerhaft vor dem Eingang des Hotels, so viel stand fest. Sie criused einige Male um das Hotel, bis sie eine Seitestraße entdeckte, in der sie den Jeep parken konnte. Per Funkfernbedienung schloss sie den Cherokee ab und ging unverzüglich auf das Kempinski zu. Davor stockte sie. Sollte sie wirklich? Sie wusste immer noch nicht, wo sie Sam finden konnte. Sollte sie sich einfach unten ins Voyeur setzten, warten und hoffen, dass Sam auftauchen würde? Was anderes blieb ihr nicht übrig, es sei denn sie würde zurück nach hause fahren. Was sie allerdings nicht vorhatte. Sie war nicht hergekommen um vor dem Eingang Kehrtwendung zu machen. Sie machte sich Sorgen um Sam und musste einfach wissen, wie es ihm geht. Sicheren Schrittes trat sie in das Hotel ein. Da es reichlich spät war, fiel Lia sofort auf. Es waren kaum Menschen in der riesen Eingangshalle unterwegs. Sie sah sich kurz um und setzte sich dann an einer der vielen Tische, von wo aus sie alles sehen konnte und wartete.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:29

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sam hatte vor der Tür des Zimmers 145 gestanden. Wieder einmal. Doch er konnte nicht klopfen. Er riss sich zusammen. Doch sein Klopfen blieb unbeantwortet. Offenbar war Lambert nicht da. Sam drehte sich neben der Tür mit dem Rücken zur Wand und rutschte daran herunter. Sein immer noch feuchtes T-Shirt klebte an seinem Körper und ließ ihn bibbern. Mit den Armen zog er die angewinkelten Beine noch enger an seinen Körper und begann, vor und zurück zu wippen. Was sollte er jetzt tun?

Es mussten Stunden vergangen sein, denn draußen war es bereits wieder dunkel, als endlich Lambert auftauchte. Sam saß noch immer zusammengekauert neben der Tür und wartete. Zuerst bemerkte Lambert ihn gar nicht, denn das Licht im Flur beleuchtete nur die Mitte. Doch umso näher Lambert seiner Tür kam, desto sicherer war er sich, dass daneben jemand saß. "Sam?" fragte er ungläubig.

Überrascht sah Sam auf, hatte er doch nicht mitbekommen, dass jemand gekommen war. Er stand auf. "Wir müssen reden." Verwirrt schloss Lambert die Tür auf und ließ Sam zuerst eintreten. "Was gibt es denn?" fragte Lambert direkt nachdem er die Tür wieder geschlossen hatte. "Was muss ich tun, damit ich meinen Job wieder bekomme?" Sam kannte die Antwort, sah aber darin den einzigen Ausweg aus dieser Situation. "Du weißt das genau", gab Lambert zurück, wiederholte es aber trotzdem noch einmal: "Du kommst mit in die Staaten und gehst regelmäßig zum Psychiater. Wenn der grünes Licht gibt, bist du wieder dabei."

"Wann könnten wir damit loslegen?" Lamberts Überraschung wuchs. War Sam endlich zur Vernunft gekommen? So plötzlich? "Ich habe erst noch einige Dinge hier zu erledigen. Ich denke, dass ich in acht Wochen zurückreisen werde", war schließlich seine Antwort. Sam nickte und wandte sich zum Gehen ab. An der Tür blieb er noch einen Moment unsicher stehen und drehte sich noch einmal zu Lambert um. "Eine Sache noch", begann er leise, "wäre es möglich, dass du mein Betreuer wärst?" Lambert stockte der Atem, war er doch kein Psychologe. "Ich will sehen, was ich tun kann", gab er nur zurück und sah, wie Sam verschwand.

Sam benutzte so gut wie nie einen Aufzug, es sei denn, es gab keine andere Möglichkeit. Heute war einer der Tage, wo er froh war, in einen Aufzug steigen zu können. Auf der einen Seite fühlte er sich erleichtert, dass er bald von Lambert Hilfe bekam. Auf der anderen Seite fiel es ihm aber schwer, damit noch so lange zu warten. Als Sam aus dem Aufzug stieg, blieb er kurz stehen und ließ den Blick über den Eingangsbereich schweifen.
Warum er das tat, wusste er nicht. Es war einfach ein Gefühl gewesen und wie so oft, sollte sein Gefühl ihn auf etwas hinweisen. Er entdeckte Lia. Was machte sie um diese Uhrzeit noch hier?

Sams Augen suchten seine Uhr. Weit nach Mitternacht. Zielstrebig steuerte er auf sie zu. "Lia?? Was machst du hier?" Erschrocken fuhr sie zu ihm herum. "Ich wollte nur sehen, ob bei dir alles in Ordnung ist", bekam sie spontan nur heraus. "Das sollte ich wohl besser dich fragen, hm?" kam Sams Gegenfrage. "Kommst du mit nach Hause?" Es war beinahe ein Flehen. Sam senkte kurz den Blick, sah Lia dann an und antwortete: "Klar."
Sam war immer noch überrascht, dass Lia ihm nicht einfach die kalte Schulter zeigte, nach dem, was im Wagen passiert war. Lia stand auf und wollte ihn umarmen, doch Sam wich einen Schritt zurück. Er kam immer noch nicht klar mit der Sache. Wie auch, war es doch erst einige Stunden her. Zusammen verließen sie das Kempinski und fuhren zum Prenzelberg.

Lia wollte jetzt nur noch ins Bett. Sie war froh, dass Sam bei ihr war. Kaum in der Wohnung steuerte er jedoch direkt das Wohnzimmer an. Lia seufzte. "Du willst doch wohl nicht ernsthaft auf dem Sofa schlafen?" Sam sah sie einen Augenblick unsicher an, entledigte sich dann seines Shirts und ließ sich auf der Couch nieder. "Dann bleibe ich auch hier", drohte sie ihm grinsend an. Sam reagierte darauf nicht, wie so oft.
Also nahm Lia auch auf der Couch Platz und kuschelte sich an Sam. Er zuckte bei der Berührung zusammen. "Was ist?" "Schon gut." Lia unternahm einen neuen Versuch und rollte sich in ihre Decke ein, bevor sie es sich bei Sam gemütlich machte. Sam saß einfach nur auf dem Sofa und bekam kein Auge zu.

Es war eine Stunde später und immer noch dunkel. Lia musste geschlafen sein, denn als sie aufwachte, war Sam verschwunden. Sie lauschte in die Tiefen der Wohnung. Nichts. Warum tat er das immer wieder?
Sam war vorsichtig aufgestanden, nachdem Lia eingeschlafen war. Er fühlte sich, wie fast jede Nacht seit Sarahs Tod, einfach scheußlich. Sein Weg hatte ihn ins Bad geführt, wo er vor der Toilette sitzend darauf wartete, sich übergeben zu müssen. Diese Nacht war in der Hinsicht ein neuerlicher Höhepunkt. Nach einer halben Stunde fühlte sich Sam, als hätte er seine gesamten Eingeweide ausgekotzt. Ihm war schwindelig.

Vorsichtig ließ er sich auf den gefliesten Boden sinken und drehte sich auf seine linke Seite. Mit dem Rücken zur Tür rollte er sich ein, als er wieder Krämpfe im Unterleib spürte. Die kalten Fliesen kühlten seinen aufgehitzten Körper, konnten aber nicht zur Besserung seines Zustandes beitragen. Sam fühlte sich einfach elend.

Lia war aufgestanden, als sie Geräusche aus dem Bad gehört hatte. Sie ging ins Schlafzimmer, wo Richard immer noch tief und fest schlief. Also musste Sam im Bad sein, doch was trieb er da? Sie steuerte das Bad an und der Lichtschein, der unter der Tür hervor kroch, bestätigte ihr, dass zumindest irgendjemand dort sein musste. Es war still. Sollte sie nachschauen? Ihre Neugier gewann und so ging sie zur geschlossenen Tür.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:30

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sie drückte vorsichtig die Klinke runter, in der Erwartung das abgeschlossen sein würde. Es war nicht an dem. Sie öffnete die Tür und trat ins Bad. Sie sah Sam, wie er verkrampft und eingerollt auf dem Boden lag. "Oh mein Gott, Sam?" Mit einem Satz war sie bei ihm und kniete neben ihm. Eine Berührung an der Schulter von Sam verriet ihr, dass seine Haut, scheinbar kochen musste. Lia griff zum Handtuchhalter, schnappte sich eins der Handtücher und tränkte es mit kalten Wasser, eher sie es Sam auf seinen bloßen Oberkörper packte. Sie sah, wie er unter der Berührung zusammen zuckte und erschrak. "Lia? Bitte geh. Lass mich alleine", hörte sie ihn, kaum hörbar sagen. "Nix da", kam in einem entschlossenen Ton ihr zurück. Wieder berührte sie ihn und wieder zuckte Sam sichtlich zusammen und versuchte sich ein Stück von ihr weg zu rollen. "Hmpf, willst du jetzt jedes Mal die Flucht ergreifen, wenn ich dich berühre?" Fragte sie gerade heraus. Mal wieder keine Antwort. Sie wechselte ihre Position und setzte sich genau vor Sam auf die Fliesen. "Wie lange geht das jetzt schon?"

Sie mutmaßte, dass es schon zu lange so ging, dass Sam sich wahrscheinlich Nacht für Nacht ins Bad verzog um eine Unterhaltung mit dem Porzellan zu führen. "Zu lange." kam leise und kraftlos von Sam. Er rollte sich auseinander, setzte sich auf, lehnte sich mit dem Rücken an die freie Wand, die sich gegenüber der Dusche befand und zog die Knie wieder an seinen Körper. Zögerlich sah er sie an. "Lia? Ich werde gehen." Sie schluckte schwer, hatte sie doch irgendwie gewusst, dass Sam nicht für immer hier bleiben würde. Sie blieb stumm, was sollte sie auch darauf sagen? "In acht Wochen werde ich zurück in die Staaten fliegen." erklärte Sam ihr. Immer noch blieb sie stumm. Sie überlegte, hatte es was mit dem Besuch im Kempinski zu tun? Sie vermutete, ja. "Bleibst du so lange noch bei uns?" Kam von ihr nur als Frage, sie wusste nichts anderes zu fragen. Sie sah ihn an, wie er ihr gegenüber an der Wand saß. Sie seufzte, raffte sich vom Boden auf und verließ das Badezimmer. Es hatte wohl im Moment einfach keinen Sinn bei Sam zu bleiben. Sie blieb einen Moment zweifelnd im Flur stehen. Nein, sie konnte ihn nicht einfach im Bad allein lassen, sie wollte es auch nicht und ging zurück. Sie lehnte in der Tür und sah Sam erneut an.

"Wollen wir uns vielleicht ein gemütlicheres Plätzchen als das hier suchen?" Fragte sie schließlich. Sam blickte auf, stütze sich mit seinen Armen an der Wand ab, hievte sich auf und trat Lia entgegen. Wieder standen sich beide gegenüber. Sie sah zu ihm auf, fackelte nicht lange und gab ihm einen Kuss. "Geht doch", grinste sie und entschwand ins Wohnzimmer. Sam konnte immer noch nicht ganz begreifen, dass Lia sich nicht von ihm abgewandt hatte und folgte ihr Gedankenversunken, ins Wohnzimmer. Lia hatte sich bereits wieder in die Decke eingedreht, da ihr kalt wurde. Sie folgte Sam mit ihren Blicken, der auf die Couch zu steuerte, aber davor stehen blieb. "Sam?" Nölte Lia rum und klopfte dabei neben sich auf die Couch. "Du wirst mich eh nicht davon abhalten können, dass ich dir auf die Pelle rücke", gab sie mit einem leichten Grinsen im Gesicht in seine Richtung ab.

"Warum?" Fragte er verständnislos, konnte er doch anscheinend immer noch damit umgehen, dass Lia weiterhin seine Nähe suchte. "Das hab ich dir schon gesagt. Es gibt kein warum", mit diesen Worten krabbelte sie samt Decke zum Couchrand und zog Sam am Hosenbund auf die Couch. Sie war verwundert, hatte sie es doch beim letzten Mal wesentlich schwerer gehabt, ihn hierauf zu befördern. Wieder kuschelt sie sich an und auch dieses Mal zuckte Sam unweigerlich zusammen. Lia ging nicht darauf ein. "Kommst du zurück?" Fragte sie schließlich und beendete damit das Schweigen der Beiden. Sams Antwort war ein kurzes "Ja." "Wie lange wirst du weg sein?" Lia fragte weiter und hoffte, dass Sam ein wenig mehr sagen würde, als nur ein Wort, dass seine Antwort darstellen sollte.

"Ich weiß es nicht. Lia? Wenn ich zurück in den Staaten bin, werde ich zu einem Psychiater gehen. Ich werde mit Lambert zurück fliegen." Erstaunt und zu gleich verblüfft schaute sie Sam an, war seine Antwort doch sehr offen und ehrlich. "Wer ist Lambert?" "Du hast ihn in meiner Wohnung gesehen. Er ist mein...." Sam stockte und überlegte, was Lambert für ihn war. Sein Chef. Aber auch ein Freund. "Er ist mein Chef und mein Freund", brachte er schließlich seinen Satz zu ende. "Dein Chef ist mit dir hier in der Stadt? Wow." Sam sah Lia, seit dem Vorfall auf dem Parkplatz, länger als den Bruchteil einer Sekunde an. "Wirst du Richard davon erzählen?" Lia verneinte stumm. "Ich denke, es gibt Sachen, die muss er nicht unbedingt wissen. Aber ich würde ihm gern sagen, was du tatsächlich machst." Sam seufzte leise. "Er hat doch eh schon geahnt, dass ich nicht das mache, was ich ihm erzählt habe."

Er sah Lia an und sein Blick fiel auf die Uhr. "Bist du denn gar nicht müde?" Wechselte Sam ohne Vorwarnung das Thema. "Nein. Grad nicht so. Außerdem hab ich doch vorhin schon auf der Couch geschlafen. Reicht doch." Sie überdachte ihre Antwort. "Oder wollen wir noch ein bisschen versuchen zu schlafen......Im Bett?" Hängte sie zum Schluss, mit einem Schmunzeln, ran. Sie wusste, dass sie einschlafen würde, so bald sie im Bett liegen würde, wollte dies aber nicht zugeben. Sie wollte bei Sam bleiben und wenn es bedeuten sollte, dass sie hier im Wohnzimmer, auf der Couch bleiben würde. Sie spürte wie Sam sie beobachtete. "Ich bin nicht müde", bekräftigte sie noch ein Mal ihre Aussagen von eben und griente ihn an. Sie wusste, dass Sam ihr nicht glaubte, dass konnte sie an seinem Blick erkennen, den sie von ihm erntete. Sam gab nach, wenn er schon nicht schlafen konnte, so sollte doch zumindest Lia dazu kommen und stand auf. Verwirrt sah sie hoch zu Sam. "Hm?" "Schlafen! Im Bett", gab er zurück und ging in Richtung Schlafzimmer.

Vollkommen perplex erhob Lia sich und ging hinterher. Im Schlafzimmer sah sie, dass Sam sich bereits auf das Bett gelegt hatte. Seine schwarze Cargohose hatte er an behalten und lag auf der Decke drauf. Immer noch verwirrt, von der plötzlichen Entschlossenheit Sams, zog Lia ihre Hose und den Pulli aus, krabbelte über ihn rüber und verschwand unter ihrer Decke. Sie merkte, wie die Müdigkeit von ihr Besitz ergriff, musste aber, bevor sie endgültig ins Land der Träume abdriftete, noch wühlen. Durch das Gewühle schaffte sie es, kurzfristig Richard zu wecken, den sie prompt noch ein Stück näher an sich ran holte und sich dann anschließend bei Sam an seine rechte Seite einkuschelte.

Hätte es in der Küche nicht ein lautes Klirren gegeben, gefolgt von einem lautstarken Fluchen, wäre Lia vermutlich nicht aufgewacht und hätte durchgeschlafen bis in den Abend rein. Sie rekelte sich und musste feststellen, dass sie alleine im Bett war. "Menno", kam von ihr in einem noch nicht ganz wachen Zustand. Hasste sie es doch, alleine im Bett zu sein. Sie brauchte noch einige Augenblicke, bis sie sich mit ihrem Kreislauf darüber einig war, dass sie aufstehen konnte. Als sie die Decke weg schlug, bemerkte sie, dass sie nur Unterwäsche trug. Sie ging zum Schrank, angelte sich einen Pulli raus und streifte sich ihn über. "Hmpf", sie musste feststellen, dass sie nicht einen von ihren erwischte hatte, sondern einen von Richards Pullis. Es war ihr egal. Sie machte sich auf in die Küche um dem Klirren auf den Grund zu gehen. In der Küche bot sich ihr ein Anblick, der ihr bekannt vorkam. Das gleiche Szenario durfte sie doch schon am Vortag erleben. Richard und Sam standen in der Küche, gemeinsam an der Arbeitsplatte und kochten. Sie lehnte sich in den Türrahmen und beobachtete die beiden Männer. So ungleich sie doch waren, hatten sie doch in der Küche eine Gemeinsamkeit für sich entdeckt.

"Willst du da festwachsen?" Fragte Sam Lia, ohne sich umgedreht zu haben. Sie erschrak, hatte sie doch keinen Mucks von sich gegeben. "Mhmh", kam recht wortkarg zurück und sie setzte sich an den Tisch. Ihr Blick fiel auf die eingebaute Digitaluhr am Herd. "Was? Nee ne?" Der Blick verriet ihr, dass es bereits kurz nach zwei Uhr nachmittags war. Richard drehte sich lachend um und gab ihr einen Kuss. "Wir wollten dich nicht wecken." "Hmpf!" Murrend stand sie wieder vom Tisch auf, um den Edelstahlwasserkocher anzuschmeißen. Sie brauchte jetzt erst mal einen Cappuccino. Während sie darauf wartete, dass das Wasser kochte, schlenderte sie das kurze Stück zurück zu Sam an die Arbeitsplatte und versuchte einen Blick, von dem zu erhaschen, was sie kochten. Identifizieren konnte sie es nicht, aber es roch zumindest lecker. Sie hatte ihren Kopf an Sams Oberarm gelehnt und sah ihm zu. Dieser ließ sich nicht einen Moment aus der Ruhe bringen. Es war ihr Mann, der sie vom zu Gucken ablenkte. "Lia?" "Hm?" Kam immer noch nicht ganz wach zurück. "Lia? Würdest du mitkommen wollen auf die Südamerikatour?" Etwas planlos sah sie Richard an. "Öhm? Kann ich erst mal wach werden und dann darüber nachdenken?" Verdutzt sah sie ihn immer noch an. "Wie lange geht die Tour?" Fragte sie neugierig. "Ungefähr drei Monate."

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:31

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard bemerkte Lias Unentschlossenheit. "Es sei denn, du willst lieber bei Sam bleiben", fügte er an. Doch dieser wehrte sofort ab: "Ich bin in der Zeit auch erstmal wieder unterwegs." "Also, was ist Lia?" Richard lächelte sie an. "Da muss ich wirklich erst noch drüber nachdenken", bekam Lia nur zum wiederholten Male heraus. "Warte aber nicht zu lange mit einer Antwort, sonst muss ich eine meiner vielen anderen Freundinnen fragen", gab Richard stänkernd zurück.
"Untersteh dich!" Erwiderte Lia lachend. "Ich unterbreche euer Intermezzo ja nur ungern, aber das Essen ist fertig", teilte Sam den Beiden mit. "Was gibt es denn?" Lias Magen meldete sich knurrender weise. Die beiden Männer gaben keine Antwort. "Och menno, ihr seid doof", schmollte Lia, begann aber trotzdem zu Essen.

Es war inzwischen Nachmittag und Richard hatte sich mit Emu zu einem weiteren Termin aufgemacht. Lia lag auf dem Sofa, Sam hatte sich direkt davor auf dem Boden niedergelassen. Der Fernseher zeigte das übliche nervtötende Programm um diese Uhrzeit. "Willst du jetzt die ganze Zeit da unten sitzen bleiben?" Fragte Lia. Sam drehte sich zu ihr um und sah sie an. Lia wusste, was in ihm vorging. Sie wollte abwarten, was passieren würde. Sam setzte sich seitwärts vor das Sofa, lehnte sich mit dem Rücken an die 90-Grad-Biegung und begann, ihren Arm zu streicheln. Lia lächelte, war es doch Sams erste gewollte Berührung seit dem gestrigen Tag.

Sam rückte näher und küsste ihren Arm nun, vom Handgelenk zur Schulter wandernd. Er musste es einfach versuchen, sonst würde er nie wissen, ob er dazu in der Lage war. Lia zuckte kurz zusammen und Sam hielt sofort inne. "Entschuldige", murmelte er leise und ließ von ihr ab. Lia musste lachen und sagte: "Das hat gekitzelt." Sam wusste genau, dass es eine Aufforderung war, weiter zu machen. Er begann wieder Lias Arm zu küssen, suchte aber gleichzeitig mit seinen Händen einen Weg, um unter ihren Pulli zu gelangen. Nach einiger Mühe hatte er Lia ihres Pullovers entledigt, kniete sich nun auf den harten Boden und küsste sanft ihren Bauch. Es verging eine Stunde, in der Sam Lias Körper gefühlvoll liebkoste. Er ging keinen Schritt weiter, hatte er doch Angst, etwas zu tun, was sie nicht wollte.

Schließlich war es Lia, die ihn zu sich auf das Sofa zog. Wieder hielt Sam inne. Die Erinnerung an den Tag zuvor hielt ihn zurück. "Sam?" Fragte Lia, die seine plötzliche Passivität durchaus bemerkte, leise. "Lia, ich...", wieder einmal brachte Sam den Satz nicht zu Ende, doch Lia wusste, was er sagen wollte. Plötzlich stand Sam ohne Vorwarnung von der Couch auf und sah Lia etwas verzweifelt an. "Ich kann es einfach nicht." "Doch, du kannst." Lia wusste genau, woran er dachte.

Sie hielt ihm ihre Hand entgegen. Sam überlegte kurz, ließ sich dann aber von ihr zurück auf das Sofa ziehen. "Mach einfach da weiter, wo du eben aufgehört hast", flüsterte sie ihm leise ins Ohr. Sam unternahm einen letzten Versuch, sich zu überwinden. Es fiel ihm schwer, aber Lia wollte es offensichtlich. Um dies zu unterstreichen, half sie ihm aus seinem Shirt und streichelte seinen Oberkörper. Sam bekam von der sanften Berührung eine Gänsehaut. Seine Unsicherheit schwand. Trotzdem würde sie den entscheidenden Schritt machen müssen.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:31

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia hob sanft Sams Kinn an und küsste ihn lang und zärtlich. Ihre Zärtlichkeit schlug um und wurde immer verlangender. Sie zog Sam noch ein Stück näher an sich ran, so dass er sich genau über ihr befand. Ihre Hände wanderten von der Brust, über sein Sixpack bis runter zu seinem Hosenbund. Sie löste den Knopf und streifte ihm die Hose ab. Sam küsste Lia leidenschaftlich weiter überall am ganzen Körper. Er bedeckte jede freie Stelle ihre Körpers mit Küssen. Es raubte ihr fast den Verstand. Lia zog Sam nun endgültig zu sich.

Sie wollte mehr.
Jetzt.

Leise stöhnte sie lustvoll auf, als sie Sam spürte, schlang ihre Arme um Sams Nacken und küsste ihn dort. Ihr Körper zitterte vor Lust und Leidenschaft. Sam wollte sich zurückziehen, als er bemerkte, dass Lia anfing zu zittern. Sie hielt ihn davon ab und küsste ihn voller Hingabe. Ihr Verlangen nach Sam wurde fast unerträglich. Sie klammerte sich fester an ihn, krallte sich leicht in seinen Rücken, wollte ihn noch intensiver spüren. Sie fühlte seine Haut auf ihrer. Es machte sie bald wahnsinnig. Beide begannen sich lustvoll im Takt, auf und ab zu bewegen. Erst langsam, dann verlangender bis hin zur Ekstase. Fast zeitgleich durchlief eine heftige Welle größter Lust, die beiden Körper und ließ sie beben. Lia spürte Sams schweren und heißen Atem in ihrem Nacken. Ihr Herz pochte wie wild. Das Zittern ihres Körpers ließ langsam nach und auch ihr Atem wurde wieder ruhiger. Erneut zog sie Sam zu sich, wodurch sie nun vollständig unter ihm verschwunden war. Sam wollte sich von ihr erheben, hatte er doch Angst, sie zu erdrücken. Sie hielt ihn zurück. "Ich bin nicht aus Glas." hauchte sie in sein Ohr. Sie wollte seinen Körper noch einen Moment auf sich spüren.

Lia konnte nicht abschätzen, wie lange sie noch so auf der Couch gelegen haben. Es war auch nicht wichtig. Ihr Körper brauchte lange, bis er wieder einigermaßen zu Kräften kam und sie sich wieder bewegen konnte. Sie rührte sich ein wenig, was dazu führte, dass Sam hochschreckte, war er doch in Gedanken versunken gewesen. Sie lächelte ihn an. "Alles in Ordnung?" fragte Sam leise. Sie nickte zur Antwort und rappelte sich nun endgültig auf und setzte sich auf. Sie sah Sam an, grinste ihn verlegen an und meinte: "Ich brauch jetzt erst mal ne Dusche." Damit verschwand sie im Bad.

Lias Kreislauf hatte sich offensichtlich noch nicht so erholt, wie sie es sich gedacht hatte. Im Bad angekommen, schwindelte ihr es. Sie stützte sich am Waschbecken ab, um nicht um zu kippen. Das hatte sie in der letzten Zeit zu häufig gehabt. Sie brauchte, die schmerzliche Erfahrung nicht noch ein Mal erleben. Sie stieg in die Dusche und drehte das Wasser, auf so heiß, wie ihr Körper gerade noch vertragen konnte, auf. Das Wasser tat gut und brachte sie wieder ein wenig in Schwung. Sie hatte es nicht eilig und stand daher eine ganze Weile unter den dampfenden Wasserstahlen, bis sie sich dazu entschlossen hatte zum Duschgel zu greifen. Sie konnte ihren Ansatz, nach dem Duschgel zu greifen nicht zu ende bringen. Lia wurde unterbrochen. Die Flügeltür der Dusche wurde geöffnet. Ein Schwall kalte Luft zog rein und ließ sie frieren. Sie drehte sich um und sah sich Sam gegenüber stehen. Für einen kurzen Moment war sie erschrocken, hatte sie Sam doch nicht rein kommen hören. Sam sah ihren erschrockenen Gesichtsausdruck. "Du bist schon eine ganze Weile unter der Dusche. Ich wollte wissen, ob alles in Ordnung ist?" Sie sagte nichts, stattdessen ließ sie ihren Blick unweigerlich über Sams Körper wandern. Wieder war es Lia, die Sam zu sich zog und ihn küsste.

Sam erwiderte den Kuss länger und inniger, als Lia zuvor. Sie wendete sich von Sam und stand nun mit dem Rücken zu ihm. Wollte sie doch eigentlich nur zu ende duschen. Sam trat einen Schritt näher an Lia und umarmte sie von hinten. Trotz des heißen Wassers, konnte Lia Sams noch heißeren Atem im Nacken spüren. Dieser strich ihr gefühlvoll die schulterlangen Haare aus ihrem Nacken und fing an sie dort zu liebkosen. Lia lief ein Schauer über den Rücken. Kannte sie dies doch bisher nur von Richard. Sie fühlte Sams gesamten Körper an ihrer nassen Haut und wusste, dass er mehr wollte. Sie erschrak. Ihr kamen die Erinnerung hoch, was auf dem Parkplatz passiert war, als Sam ein weiteres Mal mehr wollte. Sam hatte sie unterdessen, sacht an die Fliesenwand befördert und küsste sie immer noch leidenschaftlich im Nacken. Lia war sich nicht sicher, ob sie es geschehen lassen sollte. Ihr lief ein erneuter Schauer über den Rücken, bei Sams innigen Küssen. Sie entschied sich, es darauf ankommen zu lassen.

Sam pinnte Lia immer noch an die Fliesen, jedoch ohne ihr weh zu tun. Seine Hände wanderten über ihren gesamten Körper und blieben an ihren Brüsten hängen. Lia stöhnte erneut auf. Eine neuerliche Welle der Lust durchlief ihren Körper, als sie Sam ein weiteres Mal in sich spürte. Sie musste sich an den Fliesen abstützen, um nicht einfach zusammen zu sacken. Zu heftig war ihre Erregung. Wieder zitterte ihr ganzer Körper. Sam hielt sofort inne und wollte sich von Lia abwenden. "Nein", kam von ihr keuchend hervor. Sie nahm ihre Arme nach hinten und zog Sam wieder zu sich. Sie wollte, genau wie er, mehr. Sam drehte Lia wieder zu sich, hob sie an und setzte sie vorsichtig auf sich ab. Ihr stöhnen wurde lauter. Sie schlang ihre Beine um Sam. Beide verschmolzen mit dem prasselnden Wasser der Dusche.

Richard kam zur Tür rein und vernahm zu erst nur die Stille in der Wohnung. Dann das Gequäke vom Fernseher aus dem Wohnzimmer. Zum Schluß bemerkte er, dass jemand in der Dusche war. Ein kurzer Blick ins Wohnzimmer verriet ihm, dass weder Lia noch Sam dort waren. Erst jetzt hörte er, die eigenwillige Geräuschkulisse aus dem Bad. Ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht. Konnte er Lia doch genau raus hören. Er überlegte und blieb erst unschlüssig im Wohnzimmer stehen, doch dann gewann seine Neugier und Richard ging in Richtung Bad. An der Tür stoppte er erneut. Sollte er wirklich? Waren die Geräusche doch eindeutig, die aus dem Bad kamen. Es war schließlich sein Bad, mit diesem Gedanken öffnete er die Tür. Ihm kam eine wahre Nebelbank entgegen, wodurch selbst der Spiegel im Flur kurzfristig zu beschlagen begann. Wieder ein Lächeln. War es doch Lia, die fast immer unter kochend heißem Wasser duschen musste. Nach einigen Sekunden klärte sich die Sicht und somit auch auf die beiden Akteure in der Dusche.

Sam hielt inne, hatte er doch mitbekommen, dass die Tür geöffnet wurde. Lia sah ihn verwundert an. "Was ist?" "Lasst euch nicht stören." Kam leicht amüsiert von Richard, eher er wieder die Tür von außen schloss.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:32

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard zappte gelangweilt durch das Fernsehprogramm. Er wusste nicht, worauf er wartete. Nachdenklich ließ er die Fernbedienung sinken. Das, was er eben im Bad gesehen hatte, ließ ihn nicht los. Nicht, dass er was dagegen hatte, aber langsam verstand er, was Lia an Sam fand. Allein der Anblick seines Körpers musste die Frauen reihenweise um den Verstand bringen.

Richard musste zugeben, dass er eine gewisse Anziehung empfand. Und obwohl sie sich in der Hinsicht sehr ähnlich waren, unterschieden sie sich vom Verhalten her gänzlich. Sam konnte einfach kein Kaufmann sein, so viel war klar. Und Richard würde ihn darauf ansprechen, wenn Lia mal nicht dabei war. Plötzlich stand sie vor ihm. "Lia!?" stellte er erschrocken fest. Wie lange war er in Gedanken versunken gewesen?

Sam setzte sich gerade auf das Sofa. Richard musterte die Beiden, waren sie doch schon wieder komplett bekleidet. "Na? Wie war die Dusche?" Richard konnte ein schelmisches Grinsen nicht unterdrücken. "Sehr entspannend", gab Lia ebenfalls grinsend zurück und ließ sich zwischen den beiden Männern aufs Sofa fallen. "Bevor ich hier zu weiteren Untaten genötigt werde", begann Lia lachend, "werde ich heute Abend in den 'Tresor' gehen. Hat jemand Interesse, mit zu kommen?" Richard winkte ab und sagte: "Nee, du weißt, dass ich es nicht so mit der Musik habe."

Sam sah Lia nur stumm an. "Und was ist mit dir?" Sam zögerte etwas, doch dann erwiderte er: "Nein danke. Ich bleibe auch lieber hier." "Dacht ich mir", meinte Lia grinsend, "dann geh ich halt allein." Nach diesen Worten kuschelte sie sich zwischen die Beiden und sah zum Fernseher. Sam konnte seinen Blick nicht von ihr nehmen. Es war, als wenn er ihr verfallen wäre.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:32

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard legte einen Arm um Lia und zog sie ein Stück näher zu sich. "Hast du darüber nachgedacht, ob du mitkommen willst auf die Tour?" Lia sah unentschlossen zwischen Sam und Richard umher. Sie wusste, dass Sam nicht hier sein würde, womit sie dann sowieso hier alleine wäre. Schließlich sah sie Richard entschlossen, dreht sich zu ihm und gab ihm einen Kuss. "Warum nicht? Kann ich Till ein bisschen auf die Ketten gehen." Grinste sie. "Hmpf, du und Till, dass ich auch nicht mehr normal", erwiderte Richard etwas skeptisch. Immer noch grinste Lia Richard an. "Dann kann ich Emu bescheid sagen. Damit er alles in die Wege leiten kann", kam nachdenklich von ihrem Mann. "Gut, mach das", Lia küsste Richard noch ein Mal, dreht sich zu Sam, gab ihm auch einen und stand dann auf. Beide Männer sahen sie etwas ratlos an. Als Lia in die verdatterten Gesichter der Männer sah, musste sie lachen. Weder Richard noch Sam konnten mit ihrem Lachen etwas anfangen. Sie überlegte, ob sie die Beiden aufklären sollte. "Ich will mir Klamotten zusammen suchen, für nachher", gab sie von sich und entschwand ins Schlafzimmer.

Unschlüssig stand Lia vor dem Kleiderschrank und konnte sich einfach nicht entscheiden, was sie heute Abend anziehen sollte. Sie brauchte mehrere Anläufe und den halben Kleiderschrank, der sich inzwischen rapide geleert hatte. Der Inhalt des Schrankes erstrecke sich nun malerisch über das gesamte Schlafzimmer. War noch vor wenigen Augenblicken ein Bett in diesem Zimmer vorhanden, so musste man es unter einem Berg von Wäsche, erst wieder zu tage fördern, wollte man es jetzt benutzten. Lia wuselte von einem Klamottenstapel zum anderen, um die passenden Sachen ausfindig zu machen. Ihre Ausbeute der Wuselei, war, eine schwarze Stoffhose, ein helles langärmliges Oberteil, eine Weste und schließlich noch die passende Unterwäsche dazu.

Nach gut einer Stunde, in der Lia nach den geeigneten Sachen gesucht hatte, kam sie nun erneut umgezogen wieder ins Wohnzimmer. "Ich wollte schon einen Suchtrupp los schicken", witzelte Richard, als Lia ihn von hinten über die Rückenlehen umarmte. "Hr hr, sehr witzig. Fass dir erstmal an die eigene Nase, hm?" Das hatte gesessen, dass wusste Lia. Richard brauchte auch so manches Mal seine Zeit, bis er mit allem fertig war. "Außerdem, die Zeit die ich im Schlafzimmer verbringen, auf der Suche nach Klamotten, die brauchst du im Bad." Noch ein Seitenhieb. Lia hatte zu Anfang ihrer Beziehung Schwierigkeiten, dass der Kerl länger im Bad brauchte, als sie selber. Gewöhnte sich aber daran, da sich das Ergebnis doch immer wieder sehen lassen konnte, hinterher. Richard war gerade etwas perplex über die Frechheit seine Frau und wollte dies nicht auf sich sitzen lassen. Er zog Lia kurzer Hand, über die Rückenlehen und fing an sich mit ihr zu kabbeln.

"Wääähhhh. Nich. Das is fies", brachte Lia unter Lachkrämpfen hervor. "Saaaaaaaaaaaam!" Wimmerte sie in seine Richtung und erhoffte sich ein wenig Unterstützung von ihm. Dieser grinste nur flüchtig, blieb unbeteiligt und sah sich das Schauspiel weiter an. Lia hatte arge Problem, sich gegen Richard zur Wehr zu setzten, da sie aus dem Lachen einfach nicht raus kam. So musste erst eine Stunde vergehen, bis Richard endlich ein erbarmen mit ihr hatte und sie in ruhe ließ. "Danke", kam total erschöpft aus Lias Richtung. Sie brauchte einen Moment, da sie völlig aus der Puste war von dem ganzen Lachen. Nach dem sie sich erholte hatte, flüchtete sie. "Ich geh jetzt, bevor das hier wieder ausartet." Sie gab den beiden Männern noch einen Kuss und war dann verschwunden.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:33

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard und Sam sahen sich einen kurzen Moment an, wandten sich dann aber dem Fernseher zu. Es war überraschenderweise Sam, der das Wort ergriff: "Was läuft denn heute Abend?" Richard konnte seine Verwunderung kaum verbergen und antwortete: "Keine Ahnung. Ist das wichtig?" Mit einem Grinsen im Gesicht sah er Sam an. Dieser erwiderte den Blick und Richard sah damit in stechend scharfe grüne Augen.

"Was willst du damit sagen?" Sam war etwas verwirrt von Richards Antwort. Als sich ihre Blicke trafen, war für ihn alles klar. Er musste Richard ebenso nachhaltig beeindruckt haben, wie umgekehrt. "Du bist kein Kaufmann, oder?" fragte Richard, um die unbequeme Stille, die sich zwischen den Beiden ausgebreitet hatte, zu brechen. "Hat Lia es dir noch nicht gesagt?" "Nein." Sam seufzte, bevor er sein Gegenüber einweihte.

Richard starrte ihn nur mit offenem Mund an, hatte er doch nicht mit so etwas Drastischem gerechnet. "Aber ist das wichtig?" fragte Sam ihn grinsend und rückte näher an ihn heran. Richard war nun vollkommen überrascht, hatte er doch nicht damit gerechnet, dass Sam etwas Ähnliches empfinden könnte, wie er selbst. Sam lehnte sich vor und gab Richard einen Kuss. Einfach so. Er wollte sich von ihm lösen, doch Richard hielt Sam nun seinerseits fest, so dass sie sich weiter küssten.

Sam wusste, dass es merkwürdig aussehen musste, aber in der heutigen Zeit war einfach alles möglich. Er rutschte noch näher an Richard heran und begann, dessen Körper zu erkunden. Zuerst noch mit Kleidung, doch schnell entledigte er ihn seines Pullovers. "Stopp!" kam nun von Richard. Sam grinste, als er Richard seinen Pullover in die Hand drückte und sich neben ihm in die Sofakissen fallen ließ. "Vielleicht sollten wir es erstmal bei Reden belassen", meinte Sam schließlich leise.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:33

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia war in ihrem Wagen schon in Richtung 'Tresor' unterwegs, als sie einen Anruf erhielt, wodurch klar wurde, dass sie sich erst noch mit ein paar Freunden in einer Bar treffen würde, bevor es endgültig zum Antanzen ging. Aus ihren Lautsprecherboxen, dröhnte nicht wie gewohnt, Trance oder Techno, es war eine ganz andere Musikrichtung. Lia gröhlte lauthals, bei dem Song "The Kill" von 30 Seconds to Mars, mit. Im Auto mitrockend suchte sie schließlich einen Parkplatz in der Nähe des Potsdamer Platzes, und begab sich dann zu der besagten Bar um sich dort mit einigen Freunden zu treffen.

'Der Abend wird wohl lang werden', dachte sich Lia, als sie ihre Freunde traf. Sie war klug genug, mit Auto hergekommen zu sein, so dass keiner ihrer Freunde, auf die Idee kommen konnte, mit Lia etwas anderes trinken zu wollen, als antialkoholische Getränke. Sie fing sich einige böse Blicke ein, als sie aufklärte, dass sie mit dem Auto hier sei und auch mit diesem wieder nach hause wollte. "Och komm schon...einen Kurzen kannst du doch mit uns trinken." Lia hatte aufgehört mitzuzählen, wie oft sie diesen Satz nun schon gehört hatte, an diesem Abend und jedes Mal verneinte sie aufs Neue. Nach gut zwei Stunden 'Warm up' in der Bar, ging es nun endlich in den 'Tresor'. Aber auch da, war Lia vor Einladungen, die sich auf flüssigen Inhalt, in Gläsern, jeglicher Art bezogen, nicht sicher. "Du bist doch noch eine Weile hier, da kann ein Kurzer dir nicht schaden." Wiederholt hielt ihr ein Bekannter ein Schnapsglas unter die Nase. Über dessen Inhalt, wollte sich Lia besser keine Gedanken machen. Die Variationen reichten von durchsichtig-kristallisch, über blau, grün und rot bis hin zu einer milchigen Substanz, die sie persönlich, mit etwas ganz anderem verbunden hätte. Zu Mal, dieses eigenartige Gebräu auch noch dunkel aufleuchtete, verursacht durch diverse Schwarzlichtlampen.

Der 'Tresor' war gut besucht und man hatte einige Schwierigkeiten, überhaupt irgendwo hinzukommen. Der Weg, zu den Toiletten glich eher einem Hürdenlauf, bei dem Weg zur Tanzfläche erging es einem ähnlich. Wollte man an die Bar, musste man gute Ellebogen haben und ein starkes Durchsetzungsvermögen, ansonsten hätte man die Bar an diesem Abend wohl kaum von der Nähe aus betrachten können. Lia seufzte leise. Hatte sie doch nicht erwartet, dass es so überfüllt hier war. Sie sah sich um. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass der 'Tresor' in den letzten Wochen, so gut besucht war. Das letzte Mal, als es so extrem war, war zur Loveparade. Aus den Boxen hörte sie mitten Mal "I can't sleep" von Commander Tom. Sie liebte diesen Song. Sie unternahm den wahnwitzigen Versuch, die Tanzfläche zu erreichen, was jedoch schon im Ansatz vereitelt wurde. Es war einfach kein Durchkommen mehr möglich.

Wieder wurde ihr ein Glas, mit nicht identifizierbarem Inhalt gereicht. Sie war genervt. Ihre Freunde konnten offenbar nicht akzeptieren, dass sie nicht trinken wollte, auf die Tanzfläche kam sie auch nicht rauf und überhaupt konnte man sich kaum noch bewegen in dem Club. Sie sah sich um und stellte fest, dass es niemand interessieren würde, wenn sie sich jetzt einfach vom Acker machen würde, was sie damit dann auch tat. Sie benötigte geschlagene zehn Minuten, um den Ausgang überhaupt erreichen zu können. Endlich aus dem Club raus, musste Lia erst mal tief durch atmen. Ihre Klamotten rochen widerlich nach Zigarettenrauch und der Nebel aus den Nebelmaschinen tat seinen Rest dazu. Sie drehte sich noch mal zum Eingang und war froh, so gehandelt zu haben. Der Laden schien sich im Sekundentakt schneller zu füllen, als das jemand den Club verließ, es sollte ihr letztlich egal sein, sie war raus und schlenderte gemütlich zurück zu ihrem Wagen.

An ihrem Auto angekommen, traute sie ihren Augen nicht. "Hmpf, is nich wahr?" Sie riss den kleinen Zettel unter dem Scheibenwischer ab und guckte drauf. "Was? Eingeschränktes Halteverbot? Wo?" Lia ging ein Stück die Straße rauf um nach dem besagten Schild zu suchen. Ein "Oh man", kam über die Lippen, als sie das Schild endlich gefunden hatte. "Wer soll denn das da bitte schön sehen? Ich jedenfalls nicht." Sie suchte nach der Uhrzeit auf dem Wisch und ärgerte sich. "Wegen sich zehn Minuten? Ihr spinnt doch." Lia hatte dort geparkt, bevor das zeitlich eingegrenzte Halteverbot seine Gültigkeit verloren hatte. "Ihr habt doch hier echt Langeweile", damit machte sie sich wieder auf den Rückweg zu ihrem Auto und stieg ein. Sie wollte noch nicht los fahren. Sie war noch viel zu sehr aufgeputscht, von der Cola. Ihre Ohren summten immer noch von der extremen Lautstärke im Club. Sie musste sich erst ein wenig beruhigen, bevor sie sich sicher war, dass sie auch im Stande war, wieder fahren zu können.

Nach kurzer Zeit startete Lia den Motor und fuhr los. Ihre Gedanken waren schon wieder bei Richard und Sam. Sie konnte sich noch nicht so recht vorstellen, dass die Beiden viel miteinander anfangen konnten. Sprachen sie doch schon nicht allzu viel miteinander. Oder täuschte das nur? Sie würde wohl abwarten müssen, um darauf eine Antwort zu bekommen. Sie war tatsächlich sehr in Gedanken versunken, dass sie nicht mitbekam, dass vor ihr ein Auto fuhr, in dessen Heckscheibe, eine nervige Laufschrift aufblinkte und sie darauf aufmerksam machte, dem Vordermann zu folgen. "Hmpf. Is nich wahr heute, oder?" Gehorsam fuhr sie rechts ran und machte sich bei, ihre Fensterscheibe runter zu kurbeln. "´nabend, allgemeine Verkehrskontrolle, den Führerschein und den Fahrzeigschein, bitte." Lia war drauf und dran auszuticken. Erst bekam sie ein Ticket, wegen Falschparkens und jetzt wurde sie auch noch kontrolliert.

Um ihre Beherrschung ringend, wühlte sie in ihrer Tasche nach den geforderten Papieren und gab sie dem Uniformierten in die Hand. Dieser überflog nur schnell die Papier, gab sie seinem Kollegen und sah Lia an. "Sie wissen, warum wir sie angehalten haben?" fragte dieser. Lia hatte nicht die blasseste Ahnung und zuckte mit dem Schultern. Ihr lag ein dummer Spruch auf den Lippen, welchen sie aber runterschluckte. Das würde nur böse enden. "Bitte steigen sie aus dem Wagen aus." forderte der Uniformierte. "Warum?" fragte Lia etwas dämlich nach. "Sie haben Alkohol getrunken." stellte der ihr gegen über fest. "Ich habe was? Nix da." hörte Lia sich nur überrascht sagen. "Dann haben sie auch sicherlich nichts gegen einen Test?!" es war keine Frage oder Bitte, sondern ganz klar eine Aufforderung an Lia. "Nein, hab ich nicht." erwiderte sie, stieg nun aus und sah den Polizisten an. "Gut."

Sein Kollege war bereits wieder da mit Lias Papieren und dem Alko-Tester. Sie sah das Ding und ihr wurde mulmig. "Ich weiß gar nicht, ob ich so viel Puste habe." nuschelte sie eher zu sich selbst, als das es für jemanden anderen bestimmt sein sollte. "Keine Bange, die haben sie schon", damit wurde ihr auch schon das Ding unter die Nase gehalten und sie musste pusten. Lia kam sich so dämlich dabei vor, war es doch das erste Mal, dass sie bei einer Kontrolle auch noch einen Alkoholtest machen musste. Wie zu erwarten war, zeigte das Display eine Null an. "Zufrieden? Darf ich jetzt weiter fahren?" sie wurde so langsam kiebich. Wollte sie doch eigentlich nur nach hause. Der Kollege, des Uniformierten gab Lia ihre Papiere zurück. "Bitte schön, gute Fahrt." Lia ersparte sich einen Gruß und ging zurück zu ihrem Wagen. Das war so ziemlich der krönende Abschluss eines, total in die Hose gegangenen Abends.

Die restliche Fahrt zurück zum Prenzelberg, verlief ohne Zwischenfälle und Lia war, mal wieder um ein weiteres Mal, froh, den Wagen geparkt zu haben und endlich wieder zuhause zu sein.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:34

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Sie schloss die große Eingangstür auf, ging die Treppen hinauf, schloss die Wohnungstür auf und ging leise rein. Sie horchte in die Wohnung und vernahm den Fernseher, der sich durch das Flackern im Flur bemerkbar machte. Lia sah auf die Uhr. Halb zwei in der Nacht. Normal nicht Richards Zeit, noch fern zu gucken. Sam? Schien er doch immer noch Probleme mit dem Schlafen zu haben. Sie hing ihre Weste und die Jacke an die Garderobe und steuerte das Wohnzimmer an. Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Schliefen beide Männer doch auf der Couch tief und fest. Richard rechts von der Biegung der Couch, Sam links davon. Es war ein eigenartiger Anblick. 'Hatten sie etwa auf mich gewartet?', überlegte Lia. Bei Richard wusste sie schon gar nicht mehr, ob er jemals auf sie gewartete hatte. Wieder kam sie ins Grübeln. 'Wie auch? Er war nie hier, wenn ich unterwegs war' fiel ihr ein.

Sie trat näher an die Couch. Sie wollte nicht glauben, dass Sam tatsächlich schlief. Vorsichtig beugte sie sich über ihn und stütze sich dabei mit dem rechten Arm an der Rückenlehne ab. Das schwache Licht vom Fernseher, reichte für Lia nicht aus, um erkennen zu können, ob er nun schlief oder nur simulierte. Bei Richard war es für sie einfacher. Sie sah, wie sich die Brust von ihrem Mann regelmäßig auf und ab hob. Bei Sam war sie sich einfach nicht sicher. Lia entschloss sich, erst mal duschen zu gehen und die Klamotten, die immer noch nach kaltem Rauch stanken, los zu werden. Danach konnte sie sich immer damit beschäftigten, raus zu finden, ob Sam nun schlief oder nicht. Sie verschwand erst schnell ins Schlafzimmer um sich einen Pyjama zu holen, ging dann unter die Dusche und schaffte es in einer, für sie zugegebenermaßen erstaunlichen Rekordzeit, von nicht mal ganz zehn Minuten, die Dusche wieder zu verlassen.

Lia war über sich selbst erstaunt. Normal, war für sie eine Zeit, von mindestens einer halber Stunde und aufwärts. Frisch geduscht, von dem Gestank befreit und umgezogen enterte sie erneut das Wohnzimmer. Nun konnte sie endlich in Angriff nehmen, raus zu finden, was mit Sam war. So ganz konnte sie der Ruhe hier nichts abgewinnen. Sie traute ihr einfach nicht. Wieder stand sie leicht vorn über gebeugt bei Sam und stützte sich wieder an der Lehne ab. Nichts. Sie konnte nicht erkennen, ob er schlief, oder nicht. Sein Atmen ging so flach, dass es Lia so gut wie unmöglich war, daran ablesen zu können, was nun ist. Sie wollte es wissen. Vorsichtig stupste sie Sam an. "Sam?" flüsterte sie. Keine Reaktion.
Ein seufzen ihrerseits und ein reinplumpsen lassen in die Biegung.
Sie wusste, dass Richard davon nicht wach werden würde. Wenn er einmal schlief, konnte neben ihm eine Bombe hochgehen, es interessierte ihn nicht. Einzig ihre Wühlattacken im Bett, konnten ihn aus dem Schlafen holen. Warum, wusste Lia bis heute nicht.

Sie schnappte sich die Fernbedienung, die bei Richard auf seinem Bauch lag und zappte sinnlos durch die Kanäle.
Das typische Nachprogramm.
Dauerwerbungsendungen und Gameshows gepaart mit jeder Menge Erotikwerbung und den dazugehörigen Filmen. Schließlich erreichte sie die Musiksender. Das gleiche Bild. Gameshows. "Hmpf!" Sie suchte weiter und fand schließlich doch noch einen Musiksender, der seinen Namen noch verdient hatte. Sie war in keinster Weise müde. Viel zu aufgeregt immer noch von den Ereignissen, der letzten Stunden. Insbesondere von der Kontrolle und dem Ärgernis über ein Ticket. Auch die Stunden vor der Kontrolle hätte Lia sich schenken können. Ihr wurde wieder bewusst vor Augen geführt, wieso sie sich von besagten Freunden losgesagt hatte. Sie waren einfach zu oberflächlich geworden.

Sie legte ihren Kopf auf die Lehne und schloss kurz ihre Augen. Langsam kam sie zu der lang ersehnten Ruhe. Das gerade einsetzende Musikvideo ließ ihren Blick, wieder, auf den Fernseher fallen. Sie grinste. Noch heute wünschte sie sich, dass sie Richard damals schon kannte, als das Video gedreht wurde. Zu gerne wäre sie dabei gewesen. Auf die anderen der Band konnte sie verzichten. Auch wenn vielen das 'Mann gegen Mann' Video nicht gefiel. Ihr Blick wechselte von der Mattscheibe automatisch zu ihrem Mann, der mit freiem Oberkörper, genau wie Sam, eingeschlafen war. 'Nein, du brauchtest da nicht bei sein. Du hast ihn hier live für dich', überdachte sie doch gerade ihren Wunsch.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:35

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Richard und auch Sam waren im Laufe des Abends auf dem gemütlichen Sofa eingeschlafen. Doch Lia hatte kaum den Schlüssel in die Wohnungstür gesteckt, da war Sam wieder wach. Jedes noch so kleine ungewöhnliche Geräusch konnte ihn wecken, wenn er es wollte. Er musste sich ein Grinsen verkneifen, als Lia sich über ihn beugte, nur um dann unter die Dusche zu verschwinden. Sollte er einfach weiter das Spielchen spielen und so tun, als wenn er schliefe? Ein verlockender Gedanke.

Etwas später hörte Sam Lia wieder ins Wohnzimmer kommen. Sie war sich offenbar nicht sicher, ob er wirklich schlief oder nicht. Schließlich stupste sie ihn an, aber Sam reagierte darauf nicht. Weiter lauschte er, was Lia nun tat. Sie hatte sich auf die Biegung des Sofas geknallt und sah von dort aus fern. Das Zappen bis hin zum Musiksender bekam Sam auch mit. Er überlegte, sollte er Lia erschrecken? Nein, keine gute Idee, sie war sicher müde.
Vorsichtig bewegte Sam sich ein wenig und drehte sich auf die Seite. Er spürte wieder jenes flaue Gefühl in der Magengegend, das ihn jede Nacht heimsuchte. Er merkte, dass Lias Blick aufgrund der Bewegung in seine Richtung gegangen war.

Wäre das ein passender Zeitpunkt zum 'Wachwerden'? Lias Hand berührte ihn an der Schulter und erst jetzt bemerkte Sam, dass er leicht schwitzte. "Sam? Bist du wach?" hörte er Lia leise fragen. Er drehte den Kopf in ihre Richtung und sah sie an, was ihr als Antwort genügte. Sam begann zu Zittern, er fror ein wenig. Lia zog die Decke von der Sofalehne und deckte ihn damit zu. Sie rückte näher an ihn heran und Sam legte seinen Kopf in ihren Schoß. Schweigend strich sie ihm durch die kurzen Haare und Sam schloss die Augen. Er entspannte sich ein wenig und fühlte sich etwas wohler. Nach kurzer Zeit war er eingeschlafen.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007, 13:35

Re: Neuanfang mit Hindernissen

Lia bemerkte, dass Sam wieder eingeschlafen war. Sie hatte Angst sich zu rühren und verharrte nun so auf der Couch. Ihr Blick fiel zur Uhr an der Wand. Sie verriert ihr, dass es bereits kurz nach drei Uhr war. Ihre Müdigkeit war verschwunden. Noch immer strich sie zärtlich Sam durchs Haar. Sein Körper hatte sich wieder etwas beruhigt. Das konnte sie spüren. Sie schlief in dieser Nacht nicht mehr.

Richard war der erste, von den zwei Schlafenden, der wach wurde und sah direkt in Lias Lächeln. "Morgen", kam etwas verwundert von ihm. Er drehte sich auf die Seite, um die Szene, genauer abschätzen zu können. "Hast du gar nicht geschlafen?" Lia schüttelte stumm ihren Kopf. "Ich wollte Sam nicht wecken", flüsterte sie halblaut. Richard setzte sich auf, ging sich mit beiden Händen durchs Gesicht und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Anschließend stand er auf und verschwand im Bad. Sam wachte kurz danach auf. Er brauchte einen kurzen Augenblick um sich zu orientieren und blickte dann schließlich Lia an. Er erschrak, hatte sie etwa nicht geschlafen? "Du warst die ganze Nacht auf?" Mutmaßte er. "Morgen." Damit gab sie ihm erst Mal einen Kuss und überging einfach seine Frage.

Kurze Zeit später saßen alle Drei zusammen beim Frühstück. "Ich geh heute wieder schwimmen." Stellte Richard in den Raum und erhoffte sich eine Reaktion seiner gegen über. "Wenn du nichts dagegen hast, komme ich mit dir mit." Hörte Lia Sam sagen. "Nein, hab ich nicht." "Gut." Sam und Richard sahen Lia an. Sie träumte ein wenig, machte sich doch jetzt der Schlafmangel bemerkbar. "Hm? Geht man ihr zwei." Richard sah sie etwas verwirrt an, lehnte sie doch sonst ein Angebot, zum schwimmen gehen selten ab. "Du willst wirklich nicht mit?" "Nein, außerdem wirst du doch wohl die nächste Tage noch häufiger schwimmen gehen, oder nicht?" Richard nickte zur Antwort. "Siehst du, dann kann ich auch einander Mal noch mitgehen." Damit war für Lia die Sache geklärte. Sie wollte einfach ein. Sie hatte keine Lust, besser gesagt, sie war einfach zu faul, um sich jetzt aufzuraffen, um die ganzen Schwimmutensilien zusammen zu suchen. Sie hatte beschlossen, es sich lieber auf der Couch gemütlich zu machen und sich einen Film anzusehen.

Gemeinsam räumten die Drei noch das Frühstück weg, bevor sich Sam und Richard aufmachten zum Schwimmen. Lia hatte sich unterdessen die Decke wieder angeeignet und war in der Biegung der Couch verschwunden. Richard fragte sie zur Sicherheit noch einmal, ob sie wirklich nicht mitkommen wollte, auch diesmal verneinte Lia. Kommentarlos verschwand Richard anschließend mit Sam zum Schwimmtraining.

Lia konnte sich nicht so richtig auf den Film konzentrieren, immer wieder schweiften ihre Gedanken ab. War es wirklich passiert? Ist das geschehen, was sie sich erhofft hatte? Es schien so. Zumindest für den Augenblick. Sam war bei ihr, genauso wie auch ihr Mann bei ihr war. War dies eine Dreierbeziehung? Sie konnte es nicht genau sagen, hatte sie doch nicht die geringste Ahnung, wie solch eine Beziehung ablief. Sie schlug die Decke beiseite und suchte ihr kleines Buch. Sie musste für sich selber, wohl auch erst mal verarbeiten, was in den vergangen Stunden und Tagen passiert war. Sie kreiste mit ihrem Kugelschreiben über der nächsten freien Stelle auf dem Papier. Doch so richtig konnte sie das, was in ihr vorging einfach nicht in Worte fassen. Sie beließ es dabei und legte ihr kleines Buch, sowie den Schreiber wieder beiseite. Es war nicht so wichtig im Moment.

In den kommenden Tagen, verlief der Tagesablauf kaum anderes. Richard versuchte so gut es ging, jeden Tag zum Schwimmen zu gehen und die restlich Zeit dafür zu nutzen, Kraft für die anstehende Tour zu sammeln. Inzwischen glich die Wohnung eher einem Truppenübungsplatz. Überall standen leere, aufgeklappte Koffer, die mit Inhalt befüllt werden wollten. Was allerdings zuerst eingepackt wurde, sehr zum Leidwesen von Lia, waren die Gitarren. Da diese schon zu den Container gebracht werden mussten, damit sie rechtzeitig mit samt den Equipment in Südarmerika ankamen. Je näher der Termin der Abreise kam, desto unruhiger wurde Lia. Sie hatte Richard bisher noch nicht auf eine der Touren begleitet. Auch das Wissen, darum, dass sie Sam in dieser Zeit nicht sehen würde, stimmte sie traurig, da sie auch immer noch nicht wusste, wann sie ihn denn überhaupt wieder sehen würde.

Da in den letzten Tagen vor der Abreise, leichtes Chaos herrschte, ging damit auch total unter, dass der Kühlschrank auch noch mal ein bisschen gefüllt werden wollte, zumindest doch wohl für die letzten Tage. "Och menno....nu guck." Schmollte Lia bei dem Blick in den Kühlschrank. "Hm?" Kam nur von Richard. "Ey? Wir haben total vergessen, dass wir vielleicht noch ein bisschen einkaufen sollten, immerhin sind wir ja noch ein paar Tage hier, bevor es losgeht." Richard grinste. "Is doch kein Beinbruch, dann geh ich halt fix was einkaufen." "Hmpf, nee. Lass ma. Du hast später noch genug Stress, kann ich auch eben machen." Somit wuselte Lia durch die Wohnung und suchte mal wieder alles zusammen, was sie für den Einkauf benötigen würde. "Bin dann weg", rief sie in die Wohnung und zog die Tür von außen zu. Sam und Richard sahen sich an und grinsten. Beide wussten, dass es nicht gerade zu Lias Lieblingsaufgaben zählte, einkaufen zu gehen. Es sollte den beiden Herren egal sein.

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